Soldaten und Palästinenser kämpfen gemeinsam gegen Schnee


.Seit Tagen schneit es in Jerusalem. Auf dem Berg Hermon im Norden des Landes fielen mittlerweile sogar bis zu 1,1 Meter Neuschnee. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen, Strassen sind für Autos unpassierbar. Gleichzeitig kämpft das Land gegen Hochwasser: Überflutete Autobahnen wurden für den Verkehr gesperrt, währenddessen kamen auch vielerorts die öffentlichen Verkehrsmittel zum Erliegen. Im Norden waren die Zugänge zur hoch gelegenen Stadt Safed und zu den Golanhöhen blockiert.

Der Wintersturm hat auch Auswirkungen auf das religiöse Leben in Israel. Jerusalems Rabbiner haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen, noch nicht einmal, um zur Synagoge zu gehen. Die Sturzgefahr im Schnee sei zu hoch. Die Rabbiner Aryeh Stern und Shlomo Amar haben in einer Erklärung noch einmal betont, dass diese einstweilige Verfügung auch dann gilt, wenn dies zur Folge hat, dass ein öffentliches Gebet ausbleibt. Die Menschen sollen zu Hause individuell für sich beten. Darüber hinaus haben verschiedene Rabbiner in ihrer Gemeinde entschieden, dass Frauen, die ihre Niddah (Menstruation) abgeschlossen haben und sich nun eigentlich in einer Mikve (Ritualbad) reinigen müssten, berechtigt seien, dies zu verschieben, bis das Wetter wieder besser wird.

Jerusalems Religiöser Rat bereitet sich auf eine Fortsetzung des Sturms über das Wochenende vor. Er hat Bedenken, dass die Eruv durch den Wind zerrissen werden könnten. Ein Eruv ist ein gespannter Draht oder Zaun, der ein jüdisches Wohngebiet umgibt. Innerhalb des Eruvs findet die Schabbatregel, keine Gegenstände umherzutragen, keine Anwendung.

Aufgrund des Schnees und der starken Regenfälle hat die Palästinensische Autonomiebehörde Israel um Hilfe gebeten. In einem Fall haben israelische Soldaten einem palästinensischen Taxifahrer dabei geholfen, sein Auto aus dem eingefrorenen Schlamm zu schieben. Die Palästinenser forderten die israelische Verwaltung auf, ihnen bei der Räumung der Strasse nach Ramallah (Foto) zu helfen. Prompt rückten Streitkräfte an, die den Schnee wegräumten, um den Weg frei zu machen. Beide Seiten intensivierten ihre Zusammenarbeit, nachdem die palästinensischen Behörden im sogenannten Westjordanland und im Gazastreifen aufgrund des Schneesturms den Ausnahmezustand erklärt hatten. (ih)



Kategorien:Gesellschaft

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