Immer mehr Juden besuchen den Tempelberg


TempelbergDie Zahl der jüdischen Besucher auf dem Tempelberg ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Und das trotz der ständigen Bemühungen der muslimischen Verwaltung, Nicht-Muslime davon abzuhalten, die heilige Stätte zu betreten, und trotz des weiter bestehenden Verbotes für Juden und Christen, dort zu beten. Zaghafte Versuche israelischer Abgeordneter, die Situation zu ändern, hatten zu gewalttätigen Massenprotesten von Muslimen geführt. Jordanien zog im November sogar seinen Botschafter ab.

Am Montag kündigte die Regierung in Amman an, Botschafter Walid Obeidat werde nach Tel Aviv zurückkehren.

Im Herbst war es auf dem Gelände rund um die Al-Aksa-Moschee und den Felsendom mehrfach zu schweren Auseinandersetzungen zwischen arabischen Jugendlichen und der israelischen Polizei gekommen. Die Randalierer bewarfen die Ordnungshüter mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Als die Behörden daraufhin den Zugang für einen Tag komplett sperrten, sprachen die Muslime von einem Eklat. Sie befürchten, dass jüdische Aktivisten auf dem Platz den dritten jüdischen Tempel errichten wollen.

Das Jerusalemer Tempel-Institut hat nun eine Anfrage an die israelische Polizei gestellt. Dabei stellte sich heraus, dass 10.906 israelische und ausländische Juden im Jahr 2014 den heiligsten jüdischen Platz besucht hatten. Zum Vergleich: Im Jahr davor besuchten 8528 Juden den Tempelberg, und 2009 waren es sogar nur 5658.

Für diejenigen, die völlige Religionsfreiheit auf dem Tempelberg fordern, sind diese Zahlen eine grosse Ermutigung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es zur Zeit Juden und Christen nur an drei Tagen in der Woche erlaubt ist, den Tempelberg zu betreten und dann auch nur zu bestimmten Zeiten.

Die Debatte um den Tempelberg wurde in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum Brennpunkt-Thema in der Knesset. Vor einem Jahr wurde erstmals darüber diskutiert, ob Israel die volle Souveränität über den Platz erhalten sollte. Zur Zeit wird der Zugang zum Tempelberg von einer jordanischen islamischen Stiftung verwaltet, dem Waqf.

Es ist die Forderung des Waqf, dass Christen und Juden noch nicht einmal im stillen Gebete sprechen dürfen, während sie auf dem Tempelberg sind. Wenn arabische Jugendliche auf dem „heiligen Platz“ Fussball spielen, ist das jedoch kein Problem.

Aufgrund der Ausbrüche muslimischer Gewalt bei jeglicher Zuwiderhandlung gegen das Gebetsverbot tut die israelische Regierung ihr Bestes, um die Forderungen der Muslime einzuhalten. So droht jüdischen Betern auf dem Gelände die sofortige Verhaftung durch die israelische Polizei.

Viele israelische Abgeordnete sind mehr und mehr frustriert von dieser Situation, weil sie sich den Drohungen des radikalen Islam ausgeliefert fühlen. Die wollen, dass Israel der offizielle Verwalter des Tempelberges wird. Von muslimischer Seite hiess es dazu, das könne einen Weltkrieg auslösen. (ih)



Kategorien:Gesellschaft

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