Leihmutter-Babys aus Nepal evakuiert


ISRAEL-NEPAL-QUAKE-HOMOSEXUALITY

Nepal ist eine beliebte Destination für Israelis mit unerfülltem Kinderwunsch. Jetzt haben die Evakuierungen begonnen. (Bild: AFP/Tomer Neuberg)

In Nepal sitzen auch Dutzende Israelis fest, die dank Leihmüttern Babys bekommen haben. Nun sind die ersten Familien heimgekehrt.

«Ich weiss nicht, wie wir noch eine Nacht durchstehen, uns gehen die Vorräte aus», sagte Ohad Hitman zur Jewish Telegraphic Agency (JTA). Er und sein Partner Ran Harush sind dank einer nepalesischen Leihmutter seit neustem Väter. Nach dem verheerenden Erdbeben sassen sie in Nepal fest – wie Dutzende andere israelische Paare und Singles mit Kinderwunsch. Ihnen fehlt es vor allem an Windeln und Muttermilchersatz.

Jetzt hat Israel mit den Repatriierungen seiner Landsleute und der 26 Neugeborenen begonnen. Auch mindestens vier schwangere nepalesische Leihmütter sollen laut JTA nach Israel in Sicherheit gebracht werden.

«Ihr Superhelden»

Sonntagnacht und am Montag haben die ersten frisch gebackenen Eltern Tel Aviv erreicht. Darunter auch Hitman und Harush. «Endlich können sie in ihrem eigenen Zuhause schlafen. Ihr beiden Superhelden wart so tapfer, als die Erde bebte», schrieb Harush zu einem Foto von zwei Wiegen auf seiner Facebook-Seite.

Normalerweise müssten die Babys erst noch die israelische Staatsbürgerschaft erhalten, bevor sie ins Land reisen dürfen. Eine langwierige bürokratische Hürde. Angesichts der aktuellen Situation erliess Innenminister Gilad Erdan laut «Times of Israel» eine Ausnahmeregelung.

Leihmütter in Nepal – verboten und doch verbreitet

Leihmutterschaft ist in Nepal verboten, wie die «Newsweek» schreibt. Trotzdem ist das Land ein beliebtes Ziel für Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Auch weil der Preis für eine Leihmutter mit durchschnittlich rund 5700 Franken relativ tief ist.

Weil in Israel Singles und schwule Paare keine Leihmutter-Babys haben dürfen, weichen viele von ihnen nach Nepal aus. Zurzeit tragen insgesamt rund 100 Nepalesinnen Kinder für Israelis aus, bei 20 von ihnen ist die Schwangerschaft schon weit fortgeschritten, schreibt die «Jerusalem Post».

Israel schickt Feldspital nach Nepal

Für die Erdbebenopfer leistet Israel auch vor Ort Hilfe. Die Streitkräfte haben laut «Jerusalem Post» mehrere Jets mit 90 Hilfskräften, 170 Soldaten sowie Generatoren und Material für ein Feldspital nach Nepal geflogen.

Während des Erdbebens befanden sich laut Behördenangaben 650 Israelis in Nepal. Etwa 50 von ihnen konnten laut «Haaretz» noch nicht kontaktiert werden. (20min)



Kategorien:Gesellschaft

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