Amos Oz mit Internationalem Literaturpreis geehrt


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Mirjam Pressler und Amos Oz.
(Foto: Santiago Engelhardt/HKW)

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist mit dem Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet worden. Der 76-Jährige erhielt den Preis am Mittwochabend gemeinsam mit der Übersetzerin Mirjam Pressler für den Roman „Judas“.

Oz gelinge es darin meisterhaft, die grossen Fragen und Konflikte der Religions- und Zeitgeschichte im Nahen Osten zu erzählen, urteilte die Jury. Presslers deutsche Übersetzung wurde für ihre „feine Nuancierung des Atmosphärischen“ gewürdigt.

Die Auszeichnung ist mit 25’000 Euro für den Autor und 10’000 Euro für den Übersetzer dotiert. Auslober sind das Haus der Kulturen der Welt und die Hamburger Stiftung Elementarteilchen.

Presslers Übertragung des Werkes aus dem Hebräischen war im März bereits mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Übersetzung ausgezeichnet worden.

Das Buch „Judas“ schildert eine Liebesgeschichte zwischen einem 25-Jährigen und einer 45-Jährigen. Oz orientiert sich hier an der neutestamentlichen Figur des Judas Ischariot, der Jesus verriet. In Teilen der christlichen Welt sei Judas Ischariot „nicht nur zum Archetypus des Verräters, sondern auch zum Archetypus des Juden“ geworden, sagte der Autor im November. In seinem Buch wolle er zeigen, dass „gerade der, den man einen Verräter nennt, der loyalste, liebevollste und treueste von allen ist“.

In ihrer Begründung für die Entscheidung schreibt die Jury, Oz gelinge es meisterhaft, in seinem Roman die grossen Fragen und Konflikte der Religions- und Zeitgeschichte im Nahen Osten zu erzählen. „Er verschränkt Antike und Gegenwart und stellt den Konflikt zwischen Judentum und Christentum der modernen jüdisch-palästinensischen Realität gegenüber.“ Der Autor reflektiere mittels seiner drei Roman-Figuren souverän sein politisch-historisches Wissen und schaffe dadurch ein unkonventionelles Stück Weltliteratur.

Weiter heisst es: „Der Roman ‚Judas‘ stellt die Frage nach dem Verhältnis von Judentum und Christentum anhand der biblischen Judas-Figur neu. Er verknüpft die Problematik des Verrats mit den realpolitischen Geschehnissen in der Gründungsphase des Staates Israel und im andauernden Nahostkonflikt. Das Geheimnis des Buches ist die Darstellung der Stimmungen zwischen den Konfliktparteien, gespiegelt in den Gesprächen zwischen den drei Protagonisten.“

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Kultur

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