Israel sagt dem „jüdischen Terror“ den Kampf an


Thousands of Israelis attend an anti-violence and anti-homophobia ralliy in Tel Aviv, on August 01, 2015, following yesterday's arson attack in the Palestinian village of Duma, killing a toddler and severly injuring a few more, as well as a stabbing attack at the Jerusalem Pride parade the day before, where an ultra orthodox Jewish man stabbed six people participaing in the parade.  Photo by Tomer Neuberg/FLASh90 *** Local Caption *** ????? ?? ???? ???? ?????? ????

Nach dem Brandanschlag im palästinensischen Dorf Duma hat das Sicherheitskabinett am Sonntag eine Reihe von Massnahmen verabschiedet, um „jüdischen Terrorismus zu bekämpfen und solche Vorfälle zu verhindern.“ So können künftig auch Juden ohne Gerichtsurteil wochen- oder gar monatelang inhaftiert werden, wenn der Generalstaatsanwalt dies aus ermittlungstaktischen Gründen verlangt. Bisher war diese „Verwaltungshaft“ nur gegen Palästinenser verhängt worden. Am Wochenende demonstrierten Tausende Israelis im ganzen Land gegen Hass und Gewalt.

Drei Minister sollen weitere Massnahmen erarbeiten, um gegen Terroristen effektiver vorzugehen: Verteidigungsminister Moshe Ya’alon, der Minister für innere Sicherheit Gilad Erdan und Justizministerin Ayeled Shaked.

Strenger bewertet werden in Zukunft die „Preisschild“-Aktionen, die hauptsächlich von nationalistischen israelischen Jugendlichen ausgeführt werden. Sie haben Moscheen mit Farbe besprüht, Autos von Muslimen angezündet und zahlreiche Sachbeschädigungen begangen – um zu zeigen, dass die Palästinenser einen Preis für ihren Kampf gegen Israel bezahlen müssten. Die Regierung betrachte „Preisschild“-Aktionen nunmehr als „Terrorismus“, hiess es in Jerusalem. Der Inlandsgeheimdienst beobachte verstärkt die radikalen jüdischen Aktivisten, zeichne ihre Telefongespräche auf und setze verdeckte Ermittler ein, melden heute israelische Medien.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hatte die Anschläge auf die Homosexuellen-Parade in Jerusalem und auf die palästinensische Familie in Duma scharf verurteilt. Bei einer Demonstration in Jerusalem erklärte er, das Land benötige einen „Weckruf“. Im Land breiteten sich Flammen der Gewalt und des Hasses aus. Diese Flammen könnten nicht gelöscht werden, indem man sie lediglich öffentlich verurteile. Stattdessen müsse man viel entschlossener dagegen vorgehen: Im Bildungssystem, in der Justiz, bei den Anführern des Volkes: „Wir müssen diese Flammen löschen, bevor sie uns verzehren.“

Für seine Rede wurde Rivlin heftig kritisiert: In den sozialen Medien tauchte ein manipuliertes Foto auf, das ihn mit der Keffiyeh, der traditionellen Kopfbedeckung der Palästinenser, zeigt. „Du bist nicht mein Präsident“, war darunter zu lesen. Es gab auch Morddrohungen gegen das Staatsoberhaupt. Eine Spezialabteilung der Polizei ermittelt gegen die Urheber.

Auf Kundgebungen in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa verurteilten Politiker aus allen Teilen des parteipolitischen Spektrums die Anschläge aufs Schärfste. „Wir sind entschlossen, mit aller Kraft gegen das Phänomen des Hasses, des Fanatismus und des Terrorismus von jeglicher Seite anzukämpfen“, unterstrich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Bei einer Kundgebung in Tel Aviv sprach Ex-Präsident Simon Peres: „Diejenigen, die gegen israelische Araber hetzen, sollten nicht überrascht sein, wenn Kirchen und Moscheen brennen und wenn letztlich nachts ein Baby verbrennt“, erklärte er.

Noch schärfer formulierte es die Chefin der linken Meretz-Partei, Zahava Galon: „Der Messerangriff auf die Demonstranten und der Brandanschlag von Duma müssen als das bezeichnet werden, was es ist: das ist jüdischer Terrorismus, das ist der jüdische IS.“

Bild: Demonstration in Tel Aviv: die Teilnehmer verurteilten die jüngsten Bluttaten und wandten sich gleichzeitig gegen „Homophobie“. (ih, Foto: Tomer Neuberg, Flash90)



Kategorien:Gesellschaft

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1 reply

  1. Kampf gegen den Terror ist gut, sei er gegen den Terror der palästinensischen Araber (PA, PLO, Fatah, Hamas) oder gegen den Terror von jüdischen Extremisten und Siedlern.

    Zum Terror gegen Israel und gegen das Judentum gehört auch BDS, der Boykott der palästinensischen Araber. BDS wird von jüdischen Organisationen wie NIF & Shatil B’tselem, Breaking the Silence, JVJP.CH & Jom Ijun, JFP, JStreet, JCall und Givat Haviva unterstützt.

    Diese jüdischen und israelischen pro-palästinensischen Organisationen müssen geächtet werden.

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