Israel befürchtet neuen Terror


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Palästinensische Jugendliche im Gazastreifen bei einer „Anti-Israel-Demonstration“. (Foto: Flash 90)

Palästinenser haben in der Nacht zum Freitag Brandsätze gegen das Grab des jüdischen Patriarchen Joseph bei Nablus geschleudert. Teile des Areals standen in Flammen. Der Brand wurde von palästinensischen Sicherheitskräften gelöscht, die auch gegen die Randalierer vorgingen. Die israelischen Sicherheitskräfte sind am heutigen Freitag in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem die radikal-islamische Hamas erneut einen „Tag der Wut“ ausgerufen hat.

Unklar bleibt, wie hoch der Schaden am Josephsgrab ist. Videoaufnahmen aus der vergangenen Nacht zeigen meterhohe Flammen, die aus dem Areal schlagen. Nablus, das biblische Sichem, gilt als eine Hochburg des islamistischen Terrors gegen Israel.

Rechtsgerichtete Minister und jüdische Gruppen forderten die Regierung auf, das Josephsgrab vollständig unter israelische Souveränität zu stellen. Landwirtschaftsminister Uri Ariel erklärte, die Palästinenser würden die Gefährdung der muslimischen Al Aksa-Moschee durch Juden beklagen, um dann jüdische Heiligtümer anzuzünden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Brandanschlag auf die Grabstätte als „unverantwortlich“ und kündigte an, eine Untersuchungskommission werde den Vorfall aufklären. Zudem werde er dafür sorgen, dass die Brandschäden repariert würden.

In den Palästinensergebieten wurden in der Nacht zum Freitag 13 mutmassliche Randalierer von der israelischen Armee festgenommen. Die Palästinensische Autonomiebehörde verhaftete 19 Männer, die angeblich mit der Hamas zusammenarbeiten. Für das Wochenende werden erneute Krawalle in Ramallah, Bethlehem, Nablus und Hebron befürchtet. Ein weiterer Brennpunkt des Geschehens ist der arabische Ostteil von Jerusalem. Die Hamas hat zudem zu Massendemonstrationen im Gazastreifen aufgerufen, die an der Grenze zu Israel abgehalten werden sollen. Die israelische Armee hat in den Regionen, die als besonders gefährdet gelten, mehrere hundert Soldaten postiert. Der Zugang zum Jerusalemer Tempelberg wurde erneut beschränkt. Nur Muslime, die älter als 40 Jahre sind, dürfen das Areal betreten.

Am Vormittag schlug an einem der Kontrollstellen zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Ma’ale ein Polizeihund Alarm: Dort war ein Sprengkörper deponiert worden. Spezialisten machten die gefährliche Bombe unschädlich. Der Polizeihund habe Unschuldigen das Leben gerettet, teilte die Polizei mit.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezichtigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in einer Pressekonferenz erneut der Lüge und Hetze gegen Israel. Abbas habe in seiner Fernsehansprache die „Hinrichtung“ eines unschuldigen 13 Jahre alten Palästinenserjungen durch israelische Sicherheitskräfte angeprangert. Tatsächlich sei der Junge ein Messer-Attentäter. Er sei zwar angeschossen worden, werde aber derzeit in einem israelischen Krankenhaus gepflegt und es gehe ihm relativ gut.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen kommt heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Ein Sprecher von Generalsekretär Ban Ki-moon warf Israel „übertriebene Gewaltanwendung“ vor. US-Aussenminister John Kerry plant einen erneuten Besuch im Nahen Osten, um zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln. (ich)



Kategorien:Sicherheit

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