Italienischer Chefredakteur über den Konflikt


ital„Die Palästinenser fühlen die steigende Gefahr der IS-Dschihadisten über ihren Köpfen und verstehen, dass trotz israelischer Eroberung ihr Leben unter israelischer Herrschaft sicherer ist, als anderswo in der Region“, sagt der italienische Journalist Mourizio Molinari, der seit 15 Jahren aus Israel und dem Nahen Osten korrespondiert. Mehr darüber schreibt Molinari, der in der Zwischenzeit zum Chefredakteur einer der bekanntesten und weitverbreitetsten italienischen Tageszeitungen La Stampa (Fiat-Gruppe der Familie Agnelli) nominiert worden ist, in seinem neuen Buch „Jihad“. Der 53-jährige Italiener war überrascht, als ihm der neue Job angeboten wurde. Im Gespräch mit der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot verabschiedet sich Molinari und erklärt, wie verzerrt der Westen die politische Situation in und um Israel versteht. „Im arabischen Dorf Duma, nach der Familientragödie Dawabsche, hat man sofort nach Rache geschrien. Aber palästinensische Dorfbewohner sagten mir, dass die Juden zwar ihre Feinde seien, aber nur täglich drei Palästinenser töten und nicht 100 am Tag wie in Syrien“, fügte Molinari hinzu.

In Ramallah geht es den Palästinensern sehr gut und Molinari erklärt, wie wichtig es den palästinischen Geschäftsunternehmern ist, einen israelischen Partner zu finden und mit ihm den Durchbruch zu erringen. „Die Palästinenser in Ramallah versuchen ihre Familienangehörigen in Jordanien zu überzeugen, unbedingt nach Israel zu kommen, denn sie verstehen, dass Israel Sicherheit garantiert.“ Zwei Mal in der Woche arbeitete Molinari in seinem Büro in Ramallah und erzählte, wie oft er mit Palästinensern gemeinsam gegessen hatte. „Ich habe gehört, wie Palästinenser neben mir am Tisch ihre Grosseltern und Verwandten in Amman angerufen haben, und sagten, sie sollten sofort nach Ramallah kommen.“ In den letzten Jahren lebte Molinari mit seiner Familie in Jerusalem. Er bezeichnet das Leben in Israel als eine Herausforderung. „Der Durchschnittsbürger in Israel, den du auf der Strasse triffst, ist intelligenter als du selbst. Es genügt allein im Bus zu sitzen und mit einer Oma zu sprechen und schon hörst du eine spannende Lebensgeschichte.“

Molinari weiss zu berichten, dass die Mehrheit der Palästinenser bereit wäre, mit Israel in Frieden zu leben und ihre Waffen niederlegen würden. „Aber so wie in Israel, so haben auch sie keine Lösung, wie sie dies schaffen sollten“, unterstrich Molinari, der so zum Verständnis kam, dass die Gefahr des IS-Kalifat eine Chance für Israelis und Palästinenser werden könnte. „IS-Dschihadisten sind für beide Völker eine Gefahr, aber noch vor den Israelis und Juden wollen IS-Dschihadisten zuerst die Palästinenser vernichten.“ (ih)



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