Polizei-Einsatz vor einer jüdischen Tagesschule in Zürich


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Zürcher Polizisten vor der jüdischen Schule (Johannes Dietschl, newspictures)

 

 

Der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds ist vom Alarm in der jüdischen Schule nicht überrascht. Juden seien oft das Ziel von Terror.

Vor einer jüdischen Tagesschule im Zentrum von Zürich wurde am Donnerstagmorgen ein Polizeieinsatz ausgelöst. Grund dafür waren laut der Stadtpolizei Zürich «verdächtige Personen», die in einem Auto mit belgischen Nummernschildern vorgefahren waren.

Nach den Anschlägen in Paris, wo Terroristen ebenfalls in belgischen Fahrzeugen unterwegs waren, herrscht auch in der Schweiz erhöhte Alarmbereitschaft. Der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG), Herbert Winter, spricht im Interview über den Polizeieinsatz und die Terrorgefahr in der Schweiz.

Herr Winter, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Polizeieinsatz hörten?
Das hat mich natürlich schon beunruhigt. Der Vorfall zeigt, wie gross die Verunsicherung auch in der Schweiz ist.

Sind jüdische Einrichtungen besonders gefährdet?
Ja. Die Terrorattacken der letzten Jahre richteten sich fast immer auch gegen Juden. Nach den Angriffen auf «Charlie Hebdo» wurde ein jüdischer Supermarkt angegriffen. In Toulouse wurde eine jüdische Schule angegriffen, in Kopenhagen eine Synagoge, in Belgien ein jüdisches Museum. Jüdische Einrichtungen sind daher auch in der Schweiz gefährdet und müssen speziell geschützt werden.

Gibt es seit den Ereignissen in Paris vermehrt Drohungen, die sich gegen Juden richten?
Wir beim SIG haben nicht mehr Drohungen registriert. Aber klar ist, dass die Verunsicherung nach Ereignissen wie in Paris auch in der Schweiz in jüdischen Kreisen zunimmt. Klar ist auch, dass die Terrorgefahr hierzulande seit einem Jahr gestiegen ist.

Sind Sie mit der Arbeit der Polizei zufrieden?
In den letzten Jahren fühlten wir uns zu wenig ernst genommen. Langsam scheint nun aber ein Umdenken stattzufinden. Dass die Polizei in Zürich rasch und entschlossen handelte, begrüssen wir. Wir erwarten, dass die Behörden auch weiterhin die notwendigen
Massnahmen ergreifen.

Wer kommt in der Schweiz für die Sicherheit auf?
Kosten und Personalaufwand für die Sicherheit sind mittlerweile enorm. In unseren Nachbarländern kommt der Staat dafür auf. In der Schweiz hingegen müssen die jüdischen Institutionen diese Last fast vollständig selber tragen, das muss sich ändern.



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