«Die Schweizer sind aufrichtige Nazis»


Schwerer Vorwurf des deutschen Komikers Serdar Somuncu an die Adresse des Schweizer Fernsehens: Sein Auftritt am Arosa Humor-Festival sei der Zensur zum Opfer gefallen.

Kabarettist und Autor Serdar Somuncu

Kabarettist und Autor Serdar Somuncu wirft dem Schweizer Radio und Fernsehen Zensur vor, weil sein Auftritt am Arosa Humor-Festival nicht ausgestrahlt wurde. (Photo by Popow/ullstein bild via Getty Images)

Auf Facebook postet Komiker Serdar Somuncu gestern Sonntag folgende, deutliche Worte: «Das Schweizer Radio und Fernsehen zensiert meinen kompletten Beitrag zum Arosa Humor-Festival!» Und schlussfolgert, dass der Sender wohl nicht damit zurechtkam, dass «ich mich mit den nationalistischen Auswüchsen der eidgenössischen Tagespolitik befasst habe».

Auslöser für den Ärger ist Somuncus Auftritt am Arosa Humor-Festival. In seinem Stand-up bezeichnete er die Schweizer als Nazis: «Ich bin wirklich froh, hier sein zu dürfen. Ich bin auf der Flucht. Nicht aus Syrien. Sondern von Deutschland in die Schweiz. Die Deutschen sind mir zu weich geworden. Die sind mittlerweile sogar freundlich zu Flüchtlingen. Da lobe ich mir die Schweizer. Sie sind wenigstens aufrichtige Nazis. Wenn ihnen was nicht passt: Ausschaffungsinitiative und zack sind die Ausländer wieder raus», gibt der Deutsch-Türke den «ungefähren» Wortlaut seines Sketches auf Facebook wieder. Im gleichen Atemzug bezeichnet er Alt-Bundesrat Christoph Blocher als «Christoph Arschblocher». Auf seiner Künstlerseite bezeichnet sich Somuncu in den allgemeinen Infos als «Hassias».

In zwei Sendungen zeigt SRF am 3. und 10. Januar verschiedene Künstler, die am Humor-Festival aufgetreten sind. Im offiziellen Sendungsporträt schrieb SRF schon im Jahr 2014, dass es sich um Ausschnitte aus den Festivalbeiträgen handle. Doch Somuncu wittert Zensur. «Wenn man sich in einem demokratischen Land Künstler einlädt, sollte man auch aushalten, dass diese ihre Meinung sagen», schreibt er.

Die Reaktion von SRF folgt derweil prompt: Aus 100 Minuten Filmmaterial würden die zwei Sendungen à je 35 Minuten zusammengeschnitten. Rolf Tschäppät, Leiter Comedy & Quiz, sagt gegenüber 20 Minuten: «Entscheidend ist schlussendlich ein guter Mix für die Sendungen. Neben Serdar Somuncu sind auch andere Künstler vor Ort aufgetreten, in den SRF-Sendungen aber nicht enthalten.» Eine redaktionelle Auswahl nach sendungsrelevanten Kriterien zu treffen, sei keine Zensur, so Tschäppät. (20min.ch)



Kategorien:News

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2 replies

  1. Mich wundert es schon, was Was uns Serdar Somuncu hiermit sagen wollte:
    “Deutsche sind mitlerweile nicht mehr so, wie sie mal waren. Also, sie mögen uns Türken immer noch nicht. Wir sind für die Deutschen so eine Art Ersatzjuden. Das, was sie bei den Juden nicht dürfen, weil sie Angst haben, dass sie dann direkt zur Kasse gebeten werden, das lassen sie auf uns Türken aus…” Ich habe den ganzen Beitrag verlinkt: https://etwasanderekritik.wordpress.com/2016/01/05/migrationshintergrund-serdar-somuncus-einziges-talent/
    Und von Zensur kann gar keine Rede sein.

  2. Darf ich, als selbsternannter, Komiker sagen, der Muslim xyz ist ein aufrechter Frauenschänder? Oder der Rabbiner zqm ist ein begabter Spare-Ribs Griller? Oder Pater sowieso ist ein notorischer Päderast? Und die NZZ und der TA sind antisemtisch

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