Neue Sendeanstalt startet Betrieb


FILE PHOTO: A presenter's on-camera skills are tested at the offices of Kan, the new Israeli Public Broadcasting Corporation, in Tel Aviv, Israel

Fast ein halbes Jahrhundert lang war Israel Broadcast Authority (IBA) die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt Israels. Nach jahrelangem Gezerre hat Israels neue öffentlich-rechtliche Sendeanstalt am Montag offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Der Sender Kan (hebräisch für: hier) löst die Israel Broadcast Authority (IBA) ab, die fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung von der Regierung geschlossen worden war. Das Parlament hatte in der Nacht zum Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das den Weg für die neue Sendeanstalt freimachte. Es sieht aber auch die Ausgliederung einer unabhängigen Nachrichtenabteilung vor, die später starten soll.

Die Einrichtung von KAN war schon 2014 beschlossen worden, weil ein externer Ausschuss zu dem Schluss gekommen war, die altbackene IBA könne nicht mehr reformiert werden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versuchte jedoch seit vergangenem Jahr immer wieder, die neue Sendeanstalt zu stoppen. Gegner warfen ihm vor, er halte KAN für zu regierungskritisch. Es ist kein Geheimnis, dass viele davon ausgehen, Netanjahu wolle so die Medien besser kontrollieren und kritische Berichterstattung über sich selbst regulieren. Im Streit zwischen Netanjahu und dem Finanzminister Mosche Kachlon wurde sogar mit Neuwahlen gedroht.

Am Tag der ersten Übertragung verlängerten die Richter des Obersten Gerichtshofs eine temporäre Verfügung, die Kan davon abhält, die Nachrichtenabteilung auszugliedern. Obwohl genau das die Knesset zuvor im Rahmen des Kompromisses zwischen Kachlon und Netanjahu beschlossen hatte. Die Benennung eines Leiters der Nachrichtensparte wurde durch die Verfügung des Gerichtes auf unbestimmte Zeit verschoben.

Laut dem Kompromiss soll KAN im Zuge der Strukturreform jetzt die Programme des Ersten Fernsehens und mehrerer Radiosender übernehmen. KAN soll für sechs Radiosender, arabischsprachige Medien sowie Fernsehsendungen zuständig sein. Den Nachrichtenbereich des Ersten Fernsehens, des bisherigen israelischen Rundfunks und die digitalen Medien soll dann die neue Nachrichtenabteilung übernehmen.

Auch wenn die Sendung auf Hebräisch ist, möchte ich Ihnen die ersten Abendnachrichten des neuen israelischen Fernsehens nicht vorenthalten. Bei 1:58 beginnt die Programmöffnung mit einem Rückblick auf alle bisherigen Nachrichten des Israelischen Fernsehens, dann geht es zu den neuen Nachrichten von KAN mit einer neuern Musik in einem neuen Studio, das sich momentan noch in Modiin befindet, witzig, oder? Hier also die erste Nachrichtensendung von KAN , die „Nachrichten das Abends“, „Chadschot Ha Erev“:

Mehr als 1000 Mitarbeiter haben nach Medienberichten am 15. Mai ihren Arbeitsplatz bei der IBA verloren. Nur etwas mehr als die Hälfte davon soll künftig bei Kan arbeiten. Vor wenigen Tagen haben einige der Moderatoren geweint und sangen die israelische Nationalhymne Hatikwa, als sie live das Ende der Sendungen des alten israelischen Fernsehens verkündeten. Gestern konnten dann einige wieder lächeln, die ins Studio geladenen Gäste wünschten ihnen viel Erfolg.

Staatspräsident Reuven Rivlin äusserte sich zu Kan: „Ein staatlicher Rundfunksender ist bedeutend, damit die Regierung sich äussern kann. Aber die Behörde gehört der Öffentlichkeit und ist für die Öffentlichkeit bestimmt.“ Er sei nicht sicher, ob die Leitung von Kan sich dessen bewusst ist.

(JNS und Agenturen)



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