Tempelberg für nicht muslimische Besucher geschlossen


Die israelische Polizei hat den Tempelberg in Jerusalem für nicht muslimische Besucher und Touristen vorerst geschlossen. Juden, die sich bereits auf dem Tempelberg befanden, wurden aufgefordert, den Ort zu verlassen.

Medienberichten zufolge sei der Auslöser für die Entscheidung eine jüdische Besuchergruppe gewesen, die sich nicht den Anordnungen entsprechend verhalten hätte.

Gestern nutzten zahlreiche jüdische Besucher, die Abwesenheit moslemischen Aufseher, die aus Protest dem Tempelberg ferngeblieben waren, um ungestört beten zu können. Das Gebet auf dem Gelände des Tempelbergs ist für Nicht-Moslems strikt untersagt.

 

Tempelberg

Juden beim ungestörten Gebet zum ersten Mal seit Jahrzehnten

Die Israelische Polizei bemühe sich darum, alles zu tun, um die Einhaltung des Gesetzes und der Regeln des Tempelbergs zu gewährleisten und sie lasse nicht zu, dass diese Regeln gebrochen werden, sagte ein Sprecher der Polizei.

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Bild: Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Auch so ist die Situation am Tempelberg angespannt, seitdem die Polizei Metalldetektoren an den Zugängen des Tempelbergs aufgestellt hatten, als Reaktion auf den Terroranschlag vom vergangenen Freitag, wo zwei israelische Polizisten von drei Terroristen getötet worden waren.

In den letzten Tagen seit Aufstellung der Metalldetektoren war es zu mehreren Ausschreitungen gekommen. Die Moslems weigern sich, den Tempelberg zu betreten und verlangen, die Metalldetektoren zu entfernen, sie würden die freie Ausübung der islamischen Religion verletzen.

Die Fatah-Partei des palästinensischen Präsident Mahmud Abbas rief zu einem „Tag des Zorns“ auf, als Protest gegen die Sicherheitsmassnahmen der israelischen Polizei. Die moslemische Bevölkerung wurde aufgefordert, sich vom Tempelberg fernzuhalten und vor den Eingängen ihre Gebete zu verrichten. In der Nacht auf heute wurden bei Unruhen 14 Palästinenser und zwei Polizisten verletzt.

Gestern auf dem Tempelberg – eine Frau wird aufgefordert, den Ort zu verlassen, nachdem sie sich nicht den Richtlinien entsprechend verhalten hatte, sie machte einen Live-Stream.

Der Bürgermeister von Jerusalem Nir Barkat äusserte sich zu der Lage am Tempelberg: „Der Tempelberg ist eine heilige Stätte, die für das Gebet gedacht ist. Und daher setzen wir uns für das Recht aller Betenden ein, den Tempelberg zu betreten, aber wir erlauben niemanden, die Moschee für terroristische Ziele zu missbrauchen, wie es die Terroristen taten.“

Bezüglich der Entscheidung, an den Zugängen des Tempelbergs Metalldetektoren aufzustellen sagte er: „Es war eine richtige Entscheidung, die weitere terroristische Aktivitäten verhindern kann. Die moslemischen Führer und auch die ganze Welt muss verstehen, dass der Tempelberg nicht als Zufluchtsort für Terroristen und Mörder benutzt werden kann.“

Dann empfahl Barkat den Protestierenden, ihre Wut gegen die Terroristen zu richten, die zu diesen Schritten geführt hätten, anstatt auf die Polizei zu schimpfen.

Der Tempelberg mit der Klagemauer sowie der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ist für Juden wie auch Muslime eine wichtige heilige Stätte. Juden dürfen den Berg zwar betreten, aber dort nicht beten. Muslime dürfen dort auch beten. Der Streit um diese Besuchsrechte hatte schon in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Sicherheit

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