Der dritten Gazakrieg steht bevor


Die israelischen Streitkräfte würden sich auf den Einruf von Reservisten vorbereiten, sagte der Armeesprecher Brigadegeneral Ronen Manelis am Dienstagmorgen Reportern.

Die israelische Armee erklärte, die Reservisteneinzüge würden am Nachmittag ausgeführt werden, man würde sich allerdings vorerst auf die Mobilisierung „wichtiger Einheiten“ beschränken. Die Mobilisierung könne bei Bedarf „erweitert“ werden, erklärte die Armee weiter.

Die dramatische Ankündigung, ein klares Zeichen, dass Israel sich auf einen weiteren Krieg gegen die Hamas und die anderen palästinensischen Terrorgruppen in Gaza vorbereitet, kam, nachdem seit Montagnachmittag mehr als 400 Raketen in Südisrael niedergegangen sind.

Magen David Adom, die israelische Erste-Hilfe-Organisation und der Rettungsdienst, sagte, 27 Israelis seien durch die massiven Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verletzt worden, während in der Küstenstadt Ashkelon am Montagabend ein Mann durch einen direkten Treffer in seinem Haus getötet wurde.

Das Opfer schien ein palästinensischer Araber zu sein, 48, aus der Gegend von Hebron, der erst Stunden nach der Ankunft der Polizei und der Feuerwehr am Ort der verheerenden Explosion tot aufgefunden wurde, bei der ein ganzes Gebäude zerstört wurde.

Die Vorbereitung auf einen möglicherweise dritten Gazakrieg begann an diesem Wochenende, als ein palästinensischer Terrorist aus Gaza einen israelischen Kibbutz in der Nähe des Sicherheitszauns infiltrierte und ein Gewächshaus in Brand setzte, bevor er von den israelischen Sicherheitskräften verhaftet wurde.

Dem Vorfall folgte ein Schusswechsel zwischen einer geheimen Eliteeinheit der IDF und Mitgliedern des Hamas-Militärflügels Izz-a-Din al-Qassam am Sonntagabend in der palästinensischen Stadt Khan Younis in Gaza.

Die Geheimdienstaufklärungsaktion ging schief, als Mitglieder von Izz-a-Din al-Qassam die IDF-Einheit entdeckten und versuchten, das Privatfahrzeug zu stoppen, mit dem sie unterwegs waren.

Bei dem anschliessenden Schusswechsel wurden 7 Hamas-Terroristen getötet, darunter Nour Barakeh, ein Kommandant der Qassam-Brigade, der Berichten zufolge für das Terrortunnelprojekt der Hamas verantwortlich war und als Befehlshaber des Hamas-Regionalbataillons in Chan Yunis diente.

Auf der israelischen Seite ist Oberstleutnant M, wie er von der IDF anscheinend aus Sicherheitsgründen genannt wurde, ein hochrangiger IDF-Befehlshaber, während des Kampfes getötet worden, bei der auch israelische Kampfflugzeuge und Hubschrauber involviert waren, der zur Rettung der entdeckten Soldaten kamen.

Als Reaktion auf die misslungene IDF-Operation in Gaza begann die Hamas, die israelischen Gemeinden und Städte im Gaza-Gürtel mit Raketen zu beschiessen.

Die Angriffe dauerten bis Montagmorgen gegen 1.15 Uhr. Danach schien sich im Süden Israels eine angespannte Ruhe wiederherzustellen.

Die Verschärfung der Sicherheitslage im Süden Israels zwang Premierminister Benjamin Netanjahu, seinen Besuch in Paris zu beenden, wo er an der Jahrhundertfeier des Endes des 1. Weltkrieges teilnahm.

Der israelische Premierminister, der am Sonntag erklärte, er werde alles tun, um eine humanitäre Katastrophe in Gaza zu verhindern, und es Katar erlaubte, 15 Millionen US-Dollar in die verarmte Enklave zu bringen , begann sofort nach seiner Ankunft in Israel mit Konsultationen mit der Spitze der IDF.

Die Hamas nutzte die Beerdigung der sieben getöteten Terroristen, um die palästinensische Strasse aufzuheizen, und organisierte eine Massendemonstration gegen die „Besatzung“.

Kurz nach der Beerdigung der 7 Hamas-Terroristen griff die israelische Armee einen Beobachtungsturm entlang der Grenze zu Gaza an, der dazu diente, Ziele für die Mörser- und Raketeneinheiten der Hamas zu identifizieren.

Das verhinderte allerdings nicht einen beispiellosen Angriff mit einer Anti-Panzer-Rakete auf einen israelischen Bus, der kurz vorher eine Gruppe von 50 IDF-Soldaten an die Grenze zu Gaza gebracht hatte.

Die 50 Soldaten entkamen auf wundersame Weise einem sicheren Tod, während der arabische Busfahrer durch die Rakete der Hamas schwer verletzt und ein noch am Bus stehender Soldat lebensgefährlich verletzt wurde.

Während die Ersthelfer des Rettungsdienstes noch damit beschäftigt waren, das Leben des Busfahrers zu retten, begannen Hamas und der Islamische Jihad mit „Dutzenden von Raketen“ das, was sie als „Bombardierung der feindlichen Siedlungen“ bezeichneten.

Die Terroristen beschossen den Süden Israels am Montagabend und Dienstagmorgen mit nicht weniger als 400 Raketen, während die israelische Luftwaffe Dutzende terroristische Ziele in Gaza traf, darunter das Studio des Fernsehsenders al-Aqsa der Hamas.

Die Hamas machte jedoch ihre Bedrohung nicht wahr, die Reichweite ihrer Raketen zu erweitern, wodurch praktisch jedes grössere israelische Bevölkerungszentrum bis in die Hafenstadt Haifa im Nordwesten Israels in die Reichweite der Raketen hätte kommen können.

Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Terroristengruppe eine weitere IDF-Bodenoperation in Gaza verhindern wollte.

Die Frage ist nun, was das israelische Sicherheitskabinett, das bereits seit Dienstag um 9.00 Uhr die Situation bespricht, entscheiden wird.

Bisher war sich das Kabinett uneinig über eine angemessene Reaktion auf den anhaltenden Terror aus dem Gazastreifen.

Viele israelische Beobachter und Kommentatoren sowie Bewohner des Grenzgebiets zum Gazastreifen sind davon überzeugt, dass Israel seine Politik der Zurückhaltung gegenüber der Hamas ändern müsse und jetzt eine neue Bodenoperation beginnen sollte, um die Hamas und den Islamischen Jihad im Gazastreifen in die Knie zu zwingen.

Schliesslich wurde jeder Versuch, die Ruhe im Süden Israels wiederherzustellen und die katastrophale humanitäre Lage in Gaza zu verbessern, von der Hamas und dem Islamischen Jihad nach Ansicht dieser Beobachter als ein Zeichen der Schwäche Israels interpretiert.

Israel sollte es Experten zufolge der Hamas und den anderen palästinensischen Terrorgruppen nicht erlauben, über die Sicherheitslage im jüdischen Staat zu entscheiden.

(Yochanan Visser / FOTO: Israelische Soldaten versammeln sich an einem Treffpunkt in der Nähe von Gaza und beten. Hadas Parush / Flash90)



Kategorien:Sicherheit

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