Wer hat die letzte Eskalation im Süden Israels bestellt?


Israel und die Hamas standen am Montag wieder kurz vor dem totalen Krieg, nachdem eine der palästinensischen Terrorgruppen in Gaza eine Langstreckenrakete abgefeuert hatte, bei der im Moshav Mishmeret im Zentrum Israels ein Haus zerstört und sieben Israelis verletzt wurden.

Der Angriff sei ein „Fehler“ gewesen, behauptete die Hamas, nachdem Israel deutlich gemacht hatte, dass der Angriff eine harte Reaktion zur Folge haben würde.

Ein Sprecher der Hamas sagte, der Angriff auf Mishmeret sei ein „Fehler“, der durch „schlechtes Wetter“ ausgelöst wurde, während er Israel drohte, keine „Dummheiten“ zu begehen.

Die Drohung kam, nachdem Hamas-Führer Ishmail Haniyeh seine „palästinensischen“ Landsleute aufgerufen hatte, „einen umfassenden Angriff auf alle Fronten“ zu starten.

Haniyeh verwies auch auf die Hamas-Häftlinge in israelischen Gefängnissen, die zuvor an einem gewalttätigen Angriff gegen zwei israelischen Sicherheitsbeamten beteiligt waren, bei denen zwei der Sicherheitskräfte durch Messerstiche verletzt wurden. Der Angriff war eine Reaktion der Häftlinge auf eine neue Maßnahme gegen die Verwendung von eingeschmuggelten Smartphones.

„Wir müssen diesen umfassenden Angriff auf einheitliche nationale Weise und in Abstimmung mit den arabischen Brüdern durchführen“, sagte der Hamas-Führer.

Während er sprach, begann die israelische Luftwaffe, Ziele der Hamas in Gaza zu bombardieren, was einen weiteren Raketenangriff auf den Süden Israels auslöste.

Die israelische Luftwaffe bombardierte Dutzende Hamas-Terror-Tunnel und andere militärische Einrichtungen im Gazastreifen, während die arabischen Terrorgruppen mit mindestens 60 Raketen reagierten, wodurch unter anderem ein Haus in der Grenzstadt Sderot erheblich beschädigt wurde.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu beschloss, seinen Besuch in Washington nach dem Raketenangriff zu unterbrechen und auf seine jährliche Rede vor der AIPAC-Konferenz zu verzichten.

Netanjahu beendete sein Treffen mit US-Präsident Donald Trump, in dem der amerikanische Präsident die amerikanische Anerkennung der israelischen Souveränität über den Golanhöhen bekannt gab, und flog nach Hause, um Sicherheitsgespräche mit den Befehlshabern der israelischen Armee und den israelischen Sicherheitsorganisationen abzuhalten.

Netanjahus vorzeitiges Verlassen der USA stand offenbar im Zusammenhang mit der Kritik, die er von allen Seiten des politischen Spektrums in Israel in Bezug auf seinen Umgang mit der anhaltenden Gewalt aus Gaza erhielt.

Zwei Wochen vor den Wahlen am 9. April könnte ein neues militärisches Abenteuer im Gazastreifen mit ungewissem Ausgang Netanjahu seine Amtszeit kosten, nachdem der Likud letzten Umfrageergebnissen zufolge Mandate verlieren und nur noch zweitgrößte Partei in Israel sein würde.

Obwohl Netanyahu erklärte, er werde „alles tun, was wir tun müssen, um unser Volk und unseren Staat zu verteidigen“, erwarten nur wenige Beobachter, dass er eine militärische Operation mit dem Ziel des Sturzes des Hamas-Regimes in Gaza beginnen wird.

Tatsächlich war zur Zeit seiner Landung in Israel ein neuer inoffizieller Waffenstillstand in Kraft getreten, der im Grenzgebiet zum Gazastreifen zu einer angespannten Ruhe führte.

Ein weiterer Grund, warum Netanjahu sich gegen eine groß angelegte Militäroperation in Gaza entscheiden könnte, um die jahrelange Gewalt an der israelischen Grenze zu beenden, ist die Tatsache, dass ihm die derzeitige Spaltung zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas nicht stört und er aus einem weiter reichenden Blickwinkel auf die Lage in der Region schaut.

Am 11. März erklärte Netanjahu seine umfassendere Strategie gegenüber Gaza. Sie habe die Trennung von Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde zum Ziel, um dadurch die Errichtung eines palästinensischen Staates zu verhindern.

Der Ministerpräsident machte zuvor klar, dass die verschiedenen Sicherheitsherausforderungen, vor denen Israel steht, Teil eines großen Plans des Irans seinen, um den jüdischen Staat so weit zu destabilisieren, dass er zusammenbrechen könnte.

Aus diesem Grund verzichtete Netanjahu auch darauf, einen weiteren Krieg in Gaza zu beginnen, nachdem die dortigen Terrorgruppen Anfang November vergangenen Jahres 460 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert hatten.

Dem israelischen Premierminister wurde später als recht gegen, als er dem Iran vorwarf, im November die Eskalation angeordnet zu haben.

Der erste Angriff mit einer Kornet-Panzerabwehrrakete auf einen Bus, der kurz zuvor eine Gruppe von 50 israelischen Soldaten an die Grenze des Gazastreifens verlegt hatte, wurde mit Hilfe der Hisbollah und des Iran durchgeführt, wie das „Meir Amit Intelligence and Terrorism“ Informationszentrum damals berichtete.

Der Iran hatte die Kornet-Rakete über die Hisbollah geliefert, während der islamische Jihad im Gazastreifen eine neue iranische Rakete mit einem großen Gefechtskopf verwendet hat, um ein komplettes Gebäude in Ashkelon im Süden Israels zu zerstören.

Am Montag war es wieder das gleiche Spiel.

Der Raketenangriff auf den Moshav Mishmeret war kein Unfall, wie die Hamas anfangs behauptete, sondern ein sorgfältig vorbereiteter Angriff, den der Iran angeordnet hatte, berichtete ein hochrangiger Hamas-Beamter der israelischen Zeitung Israel Hayom.

Der Beamte behauptete, der Iran sei über die Köpfe der Hamas-Führung hinweg gegangen und hatte direkt eine islamische Jihad-Zelle in Gaza angewiesen, den Angriff durchzuführen, um das Ergebnis der israelischen Wahlen zu beeinflussen.

Führende ägyptische und palästinensische Beamte bestätigten später die Behauptung des Hamas-Beamten und sagten, sie hätten Beweise dafür, dass der Iran hinter der jüngsten Eskalation in Gaza stünde.

Dieselben Beamten bestätigten, dass die Hamas-Führung von den Vorbereitungen für den Raketenstart nichts wussten, sondern dass es der militärische Flügel der Terrororganisation Izz-a-Din al-Qassam gewesen war, der den Angriff abgesegnet hatte.

Die Hamas glaubte, dass der Angriff zwei Wochen vor den Wahlen nicht zu einer umfassenden militärischen Reaktion Israels führen würde, und war von den massiven Angriffen der israelischen Luftwaffe überrascht, die die militärische Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen weiter dezimierten.

Die islamistische Terrorgruppe bettelte angeblich um die Wiederherstellung der sogenannten „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet“, aber Israel lehnte dies ab.

(Yochanan Visser, Foto: Israelische Truppen und Panzer wurden als Reaktion auf den Raketenangriff an die Grenze zum Gazastreifen verlegt, Yonatan Sindel/Flash90)

 



Kategorien:Sicherheit

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