Bergbaumagnat Steinmetz muss wegen Bestechung vor Gericht


Der französisch-israelische Diamantmagnat Beny Steinmetz.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat den israelischen Milliardär Beny Steinmetz angeklagt. Sie wirft ihm und zwei weiteren Angeklagten die Bestechung ausländischer Amtsträger sowie Wertpapier-Fälschung vor. Es geht um einen Korruptionsfall in Guinea.

Der israelische Bergbauunternehmer Beny Steinmetz muss sich vor dem Genfer Strafgericht verantworten: Ihm werden Bestechung ausländischer Amtsträger und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Ihm wird vorgeworfen, bei der Erteilung von Bergbaulizenzen im westafrikanischen Guinea zwischen 2005 und 2010 Schmiergelder gezahlt zu haben. Steinmetz werde in diesem Fall neben zwei weiteren Angeklagten vor den Richter treten müssen, teilte die Genfer Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Staatsanwalt Claudio Mascotto habe das Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Die Untersuchung habe «eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen ausländischen Behörden» erfordert, hiess es.

Alle Schlüsselpersonen der Beny Steinmetz-Bergbaugruppe (BSG), gegen die wegen Korruption beim Erwerb von Schürfrechten in Guinea ermittelt wird, wohnen am Genfersee oder im benachbarten Frankreich. Firmengründer Steinmetz ist am 18.10.2013 erstmals in dieser Sache von der Staatsanwaltschaft Genf vernommen worden.

Den drei Angeklagten wird vorgeworfen, 2005 einer der Ehefrauen des damaligen Präsidenten Guineas, Lansana Conté, Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um einen Konkurrenten auszuschalten. Damit habe das Unternehmen Beny Steinmetz Group Resources (BSGR) Bergbaurechte in der Region Simandou im Südosten des Landes erhalten.

Conté verstarb 2008 im Amt. Wenige Stunden nach der Verkündung des Todes übernahm das Militär die Macht.
Die Beny-Steinmetz-Gruppe war damals zu einem grossen Teil von Genf aus operativ tätig und hatte ein äusserst undurchsichtiges Firmengeflecht. Diese für aus der Schweiz operierende Rohstoffkonzerne exemplarische Komplexität dient zwei Zielen: sich der juristischen Verantwortung wie auch dem Zugriff des Fiskus zu entziehen. Das BSG-Organigramm mit solch verschachtelter Konstruktionen verdeutlicht die grossen Schwierigkeiten für die Steuer- und Ermittlungsbehörden bei der Untersuchung.
Der israelische Milliardär hatte auch seinen Sitz am Ende des Sees. Laut der Anklage von Staatsanwalt Mascotto betrug der Betrag der gezahlten Schmiergelder etwa zehn Millionen Dollar.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten zudem vor, Verträge und Rechnungen fingiert zu haben, um die Schmiergeldzahlungen zu verschleiern. Ein Teil des Geldes ging laut der Anklage auf Konten in der Schweiz. Steinmetz gehört mit einem Vermögen von geschätzten 1,24 Milliarden (Quelle Forbes) zu den reichsten Iraelis.

Das Genfer Strafgericht wird angerufen, wenn die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zwei bis zehn Jahren beantragt.

(JNS und Agenturen/ Bild: Reuters)



Kategorien:Wirtschaft

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