Bei Drohnen-Beschaffung lief nicht alles korrekt ab


Laut einem Bericht der Finanzkontrolle Beschaffung von israelischen Drohnen nicht alles korrekt ab.

  • Das Parlament sei grundsätzlich korrekt über die Anschaffung der sechs israelischen Aufklärungsdrohnen informiert worden, meint die Eidgenössische Finanzkontrolle.
  • Allerdings bemängeln die Finanzaufseher in ihrem Bericht mangelnde Transparenz über die Nachteile der Beschaffung.
  • Kritisch wird auch die Auftragsvergabe für Reparaturen an die israelische Herstellerfirma gesehen.

«Hermes 900» heisst die Drohne des israelischen Herstellers Elbit, die die Schweizer Armee beschafft. Die Drohne wird zur Überwachung, zur Suche und Verfolgung von Zielen und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt.

Die Drohne Hermes 900

  • Die sechs Drohnen des Systems Hermes 900 HFE sollten im Verlauf des Jahres 2019 geliefert werden.
  • Technische Angaben zur Drohne gemäss der Schweizer Luftwaffe: Länge 8,3 m, Flügelspannweite 15 m, Startmasse 1’180 kg, Höchstgeschwindigkeit 220 km/h, Flughöhe 9’100 m, Einsatzdauer bis zu 36 Stunden.
  • Die Flugkörper sollen das aktuelle Aufklärungsdrohnensystem aus dem Jahr 1995 ablösen. Eine Bewaffnung ist nicht vorgesehen.

Für die sechs neuen Drohnen – inklusive Bodenmaterial, Simulator und Logistik – bezahlt die Schweiz 250 Millionen Franken. Der Kaufpreis ist auch deshalb so hoch, weil eine Software zum Betrieb der Drohne ganz neu entwickelt werden musste.

Keine Infos über mögliche Alternativen

Zuständig für die Beschaffung ist das Bundesamt für Rüstung Armasuisse. Grundsätzlich sei das Parlament von der Armasuisse korrekt über die Beschaffung informiert worden, hält die Eidgenössische Finanzkontrolle in ihrem Bericht fest.

Gleichzeitig bemängelt die Finanzkontrolle jedoch, dass Armasuisse zu wenig transparent über die Nachteile der Beschaffung informiert habe. Und auch über mögliche Alternativen.

Heikler Reparaturauftrag

Weiter kritisiert die Finanzkontrolle, dass die israelische Herstellerfirma auch den Auftrag erhalten hat, die Drohnen künftig zu reparieren – weil die Schweiz nicht über das nötige Know-how verfügt. Es ist dies das erste Mal, dass der Auftrag für zukünftige Reparaturen eines militärisches Fluggeräts ins Ausland vergeben wird.

Die Finanzkontrolle betrachtet diese Vergabe nach Israel als heikel. Sie befürchtet mögliche Versorgungsengpässe in einer Krisensituation, zum Beispiel fehlende Ersatzteile.

Teure Infrastruktur notwendig

Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse ist mit den Empfehlungen der Finanzkontrolle einverstanden – und will sie in Zukunft möglichst umsetzen.

Das Amt gibt aber zu bedenken: Wenn die Schweiz die Drohnen künftig selber instandhalten und reparieren möchte, müsste sie dafür allerdings eine Infrastruktur aufbauen. Das wäre laut Armasuisse sehr teuer.

(Rafael von Matt, SRF)

 



Kategorien:Wirtschaft

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