Eine Haifa-Ikone ist gefallen


Eines der Symbole der Stadt Haifa ist am Freitag zusammengebrochen.

Jeder von Ihnen, der schon einmal in Haifa war, wird sich an die Schornsteine erinnern, die über dem Industriegebiet der Stadt emporragen. Wenn Sie nach Einbruch der Dunkelheit auf den Karmel steigen, ist es schwer, die schöne Aussicht zu ignorieren, die sich vor Ihren Augen ausbreitet, ein Meer von Lichtern und in ihrer Mitte zwei grosse Schornsteine (von den Einheimischen Leveniya genannt); einer ist grün, der andere violett beleuchtet. Diese grossen Bauwerke wurden zu einem Symbol für die Hauptstadt des Nordens

Doch am Freitagmorgen fand eines dieser grossen Symbole sein Ende.

Um 9.10 Uhr morgens ging bei der Notrufzentrale 102 eine Nachricht über Rauch aus den Raffinerien ein. Eine grosse Anzahl von Notfall- und Rettungskräften war schnell am Ort des Geschehens, gerade rechtzeitig, um den Einsturz eines der Türme mitzuerleben. Der Absturz ereignete sich während der Planung und Restaurierung der Schornsteine, die seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb sind. Niemand kam durch den Einsturz zu Schaden.

Die Schornsteine wurden früher als Wasserkühlungstürme genutzt und sind seit 2009 ausser Betrieb. Die Errichtung dieser ikonischen Gebäude geht bis auf das britische Mandat zurück. Doch so sehr sie auch ein Symbol für Energie, Arbeit und die israelische Industrie sind, sahen viele den Einsturz des Turms als Zeichen und Erinnerung an grössere Probleme der Stadt.

Das moderne Haifa wurde von den Briten als Industriestadt gegründet, d.h. als ein Ort, an dem die Einwohner neben Industrieanlagen leben, einschliesslich der Unterstützung im Transportwesen (Hafen, Eisenbahn, Strassen, Flughafen) und im Energiebereich (Kraftwerk, Raffinerien). Mit dem Erfolg der Stadt und ihrer Entwicklung wurden in und um die Stadt herum neue Stadtviertel eingerichtet, wobei die Häuser immer näher zu den Fabriken rückten.

Heute wird über die Fabriken, die ein Anker für die Beschäftigung und den Lebensunterhalt sind, viel gestritten, da Haifa stark unter Luftverschmutzungsproblemen, Wasser- und Bodenkontamination – sowohl an Land als auch unterhalb des Meeresspiegels (Schlamm) – sowie den Folgen der hohen Verkehrsüberlastung leidet.

Nach Angaben des Umweltministeriums (2014) sind die Raffinerien von Haifa (Bazan) im Stadtgebiet von Haifa die am stärksten verschmutzenden Anlagen in ganz Israel.

Umweltminister Gila Gamaliel twitterte in Bezug auf den Fall des Raffinerie-Turms:

“Ein bedeutendes Symbol für den Anfang vom Ende. Diesmal geschah der Einsturz aus Versehen, das nächste Mal wird er ins Visier genommen. Die Einwohner von Haifa kommen, um in einer gesunden Umwelt zu leben”.

Auch die grüne Organisation “Megama Yeruka” kommentierte den Vorfall:

“Der Zusammenbruch der ‘Leveniya’ heute ist der Anfang vom Ende. Der Zusammenbruch von Bazan an der Börse während der Corona-Krise und der Zusammenbruch der Struktur heute ist ein Weckruf für die israelische Regierung. Es ist an der Zeit, dass die Regierung eine rasche und entschiedene Entscheidung trifft, einen Prozess der Schliessung umweltverschmutzender Fabriken einzuleiten. Wenn wir nicht schnell handeln, werden die Bewohner der Bucht von Haifa mit verseuchtem Land, Tausenden von Arbeitslosen und verfallenden Fabriken zurückbleiben”.

Andere haben diese Versuche zurückgewiesen, den Einsturz eines Gebäudes, das vor langer Zeit seinen Betrieb eingestellt hat, mit der Diskussion über die Zukunft der Industrie in Haifa in Verbindung zu bringen, da sie der Meinung sind, dass es gerade jetzt, während der Corona-Krise, der Arbeitslosigkeit, wichtig ist, die Fabriken am Leben zu erhalten und die Existenzgrundlage der Anwohner zu stärken. (Arthur Schwartzman , ih / Foto: Meir Vaknin, Flash90)



Kategorien:Wirtschaft

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