PA nennt Emirate und Bahrain „Feinde des Islam“


Angestachelt von der eigenen Führung: Palästinenser machen den emiratischen Aussenminister Bin Sajed verächtlich. Foto: Palestine Online, Twitter

Die Palästinensische Autonomiebehörde zürnt Golfstaaten, die Beziehungen mit Israel eingehen. Keine Beleidigung scheint ihnen schlimm genug, um dem Ausdruck zu verleihen.

Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) haben Israels neue Friedenspartner, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain, beschimpft. Am Sonntag hatten Israel und Bahrain ihr Normalisierungsabkommen in Manama unterzeichnet. Unterdessen haben die Knesset und das emiratische Kabinett jeweils das Abraham-Abkommen ratifiziert. Fatah-Sprecher Dschibril Radschub nannte die arabische Seite dafür „Würmer, die nun ans Tageslicht gekommen sind“.

Über die Unterzeichnungszeremonie in Washington im September sagte Radschub: „Wer hätte gedacht, dass ein arabischer Führer mal wie ein Zwerg neben (dem israelischen Premier Benjamin) Netanjahu stehen würde, ohne Jerusalem zu erwähnen?“ Netanjahu sei ein „Faschist“ und eine „entstellte Kopie von Mussolini und allem, was in Europa in den 1930er und 1940er Jahren geschah“. Benito Mussolini war von 1925 bis 1943 Diktator eines faschistischen italienischen Regimes.

Der Berater von PA-Präsident Mahmud Abbas für religiöse Fragen und islamische Beziehungen, Mahmud al-Habasch, nannte die Friedenswilligen „Feinde der islamischen Gesellschaft“.

Fatah-Sprecher Osama Kawasmi malte sich mit Blick auf die VAE und Bahrain aus: „Ich fürchte, dass die USA und das Weisse Haus euch als nächstes bitten werden, die Hadithen und Suren des Koran zu entfernen, die mit der Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem zu tun haben, und dass ihr dem zustimmt.“ Hadithe sind überlieferte Aussprüche des islamischen Propheten Mohammed. Zudem griff Kawasmi die alte Verschwörungstheorie auf, dass Israel die arabische Welt „zerschlagen“ wolle: „Sie erwarten die Zerstörung aller Golfstaaten.“

Die offizielle PA-Tageszeitung „Al-Hajat al-Dschadida“ nannte Bahrain und die VAE „Feinde Palästinas“ und glaubt: „Diese Beziehungen werden in Wirklichkeit nichts anderes sein als die Beziehung eines Sklaven zu seinem Herrn.“ Darüber berichtet die israelische Beobachtungsstelle „Palestinian Media Watch“.

Als vergangene Woche eine zehnköpfige emiratische Delegation die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem unter israelischem Polizeischutz besuchte, sprachen Fatah-Vertreter von einer „Entweihung“ der heiligen Stätte. Monir al-Jagub etwa sagte: „Sie haben es allein sich selbst zuzuschreiben, wenn unsere Leute sie begrüssen, indem sie Schuhe in ihre Gesichter werfen.“

 



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