Gesundheitsminister warnt vor Ende des Lockdowns


Israels Gesundheitsminister hat eindringlich vor einem Ende der Corona-Lockdown-Massnahmen in dem Land gewarnt. Die Impfdaten seien ausgezeichnet, schrieb Juli Edelstein am Freitag bei Twitter. Ab Monatsende könnte es aber gefährlich werden. Wegen politischer Spiele drohten Restriktionen aufgehoben zu werden, und Israel würde ein unkontrollierbarer Corona-Brutkasten werden. Edelstein mahnte die Bürger zu Verantwortungsbewusstsein.

Israel steckt in einer dritten Corona-Welle. In dem Land mit etwas mehr als neun Millionen Einwohnern gilt seit drei Wochen ein erneuter harter Lockdown mit strikten Regeln wie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Parallel dazu läuft eine massive Impfkampagne. Die täglichen Infektionszahlen sind jedoch weiterhin sehr hoch. Als wesentlicher Grund dafür gilt eine eingeschleppte Virus-Mutation.

In der Nacht zum Montag laufen die Lockdown-Massnahmen aus. Auch die Schliessungen des internationalen Flughafens Ben Gurion und der Landesgrenzen sind nur bis Ende Januar terminiert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dringt auf eine Verlängerung der Restriktionen. Sein rechtskonservativer Likud konnte sich aber bislang nicht mit dem Mitte-Bündnis Blau-Weiss von Verteidigungsminister Benny Gantz darüber einigen.

Grund ist nach Medienberichten ein Streit über eine mögliche Verschärfung der Strafen für Regelverstösse. Für Sonntag sei eine Parlamentssitzung dazu geplant. Die Koalition aus Likud und Blau-Weiss sowie kleinerer Partner war Ende vergangenen Jahres wegen eines Etatstreits geplatzt. Am 23. März steht eine Neuwahl an.

Nach offiziellen Zahlen vom Freitag erhielten in Israel bislang etwa 2,9 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung. Heisst, fast 50 Prozent der israelischen Bürger haben mindestens die erste Impfdosis gegen Corona erhalten. Das besagen Daten des Online-Portals „Our World in Data“ der Oxford-Universität. Damit ist Israel mit grossem Abstand weltweit führend in der Impfung seiner Bevölkerung gegen COVID-19. Laut einer Pressemitteilung kam das Forschungsteam des Gesundheitsdienstes Maccabi auf sehr positivere Zahlen: Die Wissenschaftler konnten ungefähr nach dem 13. Tag bis zum 21. Tag nach der ersten Impfung einen Rückgang der Infektionen von etwa 60 Prozent feststellen.

Laut dem israelischen Gesundheitsministerium wurden von 428.000 Israelis, die ihre zweite Dosis erhalten hatten, eine Woche später 63 Personen, etwa 0,014 Prozent, mit dem Virus neu infiziert. Dies übertrifft sogar die klinischen Studien von Pfizer, bei denen nach zwei Dosen eine 95-prozentige Wirksamkeit bei der Verhinderung einer Coronavirus-Infektion bei Menschen ohne Anzeichen einer früheren Infektion festgestellt werden konnte. Gegenüber der New York Times sprach Dr. Anat Ekka Zohar, Vizepräsidentin von Maccabi Health Services, von sehr ermutigenden Daten. Trotz des Wettlaufs um die Impfung leidet Israel unter einer verheerenden dritten Welle des Coronavirus.

(JNS & Agenturen)



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