Spannungen an der Nordgrenze


Mit einer Militärübung sendet die Armee ein Signal an die Hisbollah. Deren Generalsekretär warnt Israel vor einem Angriff – und präsentiert eine neue Verleumdung gegen den jüdischen Staat.

Der Generalsekretär der libanesischen Miliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat Israel vor einem Angriff gewarnt. In einer Rede sagte er am Dienstag: „Wir sind nicht an einer Konfrontation interessiert, aber wenn uns Krieg aufgedrängt wird, werden wir kämpfen. Die israelische Heimatfront wird Dinge sehen, die sie seit 1948 nicht gesehen hat.“ Mit 1948 ist das Gründungsjahr des Staates Israel gemeint, in dem auch der Unabhängigkeitskrieg begann.

In seiner Rede beschuldigte er Israel ausserdem, Juden in der Diaspora getötet zu haben, „weil diese sich weigerten, nach Israel zu ziehen“. Nach Einschätzung der Verteilzeitung „Israel Hajom“ ist dies eine neue Art der Verleumdung Israels in der Tradition der Ritualmordlegenden.

Anlass der Rede war ein Gedenken an die Tötung des damaligen Generalstabschefs der Hisbollah, Imad Mughnije, vom 12. Februar 2008 in Syrien. Medienberichten zufolge steckten die Auslandsgeheimdienste der USA und Israels dahinter.

Nasrallah äusserte sich aber auch mit Blick auf eine dreitägige Übung, die die Luftwaffe am Dienstag abgeschlossen hat. Deren Ziel war es, 3.000 Ziele an einem Tag anzugreifen. Nach Angaben der Armee wurde diese Marke erreicht.

Die Übung mit dem Namen „Galiläische Rose“ wurde auf den Weg gebracht, weil die Hisbollah Anfang Februar eine israelische Militärdrohne über dem Südlibanon mit einer Boden-Luft-Rakete beschossen hat. Die Rakete traf die Drohne zwar nicht, versetzte die Armee aber in erhöhte Alarmbereitschaft. Erst zwei Tage zuvor, am 1. Februar, hatte die Hisbollah eine kleinere Drohne abgeschossen und in ihren Besitz gebracht. Nach Angaben der Armee enthielt diese Drohne keine sicherheitsrelevanten Informationen.

Die Armee geht davon aus, dass die Hisbollah zwar keinen Krieg will, dafür aber zu begrenzten Schlägen bereit ist. Zu diesem Schluss kommt sie in der jährlichen Bewertung der Sicherheitslage, die Anfang Februar veröffentlicht wurde. Dahinter stecke die neue Auffassung bei der Miliz, dass ein Angriff auf Israel keinen ausgewachsenen Krieg nach sich ziehe. Diese neue Denkweise verändert nach Einschätzung der Militärs die Dynamik in dem Konflikt. (inn; Foto: Khamanei.ir, Wikipedia | CC BY-SA 4.0)

 



Kategorien:Sicherheit

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