Autoren-Archive
-
USA angeblich zu Notfallplan gegen Iran bereit
Die USA haben nach israelischen Angaben ihre Notfallplanungen gegen eine atomare Aufrüstung des Irans wieder aufgenommen. Vize-Regierungschef Moshe Jaalon sagte am Dienstag im israelischen Armeerundfunk, man habe darauf gesetzt, dass US-Präsident Obama nach seiner Wiederwahl die Bemühungen wieder aufnehme, Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Dies sei geschehen, zeigte sich Jaalon zufrieden.
Zu diesen Massnahmen gehörten auch Vorbereitungen “für den Fall, dass militärische Gewalt eingesetzt werden muss”, sagte Jaalon, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Israels Regierungschef Netanyahu hatte in einem dramatischen Auftritt vor den Vereinten Nationen im Herbst gefordert, die Staatengemeinschaft müsse eine “rote Linie” gegenüber dem Iran ziehen, um die islamistische Führung daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen. -
Qumran-Rollen digitalisiert online
Die Antikenbehörde und Google Israel haben heute die Schriftrollen vom Toten Meer digital online gestellt. Die digitale Bibliothek soll letztendlich die vollständigen Schriften enthalten, bisher sind es „lediglich“ 4.000 Scans von Infrarot-Fotografien, die kurze Zeit nach dem Finden der Schriftrollen bei Qumran in den 1950er Jahren gemacht wurden, die interessierte Nutzer betrachten können.
Hinzu kommen etwa 1.000 Bilder, die erst für das Digitalisierungsprojekt in einem eigens gebauten Fotolabor angefertigt wurden, das sich einer von der NASA entwickelten Technik bedient.
Hierbei wird jedes Schriftstück 28 Mal auf 12 verschiedenen Farbspektren abfotografiert und die Bilder anschliessend von einem Computer zu einem Bild mit äusserst hoher Auflösung wieder zusammengesetzt. Jede der Fotodateien hat eine Grösse von etwa 4-5 Gigabyte. Zusätzlich sind die Schriftrollen auch mit Infrarot-Licht fotografiert worden, was ermöglicht, auch unter Flecken verborgene Buchstaben zu erkennen, die das menschliche Auge im Original gar nicht erfassen könnte.
Ein Team von Forschern der Universität Tel Aviv arbeitet ausserdem an einem Computer-Programm, das es ermöglichen soll, alternative Zusammenstellungen der einzelnen Rollenteile zu finden. Denn niemand weiss, ob die Forscher vor 60 Jahren die 30.000 Einzelteile, aus denen die Rollen bestanden, wirklich richtig zusammengesetzt haben… -
Die Brücke
Vor 200 Jahren lebte in der ukrainischen Stadt Breslev ein überaus gerechter Mann: Rabbi Nachman. Bereits damals bezauberte er die Menschen in seinem Umkreis mit bis dahin nie ausgesprochenen Aussagen, die Lebensmut und Motivation in die Seelen verankerten und bis heute – auch auf uns – positiv einwirken. So sagte er beispielsweise:
– „Es gibt überhaupt keine Verzweiflung auf der Welt!“
– „Wenn du daran glaubst, dass man etwas zerstören kann – dann musst du erst recht daran glauben, dass man das Zerstörte wieder reparieren kann!“
– „Jeder Aufstieg bedarf eines Abstiegs!“
– und vieles mehr …
An diesen Aussagen lässt sich klar erkennen, wie wichtig es für Rabbi Nachman war, uns allen mit auf dem Weg zu geben, dass sich das Leben auf dieser Erde zu einem atemberaubend schönen Garten voller blühender und herrlich duftender Blumen, in dem es auch einzigartig süsse Früchte gibt, verwandeln lässt. Wem es also gelingt, den Kern der Bedeutung aller Aussagen von Rabbi Nachman in sein Leben zu übertragen, der wird dadurch in seinem Leben problemlos wachsen und gedeihen können, so wie z.B. ein Weizenkorn, das sich auf hervorragende Weise entfaltet, wenn man es in einen fruchtbaren Boden pflanzt. Bei solch einer Vorgehensweise können ihm weder Orkane, Donner noch Blitze etwas anhaben – er wächst und gedeiht…. -
Das moralische Paradox der „Wolkensäule“
Die Operation Wolkensäule hinterliess die Israelis zutiefst deprimiert. Es war die dritte Militäraktion in den letzten sechs Jahren und sie endete bestenfalls ergebnislos, was durch die verrückten Siegesfeiern in Gaza noch unterstrichen wurde. Benjamin Netanjahu und Ehud Barak versuchen angestrengt, das Volk zu überzeugen, dass die Operation ein Erfolg war.
Die Regierung hatte im Vorfeld der Operation drei Ziele bekanntgegeben: Israels abschreckende Wirkung wiederherzustellen, die Langstreckenraketen der Hamas zu zerstören und die Initiative wieder zu übernehmen. Nach Aussage des Verteidigungsministers Barak sind alle drei Vorhaben durchgesetzt worden. Einzig die Wiederherstellung von Israels Respektsposition in der Region konnte zum Ende der Gaza-Offensive noch nicht festgestellt werden.
Im Vergleich zu vorherigen Operationen, dem zweiten Libanonkrieg und der Operation „Gegossenes Blei“, wird deutlich, wie der Anspruch nach jeder Militäroperation weiter gesenkt wird. Ein deutliches Zeichen dafür ist die Anzahl der palästinensischen Opfer. Während der Operation „Gegossenes Blei“ wurden 1166 Palästinenser getötet, 295 von ihnen waren „nicht involviert“. Bei der Operation „Wolkensäule“ kamen 156 Palästinenser um, von denen die meisten Raketen abschossen, es planten oder anderweitig „involviert“ waren. Israelische Politiker hoffen vergeblich, dass solche chirurgischen Militäraktionen die Unterstützung der Weltgemeinschaft für Israels Recht, in Sicherheit zu leben, gewährleisten.
Die neue moralische Haltung, die sich Israel selbst aufbürdet, passt zur europäischen Kriegsethik, die in den Genfer Konventionen ihren Ausdruck fand. Kurz zusammengefasst sagt sie, dass es Konfliktparteien verboten ist, Zivilisten anzugreifen und sie ihr Möglichstes tun müssen, um zivile Opfer zu vermeiden. Sie werden auch angehalten, Verteidigungsmassnahmen zu vermeiden, die Zivilisten in Gefahr bringen können. Unnötige Angriffe auf ihre Lebensgrundlage wie Bauernhöfe, Häuser, Transport und Gesundheitseinrichtungen sind auch verboten. Länder und Individuen, die gegen diesen Code verstossen, können wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden… -
Soldat bei Manöver verletzt – Gantz hilft persönlich
Bei einem Manöver im Jordan-Tal ist am Sonntag ein Fallschirmspringer verletzt worden, als ein Munitionssplitter ihn am Oberschenkel traf.
Doch der Soldat hatte Glück im Unglück: Generalstabschef Benny Gantz hatte kurz zuvor dem Manöver einen Besuch abgestattet. Als er von dem Unfall hörte, befahl er dem Piloten seines Hubschraubers umzukehren, um sich persönlich des Verletzten anzunehmen… -
Israel wegen russischen Satelliten besorgt
Russische Marketing-Experten haben laut der israelischen Zeitung „Maariv“ einen originellen Weg zur Interessesteigerung potentieller Käufer am Satelliten „Kanopus-V“, der für Kartografie, Überwachung anomaler physischen Phänomene und Notsituationen entwickelt wurde, gefunden. Sie präsentierten die Satellitenmöglichkeiten am Beispiel der Aufnahmen hoher Auflösung vom israelischen Luftwaffenstützpunkt in der Wüste Negev sowie vom Flughafen „Ben Gurion“.
Der Satellit „Kanopus-V“ wurde offiziell als ein Satellit für zivile Zwecke präsentiert. Israel will jedoch nicht allem glauben, was gesagt wird. Einer der Politiker äusserte die Meinung, dass Russland diesen „zivilen“ Satelliten dem Iran oder Hezbollah zum Verkauf anbieten könnte. Dieser Politiker rief auf, darüber nachzudenken, warum eben ins Visier der „Kanopus-V“-Kamera eben der Luftwaffenstützpunkt und der Hauptflughafen Israels kamen. -
Trend zur Enthaltsamkeit
Jugendliche im Alter von 15 Jahren sind in Israel im Vergleich zu Gleichaltrigen aus Europa sexuell weit weniger aktiv. Israel belegt in einer Vergleichstudie zu diesem Thema, die in 35 Ländern durchgeführt worden ist, einen der letzten Plätze: Platz 32. Die internationale Umfrage wurde von der Weltgesundheitsorganisation initiiert.
Aus der Umfrage, die in Israel von Dr. Yossi Harel Fisch und Dr. Iron Buniel von der Bar Ilan Universität durchgeführt wurde, geht hervor, dass die israelische Jugend sogar im Vergleich zu 1998 um einiges konservativer geworden ist. Von den 874 israelischen und jüdischen Jugendlichen haben 18,5% gemäss der Umfrage zugegeben, dass sie bereits Geschlechtsverkehr hatten. Vor 14 Jahren waren es noch 27% der Jugendlichen in Israel.
Der Studie zufolge führt Grönland auf Platz 1, dort haben 59,8% der Jugendlichen bis 15 bereits sexuelle Beziehungen. Danach führt Dänemark (37,7%), Schweden und Österreich mit jeweils (31,6%), England (31%). Hinter Israel stehen die Ukraine (18%), Polen (15,7%) und die Slowakei (12,7%). „Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass Eltern und Lehrer in Israel immer häufiger auf eine konservative Linie weisen“, erklärte Hilla Segal, die Direktorin für Sexualität und Verhütung von Schäden in der psychologischen Dienstabteilung des israelischen Erziehungsministeriums, gegenüber Ynet. „Sex im frühen Alter hinterlässt emotionellen und physischen Schaden. Immer wieder wird uns deutlich, dass Jugendliche in diesem Alter unter Druck sexuelle Beziehungen eingehen und ihnen dies später leid tut.“… -
Israelische Fluggesellschaft fliegt Verlust ein
Die Fluggesellschaft EL AL hat für dieses Quartal einen Verlust im mehrstelligen Millionenbereich prognostiziert. Schuld an den roten Zahlen sei ein Einbruch im Tourismus während der „Operation Wolkensäule“ im Gazastreifen.
Der geschätzte Verlust belaufe sich auf 15 bis 17 Millionen US-Dollar, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. EL AL schreibt in einer Erklärung an die Börse von Tel Aviv , dass sie spezifische Schritte unternommen habe, um den Verlust ihres Gewinns auf 7 bis 9 Millionen US-Dollar zu minimieren.
Der Grund für die hohen Verluste waren die kämpferischen Handlungen während der Operation „Wolkensäule“. Israel versuchte damit, dem palästinensischen Raketenbeschuss auf seine Städte ein Ende zu setzen. Während der acht Tage langen Kämpfe feuerten Palästinenser Raketen auf Südsrael, unter anderem auch auf die Städte Jerusalem und Tel Aviv . Demzufolge sagten viele Touristen ihren Urlaub in Israel ab und stornierten somit auch ihre Flüge in den jüdischen Staat. Auch Israelis änderten ihre Reisepläne. -
Wieder Krach um Häuser
Was in den Augen der Welt als politische Provokation seitens Israels verurteilt wird, ist aus israelischer Sicht das natürliche und jüdische Recht, in Israel Häuser zu bauen. Am gestrigen Montag genehmigte die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu weitere 1.500 neue Wohneinheiten im nördlichen und orthodoxen Stadtteil von Jerusalem, genannt Ramat Schlomo. Dies soll nun zuzüglich neben den Vorbereitungen des umstrittenen Baugebiets E-1 zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim auf dem Weg zum Toten Meer durchgesetzt werden.
Eigentlich wurden die Baupläne für Ramat Schlomo bereits im März 2010 von der israelischen Regierung genehmigt, während der Visite des US-Vizepräsidenten Joe Biden in Israel. Damals brach allerdings deswegen eine Krise zwischen Jerusalem und Washington aus und so wurde dieser Plan erst einmal verschoben.
Die EU und Washington kritisieren Israels Baupläne in den so genannten besetzten Gebieten als unpassend und unrechtlich. Die Palästinenser drohen, vor der UNO-Vollversammlung und dem UNO Sicherheitsrat Schritte einzuleiten und Israels Regierungschef Netanjahu besteht auf Grund biblischen Rechts in diesen Gebieten, neue Wohnungen für Juden zu bauen. Dass dies von der westlichen Welt nicht verstanden wird, ist aus politischer Sicht fast selbstverständlich. Die einen mögen sagen, dass Netanjahu aus politischen Wahlgründen so handelt, um rechte Wählerstimmen für die bevorstehenden Wahlen im Januar 2013 zu gewinnen. Das mag sein, aber dennoch kann deswegen das Recht, in Israels Hauptstadt Jerusalem zu bauen, nicht genommen werden… -
Differenzen zwischen Israel und Deutschland nehmen zu
Offiziell ist kein Porzellan zerbrochen. An der Seite Benjamin Netanjahus zitierte die Bundeskanzlerin erneut ihre Interpretation deutscher Staatsräson. Der Gast aus Israel dankte ihr und betonte, nicht den geringsten Zweifel am deutschen Bekenntnis zur Sicherheit des jüdischen Staats zu hegen.
Darüber hinaus gibt es politische Differenzen, die nicht mal eben so für Pressekonferenzen durch diplomatische Wortwahl weichgespült werden können. Die unterschiedliche Bewertung der israelischen Siedlungspolitik gehört dazu. „We agree to disagree.“ Eine hilflose, gleichwohl ehrliche Floskel, die den Zustand beschreibt und doch nicht weiterhilft.
Wir wissen nicht, wie deutlich Angela Merkel im Zwiegespräch mit Netanjahu geworden ist. Doch man darf getrost annehmen, dass Tacheles geredet wurde. Denn es zeigt sich: Die in ihrer Wortwahl bisher beispiellose Solidarisierung dieser Bundesregierung mit Israel schafft politische Spielräume. Sicher, mit der deutschen Enthaltung in New York wurden israelische Wünsche enttäuscht. Doch die unmittelbare Reaktion Netanjahus, eine Genehmigung von Siedlungsprojekten an neuralgischen Punkten, gibt denjenigen Recht, die Israel in der UN-Vollversammlung die gelbe Karte gezeigt haben. Ja, die Bundeskanzlerin erklärte heute in Gegenwart Netanjahus sogar, warum man die Palästinenser mit einem Ja nicht noch stärker unterstützt hat.
Die letzten Tage haben gezeigt: Es wird einsam um Israel, auch in Europa. Ohne Glaubwürdigkeit zu verlieren, kann die Bundesregierung in ihren Warnungen hinter verschlossener Tür weiter gehen als andere, denn sie ist einer Parteinahme zulasten israelischer Sicherheit völlig unverdächtig. Ob Angela Merkel in der Sache weiterkommt, ist mehr als fraglich. Selbst die Amerikaner haben es nicht geschafft, Benjamin Netanjahu vom Holzweg des Siedlungsbaus hin zu immer stärkerer Selbstisolierung abzubringen. Wie die amtierende israelische Regierung durch diese Politik langfristig einen demokratischen und gleichzeitig jüdischen Staat schaffen will, bleibt ein Rätsel. Die Aussichten auf eine Verhandlungslösung sind momentan schlichtweg deprimierend. Das liegt nicht nur an Israel, doch darum geht es heute nicht…