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Nachfahren zwangsbekehrter Juden in Italien kommen wieder zum Judentum zurück
Mit dem Begriff „Anusim“ (auf Hebräisch wörtlich: die Gezwungenen) werden Juden bezeichnet, die zur Aufgabe ihres Glaubens und der Annahme einer anderen Religion gezwungen wurden. Damit unterscheiden sie sich wesentlich von den „Meschumadim“ (Abtrünnigen), die ihren Glauben freiwillig gewechselt haben. Oft wurden in Familien von Anusim jüdische Traditionen heimlich noch über Generationen gepflegt. In einem Teil der Fälle wurde das Wissen um den jüdischen Ursprung bis in die heutige Zeit gepflegt. Die größte und bekannteste Gruppe der Zwangbekehrten waren spanische und portugiesische Juden, die im 14. und 15. Jahrhundert zur Annahme des Katholizismus gezwungen wurden. Allerdings gab es Anusim bereits in früheren Jahrhunderten und in anderen Ländern. So etwa sind Zwangsbekehrungen im Frankenreich im 6. Jahrhundert bekannt.
Ende des 13. Jahrhunderts wurden die Juden von Süditalien vor die Wahl zwischen Tod und Taufe gestellt; in der Folge kam es zu einer Welle von Zwangsbekehrungen. Allerdings blieben die „Neofiti“, wie sie genannt wurden, lange Zeit eine faktisch separate soziale und religiöse, von der christlichen Umwelt mit Misstrauen beäugte Gruppe. Zur Zeit der Inquisition, so Schätzungen, hatten allein auf Sizilien mindestens 50.000 Juden gelebt. Wie viele Nachfahren der zwangsbekehrten italienischen Juden des späten Mittelalters heute ihre Wurzeln kennen oder zumindest vermuten, ist unbekannt. Indessen nimmt das Interesse an diesem Thema zu. Vor einigen Wochen fand im sizilianischen Syrakus ein Seminar für „Ebrei di Ritorno“ (Juden der Rückkehr) statt, an dem mehr als ein Dutzend Nachfahren von Zwangsbekehrten teilnahmen. Damit ist das Reservoir aber nur zu einem geringen Teil angezapft…. -
Neue Schweizer Drohnen kommen aus Israel
Die nächsten Drohnen für die Schweizer Armee sollen aus Israel geliefert werden. Armasuisse testet derzeit Typen der Unternehmen Israel Aerospace Industries LTD und Elbit Systems. Die fliegerische Evaluation ist für die zweite Hälfte des laufenden Jahres vorgesehen, die Typenwahl für 2014, wie das schweizerische Rüstungsbeschaffungszentrum Armasuisse mitteilte.
Die neue Drohne soll die bisherige Aufklärungsdrohne ADS 95 der Schweizer Luftwaffe ersetzen, die seit zwölf Jahren im Einsatz steht. Bei den in der Endauswahl stehenden Drohnen handelt sich um die Systeme Hermes 900 von Elbit und Heron 1 von Israel Aerospace Industries.
Sie bestehen aus unbemannten, unbewaffneten Flugzeugen mit leistungsfähigen Sensoren sowie den Stationen für die Steuerung der Systeme durch Operateure am Boden.
Die Schweiz wird voraussichtlich sechs Drohnen kaufen – für 300 bis 400 Millionen Franken, wie Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert sagte. Im Preis inbegriffen seien ausser den Drohnen Ausbildung, Wartung und Training. -
Knesset vor der Auflösung
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will vorgezogene Neuwahlen ankündigen. Der Ministerpräsident werde die Ankündigung gegen 20.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 Uhr MESZ) in einer Rede während eines Kongresses seiner konservativen Likud-Partei machen, sagte der Parteisprecher Noga Katz der Nachrichtenagentur AFP. Medienangaben zufolge sollen die Wahlen für den 4. September festgesetzt werden. Das Mandat des Parlaments läuft eigentlich noch bis Oktober 2013. Netanjahu liegt derzeit in allen Umfragen vorn.
In einer Umfrage der Zeitung „Maariv“ kommt der Likud auf 31 der 120 Sitze. Bisher verfügt die Partei über 27 Mandate. Die oppositionelle Arbeitspartei kann demnach mit 18 Sitzen (statt bisher acht) rechnen, die mitregierende ultranationalistische Partei Unser Haus Israel (Israel Beitenu) mit zwölf (statt bisher 15) und die Zentrumspartei Kadima mit elf (statt bisher 28). Die neue Partei Jesch Atid des Journalisten Jair Lapid würde demnach mit elf Abgeordneten in die Knesset einziehen. -
Alles Koscher oder was?
Aktuelle Koscherlisten Schweiz / Deutschland im PDF-Format:
IRGZ – Israelitische Religionsgesellschaft Zürich: IRGZ-Koscherliste
ORD – Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland: ORD-Koscherliste
ICZ- Israelitische Cultusgemeinde Zürich: ICZ_Koscherliste
Bitte beachten Sie auch die aktuellen Ergänzungen und Änderungen in den Koscherlisten, diese können Sie direkt über in den jeweiligen Gemeinden abfragen. -
Als Herzl den Kaiser traf – neues Kunstwerk
Zu seinem 152. Geburtstag am 2. Mai wurde ein neues Herzl-Kunstwerk in Mikveh Israel errichtet. Diese Bronzeskulptur stellt die kurze Begegnung von Theodor Herzl mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. in Eretz Israel dar. Das Treffen fand 1898 statt. Herzl reiste heimlich ins Land, um die Unterstützung des Kaisers zu gewinnen, der gute Beziehungen zum ottomannischen Sultan unterhielt. Dieser sollte die Heimkehr von Juden ins damalige Palästina genehmigen. Das Originalfoto dieser wichtigen Begegnung verbrannte. Um das Treffen dennoch zu verewigen, wurde es damals – ohne Photoshop Programm von heute – per Fotomontage gestaltet. Nun zeigt das neue Kunstwerk diese Begegnung: Kaiser Wilhem auf dem Pferd sitzend und Herzl, der ihm entgegenkommt. Das Erinnerungswerk steht genau dort, wo das Treffen einst stattfand, zwischen Tel Aviv und dem heutigen Holon, am Schultor von Mikveh Israel.
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Deutsche Firma schreibt antisemitische E-Mails
Eine E-Mail der der deutschen Firma HOFF-Interieur aus Nürnberg sorgt in Israel für Bestürzung. Eti Doron, Besitzerin eines Spielwarenladens in Tel Aviv, wollte bei der Firma Hoff Spielzeug im Wert von 600 Euro bestellen, als diese jedoch keine Kreditkartenzahlung akzeptierte, trat sie vom Kauf zurück. Daraufhin erhielt Frau Doron E-Mails von Walter Adler, der sich als Gründer der Firma Hoff zu erkennen gab. In diesen E-Mails, die Frau Doron der Zeitung Jerusalem Post zur Verfügung gestellt hat, ergeht sich Herr Adler in übelsten antisemitischen Hasstiraden:
„Wir sehen nun, dass Sie sich entschlossen haben, ein echter Jude zu sein, nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Betrüger. Ihr abscheuliches Verhalten hat uns einen grossen Verlust beschert. Wir sollten uns daran erinnern, was in Europa über hunderte Jahre galt: dass einige Leute Ihrer Abstammung die Pest für die Menschheit sind. Wir hätten nicht gedacht, dass das stimmt, aber Sie haben es bestätigt.“
In den E-Mails wird weiterhin auf Günther Grass Bezug genommen, der Israel richtigerweise als Gefahr für den Weltfrieden dargestellt habe. Am Ende wird Frau Doron mit Verhaftung gedroht, wenn sie sich dem Firmengebäude von HOFF-Interieur nähern sollte. -
Deutsches U-Boot an Verteidigungsministerium übergeben
Bei einer offiziellen Zeremonie wurde am Donnerstag in Kiel das U-Boot „INS Tanin“ an das Verteidigungsministerium übergeben. Das vierte U-Boot der Dolphin-Klasse ist damit offiziell in den Besitz von Verteidigungsministerium und Marine übergegangen und wird 2013 in Israel eintreffen.
Bei der Zeremonie waren unter anderem der Staatsminister im Verteidigungsministerium Udi Shani und der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, anwesend…. -
Schweiz: Christoph Blochers (SVP-Nationalrat) Judenvergleiche
Die beste Komödie hat noch stets die Wirklichkeit selbst geliefert. Verlässlicher Pointenlieferant, wenn es um historische Missgriffe geht, ist Nationalrat Christoph Blocher. Diesmal vergleicht er in einem Interview die Situation seiner Familie und letztlich auch jene der SVP mit der Situation der Juden in den 30er Jahren im faschistischen Deutschland und setzt wissentlich, fahrlässig oder mangels Reflektion das heutige Umfeld der Schweiz jenem des totalitären NS-Regimes gleich. «Kauft nicht bei Juden» sei, so Blocher, einst jener Boykottaufruf gewesen, der heute gegen ihn eingesetzt werde.
Nun. Wer auf verlorenem Posten kämpft, hat vielleicht nichts mehr zu verlieren, erfindet Boykotte, die es nicht gibt und zieht Vergleiche, die derart dumm, obszön, pervers und arrogant sind, dass jedes Eintreten darauf der Sache eine Wichtigkeit gibt, die sie gar nicht hat. Dennoch soll sie nicht ignoriert werden, denn Blochers Verteidiger reden sie in diesen Tagen notorisch schön. Doch der Magnat selbst droht das blochersche Lebenswerk in den letzten Tagen des Kampfes in den Abgrund zu reissen. Da gilt es wenigstens noch die Integrität der Geschichte vor dem totalen Ruin zu retten.
Also. Damit Blocher nicht endgültig zum Juden wird – sogar noch zu einem im Kontext des Zweiten Weltkrieges, wie er ihm, Blocher, noch vor wenigen Jahren nicht allzu willkommen war, als es um legitime Forderungen nach Restitution ging -, also damit Blocher nicht zum Zweitklassjuden verkommt, gibt es nur eine Losung: «Kauft bei Blocher!». Kauft Printprodukte aus dem Hause Blocher, Süssigkeiten aus dem Hause Blocher, Chemie- oder polymere Werkstoffe aus dem Hause Blocher. Kauft beim selbsternannten Juden Blocher!
Sprecht mit Blocher. Nun gehört es im Europa der letzten Jahre bereits zur einschlägigen Tradition unter Volkstribunen und Milliardären, die mit Macht, Geld und Populismus über Politik und Medien herrschen wollen, dass Erklärungsnot mit verbaler Brachialgewalt kompensiert wird. Italiens Premier Berlusconi hat etwa mit SS-Vergleichen an die Adresse deutscher Abgeordneter ebenso die Geschichte relativiert wie Blocher seit Jahren den real existierenden Rechtsextremismus und Rassismus schönredet, dafür jenen der Vergangenheit für die eigene Sache manipulierend instrumentalisiert. In Blochers Selbstwahrnehmung ist wohl die Ausgrenzung seiner Familie, engster Vertrauter und Kombattanten derart gross, dass er selbst den Bezug zur Wirklichkeit längst verloren hat. Also: «Sprecht mit Blocher!» …. -
Schon vor dem Kinostart ausgezeichnet: „Ein Sommer in Haifa“
In Filmen gibt es häufig „den einen Sommer“, der junge Menschen für immer verändert. In „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ geht River Phoenix mit seinen Freunden auf die Suche nach einer Leiche und lernt fürs Leben, in „Now And Then – Damals und Heute“ entdecken Christina Ricci und ihre Freundinnen in einem magischen Sommer Jungs für sich und decken Geheimnisse auf und in „December Boys“ erlebt „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe als Waisenkind die erste Liebe während eines prägenden Sommerurlaubs. „Ein Sommer in Haifa“ von Avi Nesher ist im Israel des Jahres 1968 angesiedelt und zeigt die Erlebnisse des Teenagers Arik, der in Haifa zwischen Nachkriegstrauma und sexueller Revolution für einen Sommer in einer Ehevermittlungsagentur arbeitet. Yankele Braid, Holocaustüberlebender und Chef von Arik, betreibt seine Agentur im Hinterzimmer eines Filmtheaters, welches ausschliesslich Liebesfilme zeigt und von einer kleinwüchsigen rumänischen Familie betrieben wird.
Der israelische Film über den Sommer des Lebens von Arik lief bereits auf dem Toronto International Filmfestival 2010 und gewann bei sieben Nominierungen für den israelischen Filmpreis die Preise „Bester Schauspieler“ und „Beste Schauspielerin“. „Ein Sommer in Haifa“ läuft am 9. Dezember an. -
Israelische Luftwaffe tötet zwei Extremisten in Gaza
Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstag in Gaza zwei militante Palästinenser getötet.
Zwei andere Männer seien bei dem Luftangriff auf einer belebten Strasse verletzt worden, teilten die israelische Armee und palästinensische Sanitäter mit. Kurz nach dem Angriff, der sich am helllichten Tag abspielte, versammelten sich Hunderte Palästinenser um das ausgebrannte Auto der beiden getöteten Brüder.
Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas nannte den israelischen Luftangriff ein Verbrechen. Israel eskaliere die Gewalt in der Region. Die israelischen Streitkräfte warfen den beiden Getöteten vor, einen Anschlag auf jüdische Zivilisten und Soldaten an der Sinai-Grenze mit Ägypten geplant zu haben. Einer der Brüder sei 2007 an den Vorbereitungen für einen Selbstmordanschlag beteiligt gewesen.