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  • „Google Voice Search“ auf Hebräisch und Arabisch

    Der Spracherkennungsdienst „Google Voice Search“ (Google Sprachsuche) ist jetzt auch auf Hebräisch und Arabisch verfügbar. Bei der Applikation handelt es sich um ein Programm, mit dem das Telefon über Spracherkennung gesteuert werden kann. Es ist als „App“ für Android und iPhones erhältlich.
    Google erklärte, dass die beiden Sprachen die Entwickler vor besondere Probleme gestellt hätten. Die vokalisierten Wörter und Kollokationen seien eine Herausforderung gewesen. Um diese zu bewältigen hätten die Entwickler eine Datenbank mit über einer Million Wörter und Ausdrücke auf Hebräisch und Arabisch erstellt. Die arabische Version beinhaltet neben der Hochsprache auch Dialekte, die in Ägypten, den Golfstaaten und den Staaten der Levante vorherrschen. Dies meldete Google auf seinem offiziellen Blog.
    Der Spracherkennungsdienst sei mit den Neuerungen jetzt in 29 Sprachen und Akzenten sowie in 37 Ländern verfügbar.
    Mit dem Programm können Benutzer, ohne die Tastatur des Telefons zu verwenden, unter anderem Kurznachrichten und E-Mails schreiben sowie Suchbefehle in das Handy eingeben.

  • Ein Viertel der äthiopischen Israelis begehe Fahnenflucht

    Zahlreiche äthiopisch-stämmige Israelis haben Schwierigkeiten mit ihrem Dienst in der Armee. Das teilte ein Militärvertreter mit. Demnach verbüssten etwa 60 Prozent der aus Äthiopien eingewanderten Soldaten Zeit in Militärgefängnissen.
    Darüber hinaus entferne sich einer von vier äthiopischen Soldaten ohne Erlaubnis aus seinem Dienst, sagte der Armeevertreter gegenüber der israelischen Tageszeitung „Ha´aretz“. Zurückzuführen sei dies auf kulturelle Unterschiede und die Armut der Männer und ihrer Familien.
    Für viele äthiopische Immigranten gelte die israelische Armee als ein Sprungbrett in die Gesellschaft. Gleichzeitig fühlten sie sich oft für ihre Familien verantwortlich. Es kommt laut Armee-Angaben vor, dass die äthiopischen Soldaten während ihrer Dienstzeit der Armee fernbleiben, weil sie unter anderem andere Arbeiten wahrnehmen oder Familienmitglieder unterstützen, heisst es in dem Bericht weiter. Zum Teil dienten sie eine Woche in der Armee und gingen dann eine Woche einer anderen Arbeit nach.
    Im Juni dieses Jahres hatte die Armee eine Regelung erlassen, die besagt, dass eine Desertion mit 21 Tagen Fernbleiben von der Armee beginnt. Zuvor gab es ein 45-Tage-Limit.
    88 Prozent der männlichen äthiopischen Einwanderer meldeten sich zum Wehrdienst. Damit ist die Zahl im Vergleich zu israelischen Männern mit 73 Prozent Melderate deutlich höher.
    Die kulturellen Unterschiede zeigten sich vor allem in der Diskrepanz zwischen der Erwartung an die Zeit in der Armee und der Realität. Des Weiteren könnten die Eltern, die selbst nicht in der Armee gedient haben, ihren Kindern nicht die Hilfe bieten, wie Eltern, die ebenfalls im Militär tätig waren. Laut der von „Ha´aretz“ zitierten Armee-Quelle seien die Soldaten zwischen „zwei Welten gefangen“.
    Im Jahr 2008 kündigte die Armee einen Fünf-Jahres-Plan an, der die Perspektiven für äthiopisch-stämmige Rekruten verbessern solle. Der Plan sieht beispielsweise vor, Äthiopier bereits in der Schule auf den Militärdienst vorzubereiten, Offizieren die speziellen Bedürfnisse äthiopischer Soldaten näher zu bringen oder die Familie eines Soldaten mit Kindern zu unterstützen. Die Armee wird hierbei vom Einwanderungsministerium unterstützt. Dieses will im Rahmen des Planes finanzielle Hilfe für die Rekruten und ihre Familien organisieren, bevor diese ihren Dienst antreten.

  • Aus für israelischen Nationaltrainer

    Der Trainer der israelischen Fussballnationalmannschaft Luis Fernandez hat am Mittwoch das Ende seiner Tätigkeit bekannt gegeben. Der Franzose war Anfang 2010 verpflichtet worden, konnte Israel jedoch nicht zur ersten Teilnahme an der Europameisterschaft 2012 führen.
    Sein Vertrag wird in den kommenden Tagen auslaufen und Fernandez wolle ihn nicht verlängern. „In den nächsten Wochen sehe ich mich auch nicht einen anderen Club übernehmen“, zitiert die Tageszeitung „Ha´aretz“ Fernandez im Interview mit „RMC Radio“. Der ehemalige Coach von „Paris Saint-Germain“ habe ein Angebot vom chinesischen Club „Schanghai Schenhua“ erhalten. Fussball stehe derzeit allerdings nicht an der Spitze der Agenda des 52-Jährigen.
    Als Resümee seiner Laufbahn in Israel sagte der Franzose: „In der EM-Qualifikationsgruppe hinter Griechenland und Kroatien zu landen, ist nicht zu schlecht mit dem jungen Team, das wird hatten.“
    Als Nachfolger werde der derzeit frühere Trainer von „Hapoel Tel Aviv“, Eli Guttman, hoch gehandelt. An Guttmann habe jedoch auch „Maccabi Tel Aviv“ Interesse.

  • Erstes raketensicheres Kinderkrankenhaus geplant

    In Safed entsteht ein Kinderkrankenhaus, das gegen Raketenangriffe geschützt ist. Die Kinderklinik ist Teil des Ziv Medical Centers, das als Krankenhaus für die gesamte Region Obergaliläa und Golanhöhen dient.
    Während des Zweiten Libanonkrieges 2006 wurde das Krankenhaus wiederholt von der libanesischen Terrororganisation Hisbollah mit Katjuscha-Raketen beschossen. Eine Rakete traf das Krankenhaus direkt, fünf Patienten, zwei Ärzte und zwei Mitglieder des Pflegepersonals wurden dabei verletzt.
    Infolge dieser Erfahrung wird das neue Krankenhaus nun auf der in Richtung Libanon ausgerichteten Seite mit besonders dicken Mauern ausgestattet. Darüber hinaus soll das Gebäude ein spezielles Lüftungssystem enthalten, das auch im Falle eines Angriffs mit chemischen Waffen funktionsfähig bleibt.
    Die Kinderklink soll in drei Jahren eröffnet werden.

  • ZAHAL verhindert Anschlag

    Bei einer gemeinsamen Aktion der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) und des Allgemeinen Sicherheitsdienstes (SHABAK) wurde am Donnerstag im nördlichen Gazastreifen ein hochrangiger Terrorist der Terrororganisation „Al Aksa-Märtyrer-Brigaden“ getötet.
    Die Terrorgruppe plante einen Anschlag in Israel in der Nähe der israelisch-ägyptischen Grenze.
    Der getötete Terrorist war in der Vergangenheit verantwortlich für mehrere Anschläge, bei denen Terroristen aus dem Gazastreifen über den Sinai nach Israel eingedrungen waren. Im Januar 2007 schickte er einen Selbstmordattentäter auf den Weg, der sich in Eilat in die Luft sprengte. Bei diesem Anschlag starben drei israelische Zivilisten.
    Am Mittwoch haben die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) einen Anschlag auf einen Kontrollpunkt in Hebron vereitelt. Eine junge Palästinenserin hatte versucht, mit einem 14 cm langen Messer einen Soldaten anzugreifen. Dank der Aufmerksamkeit des Kommandanten der Einheit konnte der Angriff abgewehrt werden.

  • Pilotprojekt des Gesundheitsministeriums verringert Zahl der Selbsttötungen

    Das Gesundheitsministerium plant die landesweite Einführung eines Plans zur Verhütung von Selbsttötungen, nachdem ein Pilotprojekt in den Städten Ramle, Rehovot und Kfar Kana über die letzten zwei Jahre äusserst erfolgreich verlaufen war.
    Im Vorfeld des Projektes war vor allem die hohe Zahl der Schüler der Klassen sieben bis zwölf unter den Patienten aufgefallen, die nach einem Selbsttötungsversuch in die Notaufnahmen der Krankenhäuser eingeliefert worden waren. Teil des Projekts war daher eine spezielle Schulung für Sozialarbeiter an Schulen zur Früherkennung von Symptomen einer Gefährdung in dieser Hinsicht. Infolge dessen sank die Zahl der nach einem Selbsttötungsversuch eingelieferten Schüler in den jeweiligen Städten um 90%.
    Eine weitere stark gefährdete Gruppe sind alleinlebende Senioren. Auch für diese Gruppe wurden Sozialarbeiter gesondert geschult.
    Etwa 400 Menschen töten sich in Israel jährlich selbst, um die 6.000 werden nach einem Selbsttötungsversuch ins Krankenhaus eingeliefert.

  • Netanyahu twittert auf Arabisch

    Ministerpräsident Binyamin Netanyahu plant im Rahmen seiner Bemühungen, einen Dialog mit der arabischen Welt herzustellen, auch Gespräche auf Arabisch bei Facebook und Twitter. So sollen ihm Internetnutzer aus arabischen Ländern Fragen stellen können, auf die er (ebenfalls auf Arabisch) sofort Antwort gibt.
    Sein Pressesprecher für die arabischen Medien, Ofir Gendelman, hat kürzlich einen ähnlichen Chat veranstaltet, bei dem er Fragen zum arabischen Frühling, den Beziehungen zu Ägypten und natürlich zu der Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Iran beantwortete. Leider waren nicht alle Teilnehmer friedlich – einige nutzten, wie zu erwarten war, die Gelegenheit, um Israel anzugreifen. „Ich habe so einige neue Worte aus dem gesprochenen Arabisch gelernt“, scherzte Gendelman zu dem Thema.
    Doch generell wird das Gespräch als Erfolg angesehen. Und auch die arabischen Medien wurden darauf aufmerksam, selbst Asharq Al-Awsat, eine der führenden Zeitungen der arabischen Welt, widmete der Aktion einen umfangreichen Bericht.
    Online-Chats mit arabischen Internetnutzern sind kein neues Phänomen in Israel: Adel Hino und Lior Ben Dor, Leiter der Pressesprecher-Abteilung für arabische Medien des Aussenministeriums, chatten regelmässig auf Arabisch. „Eigentlich betreiben wir virtuelle Botschaften in 22 arabischen Ländern“, erklärte Ben Dor und fügte hinzu, dass auf diesem Weg „Zensur umschifft und Grenzen überschritten“ werden.

  • So denkt das israelische Volk

    Das Volk Israel ist sich über einen israelischen Luftangriff im Iran uneinig. Gemäss jüngster Umfragen des israelisch-amerikanischen Saban-Forum 2011 sind 43 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels für einen Angriff auf die iranischen Atomreaktoren und 41 Prozent dagegen. 68 Prozent der israelischen Araber, die 20 Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung ausmachen, stimmen gegen einen israelischen Angriff im Iran, nur vier Prozent dafür. Darüber hinaus sind 90 Prozent der israelischen Bevölkerung der Meinung, dass der Iran bald nukleare Langstreckenraketen fertigstellen wird. 51 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels meinen, dass der so genannte „Arabische Frühling“ für den Judenstaat Israel negative Folgen haben wird. Sollte dieser „Arabische Frühling“ jedoch zu wahren Demokratien in den arabischen Ländern führen, dann glauben 44 Prozent, dass dies Israels Friedensbemühungen zugute kommen wird. Wenn alle arabischen Staaten Israel anerkennen, wären 43 Prozent der Israelis für einen Frieden bereit, zu den Grenzen von 1967 zurückzugehen, und auch Ostjerusalem abzugeben. 31 Prozent der Israelis wären dagegen und 24 Prozent wollten auf diese Frage keine Antwort geben.

  • Katzav sitzt ein – ein guter Tag für die Demokratie

    Der Haftantritt des ehemaligen Präsidenten Moshe Katzav ist einer der wichtigsten Momente der israelischen Demokratie. Katzav hat mit allen Mitteln versucht, durch Ausnutzung seiner Macht die Verurteilung zu verhindern, doch die Gerechtigkeit hat gesiegt. Die Demokratie in Israel hat den Frauen gezeigt, dass sie ein relevanter Teil von ihr sind. Die Rechte der Frauen werden auch dann geschützt, wenn der höchste öffentliche Repräsentant dafür vor Gericht gestellt werden und am Ende ins Gefängnis gehen muss.
    Die Demokratie ist nicht eine Einheit. Sie definiert sich durch die Handlungen der drei Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative. Dass es gelungen ist, den ehemaligen Präsidenten vor Gericht zu stellen, ihn zu verurteilen und ins Gefängnis zu bringen, zeigt, dass die Demokratie lebt. Wäre es Katzav gelungen, seine Haftstrafe zu verhindern, hätten wir erfahren, dass es Menschen gibt, die über dem Gesetz stehen. Und, dies ist nicht weniger wichtig: Wir hätten erfahren, dass die Opfer vor dem Gesetz weniger zählen. Katzav hat die besten Anwälte in Israel angeheuert, um seine Haftstrafe zu verhindern, doch die Entscheidung trafen letztendlich die Richter – nicht Prestige oder Geld.
    Familienangehörige, Freunde und Bekannte des ehemaligen Präsidenten Katzav können behaupten, das Gericht habe gelogen. Sie können auch sagen, dass eines Tages die Wahrheit ans Licht kommen wird und wenn wir nur lange genug warten, auch wir das verstehen werden. Wir werden diese Menschen nicht verurteilen in ihrem Leid. Doch ebenso wenig werden wir die Position des Obersten Gerichts, der Polizei und der Staatsanwaltschaft anzweifeln.
    Die von Israel errichteten Institutionen haben bewiesen, dass sie wandlungsfähig sind, wenn die Umstände es erfordern. Frauen konnten nicht immer offen über die sexuelle Belästigung sprechen, der sie im öffentlichen Raum ausgesetzt waren. Doch heute können sie, mehr als je zuvor, ihre Stimme erheben und vor dem Gesetz ihre Gleichberechtigung einklagen. Das Gesetz gehört nicht den Männern. Es gehört den Werten, die das Volk durch seine Institutionen und Vertreter gesetzlich verankert.
    Andere Länder können von den Veränderungen lernen, die Israel in seinem Verhältnis zu Frauen vollzogen hat. Der Zionismus hat zwar das Ethos der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im zukünftigen Staat hochgehalten, doch letztendlich gab es Unterschiede auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen. Heute ist der öffentliche Raum neu definiert worden. Es wurde bewiesen, dass Männer nicht ihre Macht dafür ausnutzen dürfen, Frauen zu verletzen und zu missbrauchen…

  • Israel beschliesst Reform zur Entlastung von Mittelschicht

    Nach der beispiellosen Protestbewegung im Sommer hat das israelische Parlament am Montag eine Reihe von Massnahmen zur Entlastung der Mittelschicht beschlossen. Wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte, wird vom 1. Januar an die Besteuerung mittlerer Einkommen um zwei Prozent sinken. Reiche müssen dagegen künftig drei Prozent mehr Einkommenssteuer zahlen. Zudem steigen die Steuern für Unternehmen und Kapitaleinkünfte. Weiter sieht das Reformpaket vor, dass Väter von drei Kindern einen monatlichen Steuernachlass erhalten. Arbeitende Mütter von Kindern unter fünf Jahren zahlen ebenfalls weniger Steuern.
    Des weiteren verzichtet die Regierung auf die im kommenden Jahr geplante Erhöhung der Steuern auf Kraftstoff. Wie Netanjahu erklärte, soll bei der nächsten Kabinettssitzung über weitere Massnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten beraten werden.
    Im Sommer hatte sich in Israel eine beispiellose Protestbewegung gegen die rasant steigenden Wohnungsmieten und Lebenshaltungskosten gebildet. Bei einer Demonstration am 3. September war landesweit rund eine Halbe Million Menschen auf die Strasse gegangen.
    Netanjahu hatte daraufhin eine Kommission unter der Führung des Ökonomen Manuel Trajtenberg beauftragt, Reformvorschläge zu erarbeiten. Die Ergebnisse waren von der Protestbewegung jedoch als völlig unzureichend abgelehnt worden.