Livni: Obama muss dramatische Entscheidung treffen


Livni

Zipi Livni: ‚Wir haben kein Interesse, uns einzumischen‘. Foto: Emil Salman/Archiv Foto: DPA

Angesichts eines möglichen US-Militärschlags in Syrien bekräftigt Israel seine Politik der Nichteinmischung. „Wir haben kein Interesse, uns einzumischen“, sagte die israelische Justizministerin Zipi Livni dem israelischen Rundfunk.

US-Präsident Barack Obama müsse in der Frage einer militärischen Intervention in Syrien eine „sehr dramatische Entscheidung“ treffen. Israel übernehme dabei aber keine Beraterrolle.

Livni äusserte gleichzeitig Erschütterung über die Bilder aus Syrien und den möglichen Einsatz von Chemiewaffen. „Es ist schlimm, diese Kinder zu sehen“, sagte sie. „Wird die Welt dazu schweigen?“

Das syrische Regime ging ebenfalls verbal in die Offensive: Jede militärische Aktion würde den Nahen Osten in Flammen setzen. Die Staatsmedien verbreiteten am Sonntag Fotos und Erklärungen der Armee, die beweisen sollen, dass angeblich die Rebellen am Stadtrand von Damaskus Giftgas eingesetzt haben. Dies sei auch durch russische Satellitenaufnahmen belegt, zitierte die Nachrichtenagentur Sana Informationsminister Omran al-Soabi.

Jetzt hat ein hochrangiger iranischer Militärführer die US-Regierung vor einem militärischen Eingreifen gewarnt. „Wenn die Vereinigten Staaten diese rote Linie überschreiten, wird das ernste Konsequenzen für das Weisse Haus haben“, sagte der stellvertretende Generalstabschef Massud Dschasajeri laut der Nachrichtenagentur Fars.

Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu meldete sich zu Wort. Er bezeichnete den mutmasslichen Giftgasangriff als „furchtbare Tragödie und Verbrechen“. So könne es nicht weitergehen. „Die gefährlichsten Regime der Welt dürfen nicht die gefährlichsten Waffen der Welt haben.“ Israel wisse seine Bürger im Notfall selbst zu verteidigen, betonte er. Man werde sich verantwortlich verhalten, aber „notfalls ist unser Finger am Abzugshahn“, sagte Netanjahu.

Staatspräsident Schimon Peres rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Chemiewaffen in Syrien „zu beseitigen“. Dies sei zwar schwierig und kostspielig, aber „es wird noch teurer und gefährlicher, nicht zu handeln“, sagte er, ohne explizit ein militärisches Eingreifen anzusprechen.

Nach einer Eskalation mit Worten könnte schon bald eine materielle folgen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf syrische Oppositionelle, es seien über die türkisch-syrische Grenze mehr als 400 Tonnen Waffengeliefert worden.

(JNS und Agneturen)



Kategorien:Nahost

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