Existenz Gottes, wissenschaftlich bewiesen


MathematikAm Computer haben ein deutscher und ein österreichischer Forscher bewiesen, dass es Gott gibt – ohne Glauben, rein anhand logischer Argumente.

Bisher war es eine Glaubensfrage: Gibt es eine höhere Macht, gibt es Gott? Forscher der Freien Universität Berlin und der TU Wien wollen nun den Beweis angetreten haben – allein mit der Kraft der Logik. Die Vorlage dazu fand sich im Nachlass des genialen Mathematikers und Logikers Kurt Gödel (1906 bis 1978). Er lehrte an der Elite-Universität Princeton in den USA, war ein enger Freund Einsteins.

KURT_GOEDEL

Mathematiker Kurt Gödel hinterliess den Gottesbeweis.

In zwölf Gedankenschritten (s. unten) hatte Gödel versucht zu beweisen, dass es Gott gibt. Seine Kernidee: Aus der Existenz positiver Eigenschaften ergebe sich, dass es Gott geben müsse, der alles Positive in sich vereint.

Das Problem: Selbst für hochgebildete Wissenschaftler war seine abstrakte Beweisführung geistig kaum  nachzuvollziehen.

Die modernen Forscher wandelten daher die Sätze in mathematische Formeln um, liessen sie anschliessend vom Computer durchrechnen. Ihr Ergebnis: Alles stimmt.

«Die logische Argumentationskette in diesem Gottesbeweis ist nachweisbar korrekt », sagt Christoph Benzmüller von der TU Berlin, einer der beteiligten Forscher und Experte für künstliche Intelligenz. Als Argument, persönlich an Gott zu glauben, dürften diese Formel allerdings nur die wenigsten sehen.

Versuche, die Existenz von Gott zu beweisen, gab es bereits seit der Antike. Der deutsche Philosoph Gottfried  Wilhelm Leibniz (1646 bis 1716) verwies auf das Universum – es müsse eine Ursache ausserhalb sich selbst haben. Anderen genügte der Fakt, das die Menschheit seit Anbeginn ihrer Existenz an Götter glaubte – ganz unabhängig von Rasse, Region der Erde, Kultur und Zivilisationsstufe. Der Katholik Thomas von Aquin (um 1225 bis 1274) meinte dagegen schon früh, mit unserem begrenzten menschlichen Verstand liesse sich diese Frage schliessend gar nicht beantworten.

Gödel hat in seiner Zeit in Princeton offenbar jahrelang an dem Beweis gearbeitet, ohne dass jemand davon wusste. Einige Jahre vor seinem Tod, das war in den 1970ern, erzählte Gödel seinem Studenten Dana Scott davon. Dieser machte sich Notizen und stellte den Beweis später in Princeton vor. So existieren zwei Varianten des Beweises: Die eine, die sich aus den handschriftlichen Aufzeichnungen aus Gödels Nachlass ergibt. Und jene, die auf Scotts Notizen basiert.

Dabei hat Gödel versucht ein gottartiges Wesen mit abstrakten Mitteln zu beschreiben und dabei möglichst wenig Grundannahmen zu treffen. Von Logikern wird diese als ein geschicktes Spiel mit Axiomen und Definitionen betrachtet. Gödel war natürlich nicht der erste, der das versucht hat. Seine Arbeit steht in der Tradition von Anselm von Canterbury, Spinoza, Leibniz und Descartes.

Er aber führte einen moralästhetischen Begriff von positiven Eigenschaften ein. Er definiert, was es bedeutet, wenn etwas eine essenzielle Eigenschaft eines Wesens X ist. Und er zeigt, was man als notwendige Existenz bezeichnet. Gott ist für Gödel ein Wesen, dem alle positiven Eigenschaften zukommen.

Aufgrund von Emails von Philosophen, hatten sich die Wissenschaftler vor allem mit den Hinweise auf logische Feinheiten auseinandergesetzt. So konnte herausgefunden werden, dass Gödels Beweis nicht nur in einer Modallogik mit dem Namen „S5“ funktioniert sondern auch in der Modallogik „KB“.

Gödel selbst, der Erfinder des Beweises, nahm ein tragisches Ende: Er wurde psychisch krank, litt unter Verfolgungswahn. Aus Angst vor einer Vergiftung musste seine Frau jedes Essen vorkosten. Als sie einmal wegen eines Schlaganfalls selbst für sechs Monate ins Spital musste, verhungerte das Genie.

Die Forscher wollen das Verfahren nun weiter entwickeln, um auch andere philosophische Fragen zukünftig vom Computer beantworten zu lassen.

Gödels Kette der Argumente für Gott:

gödels_kette

Die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, müsse letztlich weiterhin jeder für sich beantworten. Viele lehnten eine formallogische Herangehensweise an diese Frage ohnehin ab. Letztlich ist die Frage nach G“tt , gepriesen sei Sein Name, von je her überflüssig, denn Ihn gab es schon vor unserer Zeit und wird es auch nach dieser geben. Eine zentrale Frage sei, „ob wir Gödels Grundannahmen sowie deren konkrete Kodierungen in dem zugrunde gelegten Logikformalismus akzeptieren. (…) Akzeptieren wir all diese Punkte (Herangehensweise, Logikformalismus und Grundannahmen), so sollte man sich wohl auch mit der Konsequenz, der notwendigen Existenz Gottes, auseinandersetzten.“ Der weit überwiegende Teil der Menschheit glaubt jedoch an „göttliche Wesen“, welche mit Ihm nichts geseinsam haben und entwickelten ihre eigenen religiösen Ansichten daraus. Besonders in Asien gibt es eine Vielzahl von Strömungen (u.a. Sikhismus, Konfuzianismus). 100 Millionen Menschen haben sich einer der unzähligen Neuen Religiosen Bewegungen angeschlossen (z. B. Vereinigungskirche, Wicca, Scientology). 1,1 Milliarden sind jedoch nicht religiös.

Der Forscher Benzmüller sagte, dass ihre Arbeit interessante neue Möglichkeiten eröffne, die Stichhaltigkeit weiterer Gottesbeweise zu untersuchen und diese Gottesbeweise zu variieren. „Man kann also sagen, dass wir interessante neue Perspektiven für eine Computer-assistierte theoretische Philosophie beziehungsweise Metaphysik aufzeigen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

Christoph Benzmüller studierte an der Universität des Saarlandes Informatik und Computerwissenschaften, wo er auch 2007 habilitierte. Danach war er Professor an der privaten „International University in Germany“ in Bruchsal. Seit 2012 ist er Fellow an der Freien Universität Berlin. Er arbeitet auf dem Gebiet der Logik, der Künstlichen Intelligenz und Computerlinguistik.  Bruno Woltzenlogel Paleo forscht am Institut für Computersprachen an der Technischen Universität Wien. (JNS und Agenturen)



Kategorien:Wissenschaft

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4 replies

  1. Hat dies auf Raumzeitwellen Blog rebloggt und kommentierte:
    Hab ich´s nichjt schon immer gesagt: Der Computer hat den Mensch erfunden, nicht umgekehrt.

  2. Hab ich´s nicht schon immer gesagt: Der Computer hat den Mensch erfunden, nicht umgekehrt.

  3. „…vom Computer durchrechnen. Ihr Ergebnis: Alles stimmt…“
    Das beweist noch keinen Gott, nur dass es schon gläubige Computer gibt!
    (Prima, damit wäre dann also auch die Existenz des Teufels bewiesen.)

    Sicher hat „Gott“, nach zehntausend Jahren ungeduldiger Warterei, uns die Erfindung des Computers „eingegeben“, um endlich bestätigt zu werden!

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