Israels Problem mit den „prominenten Rabbis“


PintoDie Bekanntheit von Rabbi Yoshiyahu Pinto (Bild) ist in den vergangenen Wochen rasant gestiegen: Er steht unter Verdacht, einen leitenden Polizeibeamten, Menashe Arviv, bestochen zu haben. Rabbi Pinto repräsentiert ein neues religiöses Phänomen in Israel: den „Promi-Rabbi“. Bis vor kurzem waren einige wenige Rabbiner nur deshalb bekannt, weil sie die Rabbis von Prominenten waren – dass die Rabbis jetzt selbst Prominente sind, ist eine völlig neue und beunruhigende Tatsache.

Das Forbes-Magazin veröffentlichte kürzlich eine Liste von einigen der reichsten Rabbiner in Israel. Rabbi Pintos Vermögen wird auf einen Wert von rund 75 Millionen Dollar geschätzt – und damit liegt er noch nicht einmal an der Spitze der Liste.

Diese Rabbis haben diesen enormen Reichtum nicht etwa angehäuft, weil sie so gute Geschäftsleute sind. Viel mehr ist ihr Vermögen eine Frucht ihrer wohlhabenden Anhänger. Obwohl viele der Rabbiner zunächst aufgrund ihrer religiösen Fähigkeiten Bekanntheit erlangt haben, trugen ihre neu gewonnen „Freunde“ und deren Vermögen schliesslich dazu bei, dass sich die Geistlichen in mächtige politische Figuren verwandeln.

Rabbi Pinto, so sagen viele, sei dabei nur die Spitze des Eisberges. Der umstrittene Rabbi sei, genau wie viele andere Promi-Rabbiner, ein Kabbalist – also jemand, der die jüdische Mystik für sich nutzt. Durch eine intrigante Masche habe er Angst in den Herzen vieler geschürt, die dadurch bereit waren, Dinge zu tun und zu rechtfertigen, die eigentlich nicht mehr zu rechtfertigen sind. Für sie war Pinto ein Tzadik, ein spiritueller Meister, der sie in allen Lebensfragen beriet – einschliesslich Finanzinvestitionen. Das ging häufig schief. Und vielleicht trägt die Pinto-Affäre nun dazu bei, dass das Phänomen der „Promi-Rabbis“ rasch wieder verschwindet.

(JNS und Agenturen)



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