Orthodoxe verstärken Kampf gegen gemischt-religiöse Beziehungen in Israel


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Ultra-orthodoxe Juden demonstrieren gegen liberale Jüdinnen bei der Klagemauer in Jerusalem. (Bild: Keystone/jim Hollander)

Mit einer Hotline verstärken ultra-orthodoxe Juden ihren Kampf gegen gemischt-religiöse Beziehungen in Israel. Sie setzen Frauen unter Druck und denunzieren Araber öffentlich.

«Wenn Sie Kontakte mit einem Goi (Nichtjude) pflegen und Hilfe brauchen, drücken Sie die 1» – mit diesen Worten wird empfangen, wer die neue Hotline der jüdisch-orthodoxen Organisation Lehava anruft. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, Beziehungen zwischen Jüdinnen und Andersgläubigen – vorwiegend Arabern – zu verhindern.

Die neue Hotline bietet nicht nur Hilfe für Betroffene an, sie fordert auch aktiv zur Denunziation auf. Nach der Ansage «wenn Sie eine Frau kennen, die sich mit einem Goi eingelassen hat und der Sie helfen wollen, drücken sie die 2», kann man Informationen über Jüdinnen abgeben, die Araber daten.

Diese Frauen werden wortwörtlich ins Gebet genommen. Sie müssen einerseits den Mitgliedern der Lehava-Gruppe Rede und Antwort stehen. Anderseits werden die Vornamen der Fehlbaren und diejenigen ihrer Mütter veröffentlicht, auf dass Gleichgesinnte für die armen Frauen beten können. Dank der Telefonnummer, die seit Montag auf der Lehava-Website steht, hat die Gruppe nach eigenen Angaben bereits zehn Frauen «gerettet».

Die Lehava-Organisation verfolgt ausserdem andersgläubige Männer, die sich mit Jüdinnen einlassen. «Wenn Sie einen Goi kennen, der sich als Jude ausgibt oder jüdische Frauen belästigt, oder wenn Sie Orte kennen, an denen solche Treffen stattfinden, drücken Sie die 3», heisst es da. Deren Namen und Telefonnummern werden sodann von Lehava veröffentlicht, damit «jeder auf seine eigene Weise dem Araber klarmachen kann, dass er gefälligst Fatma aus dem Dorf daten soll, statt Yael oder Einat», sagt Bentzi Gupstein zu «The Times of Israel».

Heiraten können Jüdinnen und Andersgläubige in Israel nicht, dafür müssen sie ins Ausland reisen. Das Land kennt keine Zivilehe, und interkonfessionelle Eheschliessungen werden von den Religionsgemeinschaften nicht vollzogen. Solche Mischehen sind den Orthodoxen ein Gräuel.

Ende Januar geriet der Sohn von Benjamin Netanjahu ins Visier der Lehava-Gruppe. Die Orthodoxen stiessen sich an der nicht-jüdischen norwegischen Freundin von Jair Netanjahu und forderten vom Premierminister, seinem Sohn die Beziehung zu verbieten.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Gesellschaft

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