Ukraine: Brandanschlag auf Synagoge und Hilferuf an Israel


2048x1536xsen-3_jpg_pagespeed_ic_2VHAInvcN9Im Osten der Ukraine wurde am Wochenende inmitten der Massenproteste gegen den ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch auf eine Synagoge mit Brandbomben ein Anschlag verübt, berichtet die Internationale Business Times (IBT).

Die Giymat Rosa Synagoge in Saporosch, Strasse „Helden von Stalingrad“ Nr. 27,  wurde am Sonntag (23.02.14) gegen 22.30 Uhr von 10 Unbekannten angegriffen, so lautet ein Bericht der russisch-sprachigen Timenews.in.ua Nachrichten-Website. Die Stadt Saporosch ist rund 250 Meilen südöstlich von Kiew enfernt.

Glücklicher Weise wurde beim Anschlag niemand  verletzt und an dem Gebäude wurden nur kleinere Schäden (Bild) verursacht . Fotos, die von der Website veröffentlicht wurden, zeigen Brandspuren an der Fassade und Balkon.

Den Berichten der Sicherheitskräfte zufolge konnten Fundstücke von Glasflaschen sichergestellt werden, die vermutlich als Molotow- Cocktail diente. Die Polizei sagte, dass sie die Verdächtigen suchen werden.

Auf der Chabad Website wird berichtet, dass es maskierten Tätern gelungen war in die Räumlichkeiten der Synagoge zu gelangen, ohne dass sie vom Sicherheitspersonal des Gemeindezentrums entdeckt wurden. Aber beim Flüchten aus dem Gebäude konnten sie von der Sicherheitskamera gefilmt werden.

Rabbi Nachum Ehrentrau, der Oberrabbiner der Stadt und der Region, sagte das Zentrum wird täglich von Dutzenden von lokalen jüdischen Menschen besucht und an den Hohen Feiertagen kommen immer bis zu 800 Gemeindemitglieder.

Zum Zeitpunkt des Angriffs war das Gebäude für die Nacht geschlossen worden und nur 20 Minuten zuvor hatte es Chabad Rabbi Michael Oishie verlassen.

„Unsere Synagoge ist von einem Zaun umgeben, die Türen sind alle automatisch und zudem haben wir rund um die Uhr Sicherheitspersonal“, sagte Rabbi Ehrentrau.

„In diesen unsicheren Zeiten sind wir natürlich noch vorsichtiger, wir tun was wir können um die Sicherheit des Gemeindezentrums und seine Besucher zu gewährleisten“, fügte er hinzu.

Der Brandanschlag auf die Synagoge erfolgte gerade nur einige Tage später, nach dem eine russisch-sprachige Webseite berichtete, dass die ukrainischen Polizeikräfte offen gegen die jüdische Gemeinden dort Drohungen aussprachen. Sie haben sich auch an der Förderung der antisemitische Propaganda beteiligt, so der Bericht.

Aktuelle Berichte zeigten, dass die Extremisten gezielt die jüdische Gemeinschaft in der Ukraine im Blick haben. Dies ist jedoch das erste Mal, dass die Polizeikräfte selbst direkt in Verbindung mit antisemitischen Aktivitäten gebracht werden.

Antisemitismus hat sich in der Ukraine während den Unruhen, die Ende November begannen, stark ausgebreitet. Im Januar erstochen unbekannte Täter eine Hareidi Mann in Kiew als er an einem Freitagabend auf seinem Weg nach Hause von der Synagoge war. Vor einigen Wochen wurde antisemitische Graffiti auf eine Holocaust-Gedenkstätte in der Stadt Alexandria gesprüht.

Der Rabbiner der Stadt Charkow, Rabbi Moshe Moskowitz, sagte am Sonntag, dass eine ganze Reihe von ansässigen Juden bereits den Wunsch haben die Ukraine zu verlassen und nach Israel auswandern wollen. Gerade die Unruhen der letzten Monate sind es, welche diesen Wunsch in den Vordergrund rückten, sagte er.

Synagoge in Saporosch

Synagoge in Saporosch – Синагогу в Запорожье

Angesichts der zunehmenden Feindseligkeit gegenüber Juden in der Ukraine hat der Direktor der Föderation der jüdischen Organisationen in Europa, Rabbi Menahem Margolin, Ministerpräsident Binyamin Netanyahu und Verteidigungsminister Moshe Yaalon gebeten, dringend zu handeln und ausgebildetes Sicherheitspersonal zum Schutz der jüdischen Gemeinden in die Ukraine zu entsenden.
Rabbi Margolin sagte, dass er im Namen aller Juden in der Ukraine spricht. Er forderte auch, dass die Staatsoberhäupter Europas in Kiew deutlich machen, dass sie diejenigen sind, die für weitere Angriffe auf Juden verantwortlich seien und diese verhindern können.

Der Rabbi teilte dem Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister dass wachsenden Gefühl der Angst unter den jüdischen Gemeinden in der Ukraine mit, in Anbetracht in den vergangenen 48 Stunden die antisemitische Welle gewachsen ist.

 

Rabbiner fügte hinzu: „Die Herausforderung ist klar und es ist die komplexe Natur der von Sicherheitsmassnahmen in einem fremden souveränen Land. Aber das ist ohne Zweifel ein jüdischer Notfall.“

„Im Namen der Juden in der Ukraine, dem Zentrum der europäischen Rabbiner und der Föderation der jüdischen Organisationen in der EU, bitte ich Sie die erforderlichen Massnahmen zu treffen, einschliesslich dem Entsenden von Security-Männer, um die Sicherheit der jüdischen Gemeinden in der Ukraine zusichern bis die Ruhe wieder hergestellt ist.“

„Mit der IAF Vorführung am Himmel über Auschwitz sendeten sie eine klare Botschaft, dass der Staat Israel bereit ist die Sicherheit der Juden auch im Ausland zu gewährleisten“, fügte er hinzu.

 (JNS, Chaim Stolz)



Kategorien:News

Schlagwörter:, , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: