Schweiz: Auftritt der Rechtsextremen „Renaissance Helvétique“


(Foto: Tachles)

(Foto: Tachles)

Am Samstag vor einer Woche erfolgte die Rechtsextreme Kundgebung für den Sieg der «nationalistischen und revolutionären Sache» im Wallis, teilte Tachles mit. So zog an diesem Tag eine kleine Schar, gerufen von der Gruppe «Renaissance Helvétique», hinter einer Schweizer und einer Walliser Fahne, zum Denkmal der Schlacht im Pfynwald von anno 1799.

Die Niederlage der Oberwalliser bedeutete einst das endgültige Ende der Oberwalliser Herrschaft über das Unterwallis, wird jedoch vorwiegend nationalistisch als Niederlage gegen das republikanische Frankreich und Beginn einer ausländischen Besatzung gedeutet. Der Gedenkstein, errichtet Ende des 19. Jahrhundert, verdanke, so schreibt der Historiker Thomas Antonietti, seine Existenz einer Selbstdarstellung, die in der heutigen Zeit nicht mehr geteilt werde. Es habe daher seine identitätsstiftende Funktion verloren. Nicht für die Walliser Rechtsextremisten. Rund zwanzig Personen haben an der Kundgebung teilgenommen, meldet die Gruppe. Fotos dokumentieren die Anwesenheit von elf jungen Erwachsenen, darunter eine einzige Frau. Der Redner Jimmy Dellea beklagte die «ungestüme und freimaurerische» Französische Revolution. Er sprach von Vaterland und Religion, die durch das Ausland bedroht gewesen seien. Er schloss mit dem Aufruf, wie die Vorfahren «Bataillone von Schweizer Soldaten» zu schaffen. Diese sollen bereit sein, in ganz Europa und mit allen Mitteln für den Sieg der «nationalistische und revolutionäre Sache» zu kämpfen. Redner Dellea ist in den vergangenen Monaten bereits mehrmals als aktiver Rechtsextremist aufgetreten, so sprach er als Vertreter der Parti Nationaliste Suisse PNS bei einer Rechtsextremen-Tagung in Lyon.Die kleine Demo im Pfynwald war der erste Auftritt von Renaissance Helvétique, die seit Anfang Mai auf Facebook präsent ist. Sie bezeichnet sich als «Vereinigung radikaler Walliser Nationalisten» (Union des nationalistes radicaux valaisans). Sie versteht sich als Vertreterin eines «modernen Nationalismus», verzichtet aber nicht auf antisemitische Untertöne. Das «liberal-konsumeristische System» (système libéral-consumériste) pfeife, so die Gruppe in ihrer Selbstdarstellung, auf dem letzten Loch und nur eine «geeinigte und solidarische Jugend» könne eine Kraft bilden, die bereit sei, jene wegzuwischen, die «uns unter amerikanische, europäische oder israelische Vormundschaft» zu stellen. (HS, tachles)


Kategorien:News

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