Bastelt Türkei heimlich an der Atombombe?


Der türkische Präsident Erdogan will sein Land zur Großmacht ausbauen. Ansehensgewinn durch Nuklearwaffen ist auch eine Strategie von Nordkoreas Kim Jong-un (r.) und des früheren libyschen Diktators Gaddafis (3. v. r.). Schlüsselfigur bei Nuklear-Deals ist der Pakistaner A.Q. Khan (M.) (Foto: Infografik Die Welt)

Der türkische Präsident Erdogan will sein Land zur Grosmacht ausbauen. Ansehensgewinn durch Nuklearwaffen ist auch eine Strategie von Nordkoreas Kim Jong-un (r.) und des früheren libyschen Diktators Gaddafis (3. v. r.). Schlüsselfigur bei Nuklear-Deals ist der Pakistaner A.Q. Khan (M.) (Foto: Infografik Die Welt)

Dort, wo Europa an den Nahen Osten grenzt, herrscht ein Mann, beseelt von islamischer Frömmigkeit und Träumen Unbezwingbarkeit wie einst das Osmanische Reich. Offen­sichtlich plant er für seine Machtausweitung Nuklear­waffen.

Seit einiger Zeit mehren sich Anzeichen, dass die Türkei heimlich an einem Nuklearwaffenprogramm arbeite. Für Geheimdienstler sprechen jüngere politische Entscheidungen dafür.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) späht die Türkei aus, wie vor einigen Wochen bekannt wurde. Dafür gibt es etliche Gründe, wie unter anderem dass das Land als Drehscheibe für islamistische Kämpfer in Richtung Syrien und Irak, aber auch für den Drogenschmuggel fungiere. Darüber hinaus soll es einen weiteren handfesten Grund geben. Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass das Land unter Präsident Recep Tayyip Erdogan heimlich an einem Nuklearwaffenprogramm arbeite.

In der bisherigen Debatte ging es immer wieder um ein iranisches Atomprogramm sowie nordkoreanische Tests mit Nuklearwaffen, doch über ähnliche Vorbereitungen im NATO-Mitgliedsland Türkei war bisher wenig in der Öffentlichkeit zu hören. Westliche Geheimdienste sollen sich aber bereits einig sein, dass es es hierzu erkennbare Vorbereitungen gebe.

Die Türkei solle dabei eine ähnliche Strategie wie der Iran verfolgen, nämlich über den Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Material für eine Atombombe herzustellen. In den letzten Jahren wurde von Ankara ein grosses ziviles Nuklearprogramm aufgelegt. Immer wieder mit der Begründung, die heimische Wirtschaft wachse und brauche mehr Strom.

Normalerweise sei es üblich, wenn Unternehmen wie die russische Firma Rosatom oder ein ebenso dort tätiges japanisch-französisches Konsortium Leichtwasserreaktoren bauen, wie es gerade an der Mittelmeerküste geschehe, mit der Errichtung vertraglich zu fixieren, das Projekt 60 Jahre zu betreiben und dann die abgebrannten Brennelemente zurückzunehmen. Die Türkei verzichtete aber darauf, ohne das näher zu erklären.

Beobachter sehen darin das Ziel der Türken, Teile des Atomprogrammes selber in der Hand zu behalten und so unbeobachtet an der Entwicklung von Nuklearwaffen forschen zu können. Dass die Türkei ihre verbrauchten Brennstäbe nicht wieder hergeben möchte, könne ein Beleg für den Bau einer Plutoniombombe sein, da sie darüber entsprechendes radioaktives Material sammeln kann. Die Türkei besteht zudem auf ihre vermeintlichen Rechte aus den Atomwaffensperrvertrag, selber Uran anreichern zu können. Ihr Energieminister Taner Yildiz erklärte letztlich, man wolle den nuklearen Kreislauf »verstehen« lernen.

Erdogan solle schon 2010 als Ministerpräsident angeordnet haben, den Bau von Anlagen für die Anreicherung radioaktiven Materials vorzubereiten. Geheimdiensten zufolge soll die Türkei eine erhebliche Anzahl dazu notwendiger Zentrifugen bezogen haben, vermutlich aus Pakistan, die ebenso über eine Atombombe verfügen. Der frühere pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif hatte den Türken bereits 1998 eine »nukleare Partnerschaft« im Forschungsbereich angeboten.
Ebenso arbeite die Türkei seit den späten 80er Jahren an der Entwicklung von Kurzsreckenraketen mit einer Reichweite von maximal 150 Kilometer. Im Dezember 2011 erklärte Erdogan gegenüber der Rüstungsindustrie, das reiche nicht, man wolle auch eigene Langstreckenraketen entwickeln. 2012 wurde so bereits ein Raketentyp mit einer Reichweite von immerhin 1500 Kilometern in der Türkei getestet. Für 2015 stehe die Fertigstellung einer Mittelstreckenrakete mit 2500 Kilometern Reichweite an.

Das lässt fragen, was Hintergrund dieser  Entwicklung von immer weiter einsetzbaren Raketen ist. Derartige Raketen für Langstrecken werden ausschliesslich für Massenvernichtungswaffen verwendet, was ebenso für ein Nuklearprogramm spreche. Der damalige türkische Präsident Abdullah Gül sagte in diesem Jahr in einem Zeitungsinterview zu dem iranischen Nuklearprogramm: »Die Türkei wird nicht zulassen, dass ein Nachbarland Waffen hat, über die die Türkei nicht verfügt.« Der Satz lässt mehrere Deutungen zu.

Mehr dazu unter welt.de



Kategorien:Nahost

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