Supermarkt-Killer hatte es auf Juden abgesehen


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Terror in Frankreich: Hier stürmt die Polizei den koscheren Lebensmittelladen

Der Mörder und Supermarkt-Geiselnehmer von Paris, Amedy Coulibaly (32), hat sich gezielt eine jüdische Einrichtung für seinen Terrorakt ausgesucht. Rund zwei Stunden vor seinem Tod telefonierte der Islamist mit dem französischen Sender BFMTV. Dabei erklärte er, warum er ausgerechnet in einen koscheren Supermarkt gestürmt ist: „Die Juden. Wegen der Unterdrückung, vor allem des Islamischen Staats, aber überall. Es ist für alle Gegenden, wo Muslime unterdrückt werden. Palästina gehört dazu.“ Israels Regierungschef Netanjahu hat die französischen Behörden gebeten, auch nach dem Ende der Geiselnahmen jüdische Einrichtungen zu schützen.

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande sprach von einer „entsetzlichen antisemitischen Tat“.

Netanjahu bot der Regierung in Paris alle erdenkliche Hilfe an. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, im Kampf gegen den Terror zusammen zu stehen.

Zuvor hatte sich bereits Israels Aussenminister Avigdor Liberman besorgt über die „Terror-Offensive“ in Frankreich geäussert: „Dies ist ein erneuter Versuch der dunklen Mächte des extremistischen Islam, die Welt mit Angst und Terror zu überziehen.“

Unter den Juden in Frankreich wächst offenbar die Überzeugung, dass sie in dem Land keine Zukunft mehr haben. Mindestens 10.000 von ihnen wollen in diesem Jahr nach Israel auswandern. Stephen Pollard von der Zeitung The Jewish Chronicle schreibt: „Jeder französische Jude, den ich kenne, hat entweder das Land bereits verlassen oder trifft Vorbereitungen dafür.“

Die Grosse Synagoge von Paris war während der Geiselnahmen evakuiert worden. Sie blieb zum Schabbat aus Sicherheitsgründen geschlossen – zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bei der Geiselnahme in dem koscheren Supermarkt, der am Tag vor Schabbat gut besucht war, kamen vier unschuldige Menschen ums Leben. 15 weitere wurden von den französischen Spezialkräften befreit, vier von ihnen sind nach offiziellen Angaben zum Teil schwer verletzt. Der Geiselnehmer stand in Kontakt mit den Mördern, die die Satirezeitung Charlie Hebdo angegriffen hatten und die fast zeitgleich von der Polizei getötet wurden. Sowohl der Islamische Staat als auch Al Kaida im Jemen übernahmen die Verantwortung für die Terroranschläge.

In Israel gingen in den vergangenen Tagen viele Menschen auf die Strasse, um ihre Solidarität mit den Terroropfern von Paris zum Ausdruck zu bringen. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift „Wir sind Charlie“. In Tel Aviv-Jaffo beteiligten sich prominente Politiker wie der frühere Staatspräsident Schimon Peres, Amir Peretz und Silvan Schalom (Foto) an der Aktion.

Gleichzeitig weisen Kommentatoren im Land darauf hin, dass es in Israel eine weit grössere Zahl von Opfern islamistischen Terrors gab, ohne dass die westliche Welt ihre Solidarität gezeigt habe. Vielmehr werde Israel nach tödlichen Angriffen stets zur „Zurückhaltung“ aufgefordert.

„Wir alle sind Charlie“ hiess das weltweite Motto nach den tödlichen Schüssen in der Zeitschriftenredaktion. Wer geht nach den Morden in dem jüdischen Geschäft mit Plakaten auf die Strasse, auf denen steht: „Wir alle sind Juden?“

Videos zur Erstürmung des Supermarktes durch die französische Polizei:



Kategorien:Sicherheit

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