„Demonstrieren allein ist nicht genug“


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Ministerpräsident Netanyahu im Gespräch mit Spaniens Aussenminister (Foto: GPO

Im Rahmen eines Treffens mit Spaniens Aussenminister Jose Manuel Garcia-Margallo y Marfil sagte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Mittwoch:

„Ich kam gerade erst aus Paris zurück, wo ich gemeinsam mit Premierminister Rajoy und anderen führenden Politikern gemeinsam gegen den Terrorismus demonstriert habe.

Ich weiss, dass auch Sie Terroranschläge erfahren mussten. Der grosse Anschlag in Spanien liegt erst zehn Jahre zurück und natürlich unterstützen wir in Israel alle Bemühungen des spanischen Volkes, gegen den Terror zu kämpfen. Wir sind der Ansicht, dass dies ein gemeinsamer Kampf ist, und ich denke, dass die Demonstration auf den Strassen von Paris das Bedürfnis widerspiegelte, im diesem Kampf gegen den Terror vereint zu sein.

Ich denke, dass Demonstrieren allein nicht genügt. Wir müssen diese Terroristen bekämpfen und wir müssen auch die Unzulänglichkeiten des Kampfes gegen den Terror beseitigen. Denn ich meine, dass der Krieg gegen den Terror nur gewonnen werden kann, wenn wir die damit einhergehende Scheinheiligkeit aus der Welt schaffen.

Ich beziehe mich hier insbesondere auf die Aussagen, die der türkische Präsident Erdogan gestern machte. Er sagte, dass Israel nicht bei der Demonstration in Paris vertreten hätte sein sollen. Der Grund dafür seien unsere Verteidigungsmassnahmen gegen Tausende von Raketen, die die Hamas auf unsere Städte abgefeuert hat.

Ich denke, dass diese Aussagen des türkischen Präsidenten von allen klar zurück gewiesen werden sollten, die dem Kampf gegen den Terror verpflichtet sind. Denn ich meine, dass dieser Kampf Klarheit verlangt: Terroristen und die, die sie unterstützen, sollten verurteilt und die, die gegen sie kämpfen, unterstützt werden.

Dies ist der erste Schritt. Alles andere folgt daraus und ich hoffe, dass wir unseren gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und gegen den radikalen Islam, der unsere Zivilisation bedroht, fortführen werden.“

Trauerrede von Staatspräsident Rivlin für die Opfer des Anschlags von Paris

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Staatspräsident Rivlin während seiner Trauerrede (Foto: Präsidialamt)

Bei der Beerdigung der vier Männer, die bei dem Anschlag in Paris in einem koscheren Supermarkt ermordet wurden, hielt auch Staatspräsident Reuven Rivlin eine Traueransprache. Darin gedachte er in bewegenden Worten des Schicksals der Toten.

„Liebe Familien,

Yoav, Yohan, Philippe, François-Michel, wir wollten Euch nicht auf dieses Weise in Israel empfangen. Nicht auf diese Weise solltet Ihr ins Land Israel kommen, nicht so solltet Ihr nach Hause kommen, nach Israel und in seine Hauptstadt Jerusalem. Wir wollten Euch lebendig sehen, wir wollten, dass Ihr lebt.

Ich stehe in diesem Moment vor Euch, mit gebrochenem Herzen und voller Schmerz, und mit mir steht hier eine ganze Nation.

Philippe, Du wolltest für den Shabbat einkaufen, und was gibt es jüdischeres auf der Welt, als sich am Freitag auf den heiligen Shabbat vorzubereiten.

Dein Sohn Rafael weinte: „Mein Vater ist ein Held. Er wurde ermordet, nur weil er Jude ist.“ Wie sollen wir Deine geliebte Frau trösten, Philippe? Was sollen wir Deinen drei jungen Kindern sagen, deren Rufe nach ihrem Vater ungehört bleiben?

François-Michel, die Wohnung, die Du in Israel gekauft hattest, war bereit für Deine Ankunft. Du wolltest nach Israel einwandern und hier mit uns leben. Aber Du wirst niemals eine Mesusa an den Türen Deiner Wohnung in Israel anbringen. „Wer ein neues Haus gebaut hat und hat’s noch nicht eingeweiht, der mache sich auf und kehre heim, auf dass er nicht sterbe im Krieg“, heisst es in der Thora. Aber der Krieg kam zu Dir und die Hand des Mörders zerstörte alles.

Yoav, Du warst erst vor zwei Wochen hier in Jerusalem, Dein erster Besuch. Du standst an der Klagemauer und liessest Dich eingewickelt in eine israelische Fahne fotografieren. Heute bist Du hier zum zweiten und zum letzten Mal. Als jüdischer Held und vereint mit uns.

Yohan, Du hättest fliehen können – aber Du hast nicht aufgegeben. Du hast mit dem Mörder gekämpft, um das Leben eines dreijährigen Jungen zu retten. Du konntest ihn retten und hast dafür mit dem eigenen Leben bezahlt. Du warst erst 20 Jahre alt und wurdest ein Held.

Liebe Familien, liebe Bürger Israels. Philippe Braham, Yoav Hattab, Yohan Cohen und François-Michel Saada, wurden am Vorabend des Shabbat in einem koscheren Supermarkt in Paris kalten Blutes ermordet, nur weil sie Juden waren. Der Mörder stellte sicher, dass er sich in einem jüdischen Geschäft befand und verübte erst dann sein Massaker. Es war das reine und giftige Böse, das die schlimmsten Erinnerungen aufwühlt. Es ist der reine Hass auf Juden; abscheulich, dunkel und planvoll, das jüdisches Leben treffen will, wo auch immer es sei. In Paris, in Jerusalem, in Toulouse und in Tel Aviv. In Brüssel und in Mumbai. In den Strassen, den Synagogen, in Schulen und in Geschäften, in Bahnhöfen und in Museen. […]

Wir dürfen nicht zulassen, dass im Jahre 2015, siebzig Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, Juden Angst davor haben, mit Kippa und Tzitzit auf den Strassen Europas zu gehen. Es kann nicht sein, dass wir in den Nachrichten immer wieder von Vandalismus auf jüdischen Friedhöfen und von Angriffen gegen Juden, gegen Synagogen und Gemeinden hören müssen. Wir dürfen diese fanatische antisemitische Hetze nicht länger ignorieren, unentschlossen bleiben oder lasch dagegen vorgehen. Ignoranz und Gewalt werden nicht einfach von selbst verschwinden. […]

(Amt des Ministerpräsidenten / Präsidialamt / JNS)



Kategorien:Gesellschaft

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