Intel verleiht Fussballfans den «Matrix»-Blick


6F5B6589E30ECF2A6B15414C74A46BBBDer Chiphersteller Intel arbeitet mit Sky und der israelischen Firma Replay Technologies daran, Sportübertragungen zu revolutionieren.

Sie kennen vielleicht das «Aktuelle Sportstudio» im ZDF. Neben herkömmlichen Zusammenfassungen von Fussballspielen werden auch sogenannte «Sportstudio-Analysen» gezeigt, die jeweils ein Spiel des Tages unter taktischen Aspekten genauer unter die Lupe nehmen. Dabei wird die Wiederholung einer Spielszene teilweise angehalten, um beispielsweise eine umstrittene Situation nahtlos aus verschiedenen Perspektiven zu zeigen. Auch beim SRF setzt man im Rahmen von Sportsendungen seit Neuerem diese Analysetechnik mit Rundum-Blick ein.

Allerdings funktioniert dieser 360-Grad-Blick auf bestimmte Szenen nicht mit Bewegt-, sondern nur mit Standbildern. Bekannt wurde diese Technologie – im Film- und Game-Bereich «Bullet Time» genannt – bereits 1999 durch den Hollywood-Blockbuster «The Matrix».

360-Grad-Blick mit Bewegtbildern

Künftig sollen derartige TV-Analysen auch mit bewegten Bildern möglich sein. Dann soll man auch Blickwinkel und Distanz zum Geschehen verändern können, ohne eine Szene dafür anhalten zu müssen. Mehr noch: Die sogenannte FreeD-Technologie könnte auch während Live-Übertragungen bei Wiederholungen zum Einsatz kommen.

Entwickelt wird die neue, progressive Kamera-Technologie vom israelischen Unternehmen Replay Technologies. Für ein erstes Pilotprojekt konnte Intel zudem den Pay-TV-Anbieter Sky gewinnen. Wie sich Intel das Sportfernsehen der Zukunft vorstellt, zeigt dieses Video:

32 hochauflösende Kameras

Um Sportfans den 360-Grad-Überblick zu ermöglichen, bedarf es eines enormen technischen Aufwands: Für das Pilotprojekt musste ein Fussballstadion mit 32 fest installierten 5K-Kameras ausgestattet werden. So konnte die für das System notwendige, flächendeckende Erfassung des Spielgeschehens per Video gewährleistet werden.

Die Installation des ganzen Systems nahm gemäss Intel rund zwei Wochen in Anspruch. Bisher war es vor allem aus Kostengründen nicht möglich gewesen, den «Bullet Time»-Effekt auch in Sportübertragungen zu integrieren.

FreeD auch in der Schweiz?

Bezeichnenderweise wurde das Pilotprojekt aufgrund der hohen Kosten des neuen 360-Grad-Kamera-Systems in Zusammenarbeit mit einem Pay-TV-Sender realisiert. Das Schweizer Pendant zum deutschen Privatsender Sky ist der auf Sportübertragungen spezialisierte Sender Teleclub. Hier hat man erst vor Kurzem die bisherige, auf Standbildern basierende «Matrix»-Analysetechnik eingeführt, wie Programmleiterin Claudia Lässer auf Anfrage von 20 Minuten sagt.

«Wir beobachten die Entwicklung neuer Technologien und Features genau», so Lässer. «Alles, was uns hilft, Sportereignisse noch kompetenter zu analysieren, ist natürlich interessant für uns.» Für die Beurteilung, ob die neue Intel-Technologie auch budgettechnisch in Frage kommt, bedürfe es aber eingehender Analysen.

Denn auch wenn Intel die Kosten für derartig revolutionäre TV-Systeme dank fortschrittlicher Computer-Chips zu senken vermag, bleibt die Technologie enorm aufwändig. Neben unglaublich viel Speicherplatz (siehe Bildstrecke) müsste man auf jeden Fall die Stadien sämtlicher Super-League-Vereine mit jeweils 32 fix installierten, hochauflösenden Kameras ausstatten. (Philipp Stirnemann, 20min)



Kategorien:Sport

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