Erleuchtung finden in der Wüste?


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Dies ist ein Gastbeitrag des Israel Trade Center von Herrn Daniel Schmitz-Remberg, der vor wenigen Wochen mit einigen Kollegen von Accenture Strategy nach Israel reiste und mit Hilfe der Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft des Staates Israel dort die Geheimnisse des israelischen Innovations- und Start-up-Wunders ergründete. Herr Schmitz-Rembergs Bericht geben wir hier ungekürzt wider:

Bewaffnete Wachleute und Gasmasken – zum Einsatz kamen beide nicht. Israel gilt als gefährlich, etwas chaotisch. Davon haben wir nichts gemerkt; alles war minutiös geplant, das Programm stramm: ein Tag Agriculture, ein Tag Life Science-Startups, dazwischen Sandsturm, Cannabis-Startup, Erdbeer-Ufo und multiresistente Bakterien.

Mit Erdbeer-Ufos gegen die Trockenheit

Landwirtschaft? Für uns in Mitteleuropa kein Problem: Wir stellen Kühe auf die Weide, verbuddeln Saatgut und pflanzen Bäume; Ertragssteigerung ist dann eine Feinheit. Ganz anders sieht das in Israel aus: Innerhalb der drei Tage, die wir hier verbrachten, hatten wir mehr Sand zwischen den Zähnen als Zahnpasta. Wer überleben will, muss die Wüste zum Blühen bringen. Das erfordert innovative Ideen, Querdenken. Und am Ramat Negev AgroResearch Center blüht’s definitiv – mitten in der Wüste. Dafür sorgen ausgefallene Zucht- und Pflanzmethoden.

Mit Bierdosenzucht und schwebenden Erdbeer-Ufos entwickeln hier führende Agrar-Forscher Lösungen, die Bauern auf der ganzen Welt dabei helfen, ihre Erträge in wasserarmen Gegenden nachhaltig zu steigern – dafür ist nichts zu ungewöhnlich. Hängende Obst- und Gemüsebeete steigern die Ernte und helfen beim Wassersparen; überschüssiges Wasser fliesst einfach ab und wird wiederverwendet. Die bunten Ufos strecken sich über bis zu 14 Meter. Zusätzlich kultivieren die Forscher Salzgras, Delikatesse in den Metropolen und guter Zusatzverdienst für strauchelnde Kleinbauern.

Erdbeer-Ufo

Was die Landwirtschaft in Israel erst möglich macht, kann dann an vielen Stellen der Welt dabei helfen, die Ernten zu optimieren. Wie können wir also die internationale Zusammenarbeit ausbauen, die Arbeit der Forscher unterstützen und beim Kunden davon profitieren? Um Antworten darauf zu finden, besuchten wir am Eco Industrial Park in Neot Hovav zwei Big Player aus Chemie und Landwirtschaft, tauschten uns mit ICL und Adama aus zu Zukunftsthemen wie Sustainable Product Portfolio Innovation oder Industry 4.0.

Kerngesund dank Big Data

20170312_124711Doch nicht nur Sand lag in der Luft, sondern auch israelische Startup-Atmosphäre. Wie wir dank Big Data mit dem Rauchen aufhören oder auf Fastfood verzichten? Unser eigenes Speichellabor mit uns tragen? Multiresistente Bakterien bekämpfen oder Patienten mit medizinischem Cannabis behandeln? Im Austausch mit vier Life Science-Startups, einem Venture Capital-Geber und einem Regions-Cluster-Entwickler konnten wir in dynamischer Runde Feedback geben, gemeinsam neue Ideen entwickeln, lernen. Der Life Science-Beauftragte des israelischen Wirtschaftsministeriums hatte die Kontakte hergestellt zu Somatix, Salignostics, Omnix Medical und Syqe Medical.

Was wir mitnehmen aus den Startup-Sessions? Wenn’s um digitale Innovation geht, ist Israel auf jeden Fall einen Ausflug wert. Auch die Zusammenarbeit mit den Startups kann für uns sehr wertvoll weiterentwickeln. Wie wertvoll, das gilt es jetzt in der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartner zu quantifizieren – entlang der Geschäftsmodelle und Strategien unserer Klienten.

Und Israel ist noch nicht am Ziel seiner Innovationsreise: Zum Abschluss sassen wir zusammen mit dem CEO von Yeda R&D. Denn die vielen Entwicklungen, die am Weizmann Institute in Tel Aviv entstehen, wollen auch umgesetzt werden. Yeda ist die „Burning Platform“ für alles rund um Life Science, Ernährung und Umwelttechnologien, komplementiert das Startup-Ecosystem, indem sie den Forschern hilft, ihre Ideen erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Unser aufrichtiger Dank geht an die israelische Botschaft in Berlin und das Life Science-Referat des Wirtschaftsministeriums in Jerusalem, die uns mit ihren Ratschlägen und Kontakten tatkräftig unterstützt haben – und damit diese Erfahrung so ermöglicht haben. Wir sind hoch inspiriert unsere Erfahrung mit unseren Klienten im Life Science- & Agri-Bereich weiter auszutauschen.

Tipp für die Zukunft? Den Blick nach Israel richten – hier tut sich was!



Kategorien:Wissenschaft

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