Ukrainischer Ministerpräsident in Israel


.„Wir haben viele gemeinsam. Wir haben eine gemeinsame Geschichte zusammengesetzt aus Tragödie und wichtigen Ereignissen. Dies ist besonders wichtig, wenn wir den 25. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern begehen. Israel ist ein strategischer Partner der Ukraine, wir arbeiten auf vielen Gebieten zusammen. Der Handel zwischen uns ist im Wachstum und wir bemühen uns sehr, eine Freihandelszone zwischen unseren Ländern zu schaffen und es gibt noch eine grosse Zahl anderer Bereiche der Zusammenarbeit, wie der Informationstechnologie, der Landwirtschaft, der Gesundheit, der Bildung und so weiter.“

Das waren die Worte des ukrainischen Ministerpräsidenten Volodymyr Groysmann, der am vergangenen Sonntag zu Gast in Israel war. Ursprünglich war der Besuch schon für Dezember 2016 geplant gewesen, wurde aber von Ministerpräsident Benjamin abgesagt als Protest dafür, dass die Ukraine im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für die Resolution 2334 gestimmt hatte bezüglich der jüdischen Siedlungen. Nach etwa zwei Monaten und einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten wurde die Krise beiseite gelegt. Bei der letzten Abstimmung der UNESCO stimmte die Ukraine zugunsten Israels ab, als es um die Frage ging, ob das Judentum eine Beziehung zu Jerusalem habe.

Ausser Benjamin Netanjahu ist Volodymyr Groysmann der einzige jüdische Ministerpräsident auf der Welt.

Bei dem Treffen wurde über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Handels und der Wirtschaft, der Informationstechnologie und der Kultur beraten. Der ukrainische Ministerpräsident lud seinen israelischen Amtskollegen zu einem Besuch in der Ukraine ein, der die Einladung dankend annahm.

Benjamin Netanjahu sagte während des Treffens dem Gast aus der Ukraine: „Dies ist ein Moment einer mutigen Freundschaft, den die gemeinsame Geschichte verbindet zwischen der Ukraine und Israel. Ein Teil besteht aus Katastrophen aber auch aus Hoffnung und Sympathie. Wie sie sicher wissen, hat die Ukraine einen großen Anteil an der Wiederbelebung der hebräischen Sprache und des Zionismus. Um ehrlich zu sein, die Gründung des Jüdische Staates ist ohne die Juden aus der Ukraine kaum vorstellbar: Bialik, Jabotinsky, under Vorsitzender der Knesset Edelstein, der Minister Elkin und noch viele hunderttausend Juden, die nach Israel aus der Ukraine kamen und eine lebendige Brücke zwischen unseren Ländern und Völkern darstellten. Dies gab uns die Basis unserer intensiven Zusammenarbeit. Nun unterzeichnen wir Abkommen zwischen den Ministern unserer Regierungen. Wir kennen und bewahren unsere Vergangenheit. Gleichzeitig sind unsere Blicke in die Zukunft gerichtet. Wir möchten die Beratungen für eine Freihandelszone vorantreiben und zu mehr Handel ermutigen, mehr Tourismus und mehr Technologie. Doch am allerwichtigsten ist die Freundschaft zwischen uns. Durch die wichtige Abstimmung in der UNESCO haben sie diese Freundschaft bestätigt und auf einen neuen Weg geführt und das schätze ich sehr.“

Staatspräsident Reuven Rivlin begrüsste den Gast und sagte: „Ich freue mich, Sie in Jerusalem begrüssen zu dürfen, der Hauptstadt Israels. Um in eine neue Ära des Verständnisses zwischen unseren Völkern zu erreichen, müssen wir unserer Vergangenheit bewusst sein. Wir schätzen sehr ihre Bemühungen gegen den Hass, dem Faschismus und dem Antisemitismus.“

Groysmann erzählte von seinem Besuch in Jad Vashem: „Dies ist eine tragische Periode der Geschichte, die direkt mit der Ukraine und dem ukrainischen Volk verbunden ist. Ich bin stolz darauf, dass sich unter unserem Volk 2500 Gerechte unter den Völkern („Chasidei Umot Olam“) befinden, die die Ukraine repräsentieren. Der Mord an 6 Millionen Juden nur weil sie Juden waren ist eine Tragödie.“ Groysmann erzählte weiter, wie berührt er bei seinem Besuch in Jad Vashem gewesen war. Er bedankte sich bei Staatspräsident Rivlin für seinen Besuch in der Ukraine anlässlich des 70. Jahrestages des Massakers von Babyn Jar, wo mehr als 33000 Juden ermordet worden waren.

Weiter sagte er: „Die Ukraine sieht die Bewahrung der Menschenrechte und des Menschenlebens als sehr wichtig an, Wir müssen zusammen für den Frieden kämpfen und für die Wahrung der Demokratie und der Werte zusammenhalten.“

Groysmann besuchte die Knesset und war Gast des Knessetvorsitzenden Juli-Joel Edelstein. Er übermittelte ihm, dass die ukrainische Regierung und danach das Parlament bald über die Rentenzahlungen an die aus der Ukraine stammenden Juden in Israel abstimmen wird, so dass die Zahlungen schon im Oktober beginnen können. Groysmann hatte sich sehr für das Recht der aus der Ukraine nach Israel eingewanderten ukrainischen Juden eingesetzt. Sie hatten nach ihrer Einwanderung ihr Recht auf Rente verloren. Edelstein begrüsste den Schritt und sagte, dass die ein Zeichen der guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei. (Yossi Aloni, ih)

Bild: Der ukrainische Ministerpräsident Groysmann mit dem israelischen Staatspräsidenten Rivlin (Foto: Mark Neyman/GPO)



Kategorien:Politik

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