Gewalt und Festnahmen bei Protesten orthodoxer Juden


Hunderte von orthodoxen Juden haben gestern in Jerusalem gegen die Festnahme einer ihrer Jugendlichen protestiert. Er wurde von der Militärpolizei festgenommen, nachdem er sich trotz mehreren Aufforderungen nicht bei der Armeerekrutierungsstelle gemeldet hatte. So versammelten sich gestern Nachmittag, wie schon so oft in der letzten Zeit, hunderte von orthodoxen Juden und blockierten eine zentrale Strasse in Jerusalem, was riesige Verkehrsstaus zur Folge hatte.

Da sich die Demonstranten weigerten, die Strasse freizugeben, mussten sie von der Polizei mit Gewalt von der Strasse entfernt werden. Die Polizei benutzte dabei auch Wasserwerfer und berittene Polizisten. Bei der Räumung kam es zu gewaltsamen Szenen. Die Demonstranten warfen Steine auf die Polizisten und beleidigten sie mit Schimpfworten.

Ein Polizist schubst einen Demonstranten zu Boden

Insgesamt acht orthodoxe Demonstranten wurden festgenommen, zwei Jugendliche wurden verletzt, einer von ihnen musste mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Augenzeugen berichteten von einer übertriebenen Gewalt seitens der Polizisten. Die Demonstranten wären geschubst, gestossen und geschlagen worden.

Polizeichef Roni Alsheich hat heute erklärt, dass die gestrigen Vorfälle untersucht würden. Gewalt seitens Polizisten sei nicht zu akzeptieren. Polizisten, die während der gestrigen Demonstration die Kontrolle über sich verloren hätten, sollen zur Verantwortung gezogen werden.

Alsheich sah die Videoaufnahmen, in denen zu sehen ist, wie Polizisten gewaltsam gegen die Demonstranten vorgehen. „Ich dulde so etwas nicht. Vielleicht werden einige der Polizisten sich vor Gericht zu verantworten haben“, sagte er. Er fügte aber hinzu, dass auch seitens der orthodoxen Demonstranten extreme Gewalt ausgegangen sei. Dennoch sei die Einsetzung von Gewalt gegen sie ungerechtfertigt, fügte er fort. Nach Beendigung der Untersuchung der Vorfälle werde man sich selbst kontrollieren und Schlussfolgerungen ziehen. (IH / Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

 



Kategorien:Gesellschaft

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