Thorazitat – Parascha


Unsere Weisen lehrten uns: „Wer wird respektiert? – Der die Menschheit respektiert.“

Thora-Parascha

Sidra: „Ekev“
Lesungen: 5. Mose 7,12 – 11,25
Haftara: Jeschajahu 49:14 – 51:3

Ekev-Psalm 75
Wegweisende Wunder

Gottes Eingreifen in das natürliche Geschehen wird manchmal in der Form eines Wunders sichtbar. Im Wochenabschnitt Ekew finden wir mehrere Beispiele. Über den bevorstehenden Kampf mit den Völkern Kanaans heisst es: „Wenn Du in deinem Herzen sprechen wirst: Diese Völker sind mir zu zahlreich, wie werde ich sie vertreiben können? Fürchte Dich nicht vor ihnen; Gedenke daran, was der Ewige, dein Gott, Pharao und ganz Ägypten angetan hat. An die grossen Versuchungen, die deine Augen gesehen, an die Zeichen und Wunder, an die starke Hand und den ausgestreckten Arm, womit der Ewige, dein Gott, dich herausgeführt hat; so wird der Ewige, dein Gott, allen Völkern tun, vor denen du dich fürchtest“ (Dewarim 7, 17 – 19). Über die Wunderspeisungen in der Wüste erfahren wir: „Er liess dich darben, liess dich hungern, und speiste dich dann mit dem Man, das du nicht gekannt und deinen Väter nicht gekannt, um dich erfahren zu lassen, das nicht auf dem Brot allein der Mensch das Leben zu fristen vermöge,  sondern auf allem, was dem Munde Gottes entstammt, leben könne der Mensch“ (Dewarim 8, 3; siehe auch Vers 16).  In den ersten Versen von Kapitel 11 wird dargelegt, dass die persönliche Erfahrung der Wundertaten Gottes die Israeliten zu Liebe und Gehorsam führen soll.
„Wir danken dir, Gott, wird danken dir, und noch ist uns dein Name nahe; erzählt haben ihn deine Wunder“ (Psalm 75, Vers 2). Rabbiner  Hirsch erklärt: „Deine Wunder haben bewirkt, was sie sollten: sie haben durch geschichtliche Ereignisse die Erkenntnis von deinem Sein, Wollen und Walten gebracht, sie haben deinen Namen erzählt.“

Über die Gottestaten, von denen die Tora berichtet, schreibt Rabbiner Hirsch: „Sie bilden für alle Zeit den Granitboden unseres Seins, Wollens und Wirkens vor Gott, wiederholen sich aber nicht. Was sie lehren sollten, sollen wir für Kind und Kindeskinder gelernt haben“ (Kommentar zu Psalm 90, 16). Von entscheidender Bedeutung ist es, die erfahrene Offenbarung weiterzugeben. Daher bemerkt der Psalmist: „Ich aber will es für immer verkünden, will singen dem Gott Jakows“ (Vers 10).  (Prof. Dr. Yizhak Ahren)

Inhaltsangabe – Abschnitt für Abschnitt

 1. Abschnitt (7:12 – 8:10)
„Wehajah Ekew tischme‘un et haMischpatim ha‘eleh usch’martem wa‘assitem otam…“ – „Und zum Lohne dafür, dass ihr diese Vorschriften höret und sie sorgfältig ausübt …“
Mosche beschreibt ausführlich die Belohnungen für das Befolgen der Torah und der Mizwot und ermuntert das Volk, Gottes Schutz zu vertrauen. In diesem Abschnitt wird die Mizwah von Birkat haMason (dem Tischgebet) erwähnt.
2. Abschnitt (8:11 – 9:3)
Nun warnt Mosche das Volk: wenn es erst einmal in Erez Israel lebt, schöne Häuser, große Viehherden sowie Gold und Silber besitzt, so soll es nicht vergessen, dass Gott es war, der das Volk aus Ägypten befreit hat. Er hat es durch die trockene Wüste geführt und mit Wasser und Man versorgt.
3. Abschnitt (9:4 – 9:29)
Um seinen Standpunkt zu unterstreichen, erwähnt Mosche nochmals den Zwischenfall mit dem Goldenen Kalb. Er erklärt, warum Gott, ein gerechter Gott, dem Volk den Sieg über die Bewohner von Erez Israel garantiert: nicht weil die Bnei Israel es verdienen, sondern weil die sieben Nationen in Kenaan eine Bestrafung wegen ihrer eigenen boshaften Werke verdienen. Denn die Taten der Bnei Israel während der 40 Jahre in der Wüste (wie z.B. das Goldene Kalb) wären eigentlich ein Grund für die Bestrafung des Volkes.
Es waren drei Dinge, die es davor beschützten:
  1. Gottes Versprechen an Awraham, Jizchak und Ja’akow (Israel),
  2. Die Entweihung von Gottes Namen, wenn die anderen Nationen voller Hohn fragen, warum Gott sein Volk nicht schützt
  3. und Mosches Bitten um Vergebung.
4. Abschnitt (10:1 – 10:11)
Er berichtet über das zweite paar Luchot (Gesetzestafeln) und den Schrein, der gebaut wurde, um sie zu transportieren. Weiterhin erwähnt er den Tod Aharons und über die Nachfolge dessen Sohnes Elasars sowie die besondere Rolle des Stammes Lewi als Resultat des ungebührlichen Verhaltens des Volkes.
5. Abschnitt (10:12 – 10:22)
Obwohl Gott der Herr über alles ist, unterhält er mit unseren Ahnen und ihren Nachkommen, also dem Volk Israel, eine besondere Beziehung.
6. Abschnitt (11:1 – 11:9)
Der Abschnitt enthält den zweiten Teil des Sch’ma Israel (1) mit dem Versprechen, dass es reichlich Regen und eine gute Ernte gibt, wenn sich das Volk an die Mizwot hält.
7. Abschnitt (11:10 – 11:25) /Maftir (11:22 – 11:25)
Im letzten Abschnitt dieser Paraschah hören die Bnei Israel nochmals, dass Gott es ihnen leicht machen wird, Erez Israel einzunehmen, wenn das Volk alles tut, was ER ihnen sagt.
Zuletzt werden die Grenzen von Erez Israel definiert.
Anmerkungen:
1.   Der erste Teil des Schma Israel steht in der letzten Paraschah (WaEtchanan). Dieser Teil ist einer der beiden Teile des Textes einer Mesusa und einer der vier Textteile in den Tefillin.

Haftarah: Jeschajahu 49:14 – 51:3

Gott lässt dem Volk durch Jeschajahu sagen, dass er weder Zion vergessen noch sein Volk aufgegeben hat. Das Exil wird nicht von Dauer sein und es die Bande zwischen IHM und seinem Volk war niemals durchtrennt.

Aus der Haftarah-Lesung:

Zion aber sprach: Der EWIGE hat mich verlassen, der EWIGE hat meiner vergessen. Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergässe, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir. Deine Erbauer eilen herbei, aber die dich zerbrochen und zerstört haben, werden sich davonmachen. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der EWIGE: Du sollst mit diesen allen wie mit einem Schmuck angetan werden und wirst sie als Gürtel um dich legen, wie eine Braut es tut. Denn dein wüstes, zerstörtes und verheertes Land wird dir alsdann zu eng werden, um darin zu wohnen, und deine Verderber werden vor dir weichen, sodass deine Söhne, du Kinderlose, noch sagen werden vor deinen Ohren: Der Raum ist mir zu eng; mach mir Platz, dass ich wohnen kann. Du aber wirst sagen in deinem Herzen: Wer hat mir diese geboren? Ich war kinderlos und unfruchtbar, vertrieben und verstossen. Wer hat mir diese aufgezogen? Siehe, ich war allein gelassen – wo waren denn diese? So spricht Gott der EWIGE: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen. Und Könige sollen deine Pfleger und ihre Fürstinnen deine Ammen sein. Sie werden vor dir niederfallen zur Erde aufs Angesicht und deiner Füsse Staub lecken. Da wirst du erfahren, dass ich der EWIGE bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren. Kann man auch einem Starken den Raub wegnehmen? Oder kann man einem Gewaltigen seine Gefangenen entreissen? So aber spricht der EWIGE: Ja, auch die Gefangenen des Starken werden weggenommen, und der Raub wird dem Gewaltigen entrissen. Ich selbst will deinen Gegnern entgegentreten und deinen Söhnen helfen. Und ich will deine Schinder speisen mit ihrem eigenen Fleisch, und sie sollen von ihrem eigenen Blut wie von jungem Wein trunken werden. Und alles Fleisch soll erfahren, dass ich, der EWIGE, dein Heiland bin und dein Erlöser, der Mächtige Jakobs. So spricht der EWIGE: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen hätte? Oder wer ist mein Gläubiger, dem ich euch verkauft hätte? Siehe, ihr seid um eurer Sünden willen verkauft, und eure Mutter ist um eurer Abtrünnigkeit willen entlassen. Warum kam ich und niemand war da? Warum rief ich und niemand antwortete? Ist mein Arm denn zu kurz, dass er nicht erlösen kann? Oder habe ich keine Kraft, zu erretten? Siehe, mit meinem Schelten mache ich das Meer trocken und die Wasserströme zur Wüste, dass ihre Fische vor Mangel an Wasser stinken und vor Durst sterben. Ich kleide den Himmel mit Dunkel und hülle ihn in Trauer. Gott der EWIGE hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der EWIGE hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der EWIGE hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiss, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der EWIGE hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen. Wer ist unter euch, der den EWIGEN fürchtet, der auf die Stimme seines Knechts hört? Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des EWIGEN und verlasse sich auf seinen Gott! Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer entfacht und Brandpfeile entzündet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in Schmerzen sollt ihr liegen. Hört mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr den EWIGEN sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid, und des Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid. Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid. Denn als einen Einzelnen berief ich ihn, um ihn zu segnen und zu mehren. Ja, der EWIGE tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des EWIGEN, dass man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang.



Kategorien:Gesellschaft

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