Hochzeit sorgt für Diskussionen


Bei uns hier in Israel hat eine Hochzeit eines Schauspielers mit einer bekannten Fernsehmoderatorin für Diskussionsstoff gesorgt. Eigentlich ist es doch die natürlichste Sache der Welt, wenn zwei Menschen die sich lieben, den Bund der Ehe eingehen. Vielen mag es, und das wohl mit Recht, unverständlich sein, warum die Hochzeitsfeier bis kurz vor ihrem Beginn vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wurde.

Gestern wurden die Reaktionen eines Knesset-Abgeordneten und des israelischen Innenministers zu dieser Hochzeit und scharf kritisiert. Und warum? Weil der jüdische Schauspieler Zachi Halevi (bekannt aus der Fernsehserie “Fauda”) seine Liebe, die muslimische und in Israel sehr beliebte Journalistin und Fernsehmoderatorin Lucy Aharish geheiratet hat.

Es fällt mir sehr schwer, zu erklären, warum es ein Problem sein soll. Hier in Israel kann es leider eins sein, denn sollte das Paar zum Beispiel Kinder bekommen, wären sie nach den jüdischen Gesetzen keine Juden und nach dem Islam auch keine Muslime. Im Judentum richtet sich die Religion nach der Mutter, im Islam nach dem Vater. Der israelische Innenminister schlug der Frau vor, zum Judentum zu konvertieren. Ähnlich äusserte sich auch der Abgeordnete Oren Hazan, als er meinte, er würde Lucy Aharish nicht vorwerfen, dass sie “die Seele eines jüdischen Mannes verführe, um unseren Staat zu verletzen und zu verhindern, dass mehr jüdische Nachkommen die jüdische Linie fortführen. Im Gegenteil, sie ist willkommen, zum Judentum zu konvertieren.” Dieser Satz hat sehr viele Menschen sehr verärgert, auch in der Knesset distanzierten sich viele Abgeordnete davon.

Wenn man jetzt nur den religiösen Aspekt betrachtet, könnte man die Sorge, besonders der religiösen Juden, verstehen. Eine Ehe wie diese “schadet” tatsächlich dem Fortbestehen des Judentums. Nun werden die Kritiker sicher kommen und diese Diskussion dafür benutzen, Israel als ein rassistisches Land zu kritisieren. Anderseits können wir zwei Menschen, die sich lieben, verurteilen, dass sie eine Familie zu gründen, nur weil jeder von ihnen in eine andere Religion, einem anderen Volk, geboren wurde? Und hier stellt sich wieder die so oft diskutierte Frage, ob es sich beim Judentum nicht nur um eine Religion, sondern auch der Zugehörigkeit zu einem Volk handelt. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Artikel.

Sicher hätte das Paar es einfacher gehabt, wenn die Frau zum Judentum konvertiert wäre. oder der Mann zum Islam. Besonders, wenn man an die Kinder denkt, die das Paar vielleicht haben wird. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass wir in erster Linie Menschen sind. Und wenn zwei Menschen sich lieben, hat niemand das Recht, diese Liebe zu stören. Ich wünsche dem Paar ein glückliches Leben. Mazal Tov!

(Dov Eilon / Bild: Video Facebook))



Kategorien:Gesellschaft

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