Zehntausende protestieren gegen Gewalt gegen Frauen


Nach dem gewaltsamen Tod zweier junger Mädchen in Israel haben Tausende Menschen in Tel Aviv gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Quelle: Oded Balilty/AP/dpa

Nach dem gewaltsamen Tod zweier junger Mädchen in Israel haben rund 30.000 Menschen in Tel Aviv gegen Gewalt und für den Schutz von Frauen demonstriert. Die Teilnehmer der Protestaktion trugen Plakate mit der Aufschrift „Das Blut von Frauen ist nicht billig“ und „Wir werden getötet und die Regierung schweigt“. Sie verlangten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, endlich zu handeln.

Ähnliche Demonstrationen gab es im ganzen Land. Daran beteiligten sich religiöse und nicht religiöse Israelis, Juden und Araber. Unternehmen unterstützten die Aktionen, indem sie den Frauen frei gaben. Die Organisatoren der Proteste fordern von der Regierung, einen im vergangenen Jahr angekündigten Aktionsplan zum Kampf gegen Gewalt gegen Frauen umzusetzen. In diesem Jahr wurden in Israel mindestens 24 Frauen getötet. Die meisten hatten zuvor die Polizei informiert, dass sie um ihre Sicherheit fürchteten. „Wir mussten etwas Radikales tun“, sagte eine der Organisatoren, Ruti Klein.

In Jerusalem spritzten Demonstranten rote Farbe auf eine Strasse, auf der Schilder mit den Namen getöteter Frauen lagen. Auf einem Platz in Tel Aviv stellten Aktivisten rund 200 rot gefärbte Paar Schuhe auf, die Gewalt gegen Frauen symbolisieren sollten. Sie forderten von der Regierung umgerechnet knapp 60 Millionen Euro für ein entsprechendes Hilfsprogramm.

Eine israelisch-arabische Frau berichtete, ihr Ehemann habe versucht, sie mit einem Messer zu töten. Er habe dafür eine Haftstrafe von fünf Monaten bekommen. Nun fürchte sie um ihr Leben, wenn er in der nächsten Woche freikomme. „Ich habe lange Angst gehabt, darüber zu sprechen, weil diese Themen in arabischen Familien heikel sind“, sagte sie. „Aber ich kann nicht länger schweigen.“

Israel will nach massiven Protesten gegen Gewalt an Frauen elektronische Ortungsfesseln bei Verdächtigen und wegen häuslicher Gewalt Verurteilten einsetzen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag solle am Sonntag im zuständigen Parlamentskomitee eingebracht werden, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch mit.

Auch die Opfer selbst könnten nachverfolgen, wo sich ihre ehemaligen Peiniger aufhielten, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit mit. Nach drei Jahren solle die Effizienz der GPS-Fesseln kontrolliert werden. Seit Jahresanfang sind in Israel laut Medienberichten 24 Frauen nach häuslicher Gewalt gestorben.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Gesellschaft

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