Polens Rolle im Holocaust: Israels Aussenminister nimmt seine Worte nicht zurück


Israels Aussenminister Israel Katz hat sich im Gespräch mit dem Fernsehsender Reshet 13 geweigert, sich für seine Antisemitismus-Vorwürfe gegen Polen zu entschuldigen.

„Ich bedauere nichts von meinen Aussagen. Meine Eltern erlebten den Holocaust, als Sohn von Holocaust-Überlebenden muss ich die Wahrheit sagen“, zitiert France 24 die Worte des Politikers gegenüber Reshet 13 am Donnerstag.

„Viele Polen haben im Holocaust mit den Nazis kollaboriert. Vor und während des Zweiten Weltkriegs gab es in Polen Antisemitismus“, so Katz weiter.

Zuvor hatte Polen wegen der Aussagen von Katz verkündet, dem Gipfel der Visegrad-Gruppe in Jerusalem fernzubleiben.

Katz soll sich auf eine Aussage des Ex-Ministerpräsidenten Izchak Schamir berufen haben, der erklärt hatte: „Die Polen haben Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen.“

Polens Premier Morawiecki bezeichnete Katzs Äusserungen als „rassistisch und vollkommen unannehmbar“. Zudem sagte er seinen Jerusalem-Besuch ab und rief Israel zur Erklärung dieser Worte auf.

Das polnische Aussenministerium hatte zuvor die israelische Botschafterin in Warschau, Anna Azari, einbestellt. Grund war ein von einer israelischen Zeitung wiedergegebenes Zitat des israelischen Premierministers, Benjamin Netanjahu, zum Thema Holocaust.

„Die israelische Botschafterin Anna Azari wurde im Zusammenhang mit einem Zeitungsartikel bezüglich einer Erklärung des israelischen Premierministers zur Klarstellung in das Aussenministerium einbestellt“, teilte die Behörde mit.

Der polnische Präsident, Andrzej Duda, hat letzten Freitag Israels Regierungschef, Benjamin Netanjahu, für seine Aussagen über das polnische Gesetz kritisiert, das eine Strafe für die Schuld des polnischen Volks sowie des Staates im Zusammenhang mit Holocaust-Verbrechen vorsieht.

Zuvor hatten mehrere israelische Medien das folgende Zitat von Netanjahu veröffentlicht:

„Die Polen haben mit den Nazis kooperiert, und ich kenne niemanden, der jemals für diese Behauptung verurteilt wurde“.

Nach der negativen Reaktion in Warschau erwiderte Azari, dass die von der „Jerusalem Post” aufgegriffene Aussage nicht der Realität entspreche.

„Ich war bei der Pressekonferenz des Premierministers dabei, und er sagte nichts darüber, dass die polnische Nation mit den Nazis kooperiert hatte, sondern nur, dass niemand wegen der Erwähnung derjenigen Polen, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, vor Gericht ging”, äusserte sie.

(JNS/Sputnik)



Kategorien:Politik

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