Polizei verhaftet Organisator von „Corona-Hochzeit”


Krankenschwester beschwert sich, dass zu viele Israelis einfach tun, was sie wollen.

Die Bekämpfung von COVID-19, gemeinhin als Coronavirus bezeichnet, ist eine herkulische Anstrengung. Aber vielleicht ist es in solchen Krisenzeiten noch schwieriger, die trotzige israelische Bevölkerung zu kontrollieren.

Während die Polizeibeamten sagten, dass 95 Prozent oder mehr der betroffenen Bevölkerung die neuen Richtlinien des Gesundheitsministeriums befolgten, die faktisch auf eine freiwillige Sperre hinauslaufen, drohen etwa fünf Prozent der Rebellen alles zu ruinieren.

“Das ist kein Kinderspiel, es sind keine Sommerferien, es geht um Leben und Tod”, tadelte Premierminister Benjamin Netanjahu die Israelis am Dienstagabend, nachdem er erfahren hatte, dass viele immer noch an den Strand gegangen waren, Picknick gemacht und sich sonst in der Öffentlichkeit versammelt hatten.

“Das ist kein Urlaub, den Ihnen das Coronavirus beschert hat”, wiederholte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman-Tov, der nach Netanjahu sprach. “Unsere Fähigkeit, die Zahl der Kranken zu reduzieren, hängt von Ihrem Verhalten ab. Uns wäre es lieber, wenn Sie unseren Anweisungen folgen würden. Wenn nötig, werden wir sie durchsetzen”, warnte er.

Corona-Hochzeit

Obwohl die israelische Polizei noch nicht die Befugnis hat, viele der neuen Richtlinien durchzusetzen, werden eklatante Verstösse bereits mit hohen Geldstrafen und möglichen Gefängnisstrafen geahndet.

Am Dienstagabend verhaftete die Polizei einen Mann aus Jerusalem, weil er in der nahe gelegenen ultra-orthodoxen Gemeinde Beit Schemesch eine Hochzeit organisiert hatte. Während die Beteiligten behaupteten, dass sie sich an die Richtlinien des Gesundheitsministeriums hielten, zeigten Fotos und Videoclips, die online gestellt wurden, mindestens 150 Teilnehmer bei der Hochzeit.

Derzeit ist es in Israel für mehr als 10 Personen verboten, sich in einem geschlossenen Raum zu versammeln.

Kanal 12 Nachrichtenreporter Yair Cherki twitterte, dass dies nicht einfach “Nachlässigkeit oder mangelndes Bewusstsein, sondern eher Respektlosigkeit” gegenüber Autoritäten sei, die letztlich ganz Israel in Gefahr bringen.

Das Problem der israelischen Chuzpe

Wir haben schon früher geschrieben, dass “Chuzpe” im Hebräischen (der Sprache, aus der es stammt) im Gegensatz zum Gebrauch des Wortes im Englischen eine eher negative Konnotation hat.

In bestimmten Situationen, wie z.B. beim Kampf gegen überwältigende Chancen auf dem Schlachtfeld, ist eine solche Kühnheit von Vorteil. In anderen ist sie ein Nachteil.

Eine Krankenschwester in einem grossen Krankenhaus in Jerusalem erzählte Israel Heute, dass weiterhin Frauen in Begleitung von Ehemännern, Müttern und der Großssamilie zur Geburt kommen. Als man ihr sagte, dass es für alle gefährlich sei, so viele unnötige Teilnehmer in die Gebärräume zu bringen, “zeigte sie uns den Mittelfinger”, sagte sie.



Kategorien:Sicherheit

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