Eine Künstlerin erweckt die Bibel zum Leben


Jede Szene erforderte Studium, Recherche und das Hören auf Gottes Anweisungen, um sie originalgetreu nachzustellen.

Zipora

Dikla Laor ist zweifellos eine der interessantesten künstlerischen Fotografinnen, die es im Israel der Neuzeit gibt. Ihre Werke sind es wert, in den Hallen der grössten Museen der Welt ausgestellt zu werden, neben den Werken anderer grosser Künstler, die versucht haben, die biblischen Geschichten einzufangen.

In ihrer Reihe mit dem Titel „Frauen der Bibel“ gelingt es Dikla, Charaktere aus den Seiten der Bibel hervorzuholen, die uns erlauben, über Aspekte ihres Lebens nachzudenken, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten. Jede Figur wird in einem faszinieren Porträt vorgestellt, das ihre Geschichte immer wieder aufs Neue erzählt.

Unsere Weisen haben gesagt, dass die Bibel siebzig Gesichter hat. Dikla fügt ihre eigene, einzigartige Perspektive hinzu und erforscht neue Blickwinkel mit Bezug auf die biblischen Charaktere, die mit Farben, Stoffen und Stimmungen vor atemberaubenden Hintergründen auf den Golanhöhen aufgewertet werden.

Hiobs Töchter

Frauen der Bibel

All diese Schönheit ist in Diklas Kollektion „Frauen der Bibel“ zusammengefasst, die in Israel und auf der ganzen Welt mit Lob und Anerkennung bedacht wurde.

Professor Yair Zakowitz, Gewinner des Israel-Preises für Biblische Literatur 2020, kommentierte:

„Jedes einzelne der fünfunddreissig Fotos im Buch ist eine komplette Szene. Dikla, die Künstlerin, fügt nicht zufällig irgendein Detail ein. Sie besetzt die Fotos mit Frauen, kleidet sie als Charaktere ein und trägt das richtige Make-up auf, fügt sie in die Landschaft ein, achtet auf Körperhaltung und Gesichtsausdruck und fügt den Fotos sogar Tiere und verschiedene Accessoires hinzu, die für die Atmosphäre notwendig sind, um das Drama zu vervollständigen.“

Die meisten von uns kennen die zentralen Frauenfiguren in der Bibel, die, mit denen wir aufgewachsen sind, wir sind mit ihren Geschichten vertraut. Und doch gibt es viele Frauen in der Bibel, deren Geschichten noch nicht vollständig erzählt wurden. Dikla sieht es als eine Ehre und Verpflichtung an, diese verborgenen Figuren zum Leben zu erwecken und diese sonst vergessenen Frauen hervorzuheben.

Rebeca

Das Ziel: Alle Frauen der Bibel zu fotografieren

Jede Frau verdient es, dass man sich ernsthaft mit ihr beschäftigt. Oft nimmt die Vorbereitung Monate in Anspruch, bevor das Bild erstellt werden kann. Dikla liest alles, was über jede Figur zu lesen ist, bis sie sie vor ihrem geistigen Auge sieht, wo sie vollständig gekleidet und mit Accessoires erscheint, einschliesslich der Stimmung und Pose sowie der Umgebung. Erst dann geht sie dazu über, das Bild zu erstellen.

Während des gesamten Prozesses versucht Dikla, die Gegenwart Gottes zu spüren, dessen Stimme sie bei der Vollendung ihrer aufwendigen Kreationen führt und leitet. All dies verbindet sich auf wundersame Weise, sagt sie, um die Geschichten der Bibel zu beleuchten und die Gegenwart Gottes zu erleben, wie sie damals war und heute ist und immer sein wird.

Auf die Frage, ob es eine bestimmte Frau gibt, mit der sie sich auf besondere Weise verbunden fühlt, antwortet Dikla, dass sie keinen Favoriten hat. Sie verliebt sich in jede an ihrem einzigartigen Platz in der Geschichte und liebt sie alle.

Ihre Fähigkeit, sich mit jeder einzelnen Frau zu verbinden, sich für sie zu begeistern und ihre Kreativität an ihr auszulassen, überrascht immer wieder aufs Neue. Jede Figur fesselt ausnahmslos ihre volle Aufmerksamkeit. Während der Zeit, in der sie recherchiert, nachdenkt und das Konzept zu einem Kunstwerk ausarbeitet, spürt sie, dass sie mit der tatsächlichen Frau interagiert.

Sarah und Isaak

Von all den verschiedenen Bildern der Serie gibt es eines, an dem Dikla am meisten hängt, und das ist das Bild von Sarah und Isaak. In diesem Bild sind die Personen, die die biblischen Figuren spielen, ihre Mutter und ihr Sohn. Die Kleider, die sie tragen, sind die ihres Grossvaters, des Vaters ihrer Mutter. Die Kleider sind 130 Jahre alt und stammen aus seiner Zeit in Tunis.

Obwohl die Kleidung bereits Verschleisserscheinungen hat, wollte Dikla diese Kleidungsstücke und all die Bedeutung und Emotionen, die mit ihnen einhergehen, in die Szene einbeziehen und dem Bild einen Stempel ihrer persönlichen Abstammung aufdrücken.

Normalerweise ist jeder Aspekt der Szene Teil der Vision und bis ins letzte Detail geplant, doch dann geschehen manchmal Dinge am Set, die Änderungen zwingend nötig machen.

Zum Beispiel war sie bei der Aufnahme von Eva mit zwei Herausforderungen konfrontiert. Eva musste nackt sein, aber Dikla wollte keine Nacktfotos machen. Und die lebende Schlange entpuppte sich als ein stures und schweres Weibchen, das 70 Kilo wog und sich weigerte, an den Platz auf dem Baum zu gehen, den Dikla für sie vorgesehen hatte. Am Ende wurde das ganze Bild von der hartnäckigen Schlange umgestaltet, und wenn wir die Geschichte vom Garten Eden lesen, verstehen wir, dass dies kein Zufall ist, die Schlange schaffte es, dem Bild einen präzisen Stempel aufzudrücken.

Dieser Fall erinnerte Dikla daran, dass tatsächlich alle von ihr verwendeten Tiere weiblich waren, und was könnte in einem Projekt, das ganz den Frauen gewidmet ist, passender sein.

Jael

Vielleicht lassen sich die Arbeit dieser kreativen neuen Künstlerin und ihr faszinierender Blick auf die Frauen der Bibel am besten von Professor Yair Zakowitz zusammenfassen:

„Abschliessend muss ich Dikla meine tiefe Wertschätzung für ihr Kunstwerk ausdrücken, für ihre wunderbare Zusammenführung der Mehrgenerationenparade von Bibelkommentatoren und Predigern, für ihre ausdrucksstarken Fotografien, die den alten Geschichten Leben einhauchen, einen neuen Geist.”

Wenn man sich die Zeit nimmt, in jedes einzelne dieser aussergewöhnlichen Bilder einzutauchen, ergeben sich unendlich viele Gelegenheiten für kreative Familiengespräche über die Figuren und die Geschichten hinter den Fotografien sowie persönliche Zeiten der Reflexion und Hingabe an die Wahrheiten, die sie offenbaren.

(Anat Schneider/ih; Fotos: Dikla Laor)



Kategorien:Kultur

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