Die Hizbollah vor einer Grossoffensive in Syrien


hisbollahsyriaLaut Agenturberichten marschieren Tausende von Hizbollah-Milizionären im Norden Aleppos auf. Damit könnten die Rebellen weiter in die Defensive geraten.

Während US-Aussenminister John Kerry und seine westlichen Kollegen zunehmend verzweifelt auf eine baldige Friedenskonferenz für den syrischen Bürgerkrieg drängen, schaffen das Regime von Bashir al-Assad und seine Verbündeten vor Ort neue Tatsachen.

Unterstützt von neuen Waffenlieferungen aus Iran und Russland, stehen die für Assad kämpfenden Milizionäre der libanesischen Hizbollah vor der Wiedereroberung der strategisch wichtigen Stadt Kusair im Westen Syriens. Die Einnahme des nahe der libanesischen Grenze gelegenen Ortes würde die Versorgung der Rebellen erschweren und die Verbindung zwischen südlich und nördlich von Damaskus gelegenen, «befreiten Gebiete» unterbrechen.

Nach letzten Agenturberichten von Montagfrüh bereitet die Hizbollah anscheinend die Eröffnung einer neuen Front vor. Im Norden der grossen Teils von Rebellen kontrollierten Handelsmetropole sollen Tausende von Hizbollah-Kämpfern einen Angriff vorbereiten. Mit dem Beginn der Offensive auf Aleppo wird schon für heute Montag gerechnet.

Gelingt die Operation, könnte dies eine Wende in dem nun schon seit über zwei Jahren anhaltenden Konflikt bedeuten, der mindestens 80000 Menschenleben gekostet und bis zu zwei Millionen Syrer zur Landesflucht gezwungen hat. Während das Assad-Regime zum Angriff übergeht, zerfällt der ohnehin schwache Zusammenhalt der an lokale, religiöse und Klan-Loyalitäten gebundenen Rebellen zusehends. 

Ende letzter Woche haben Rebellensprecher die Teilnahme an der von Kerry betriebenen Friedenskonferenz, die ursprünglich Anfang dieses Monats in Genf stattfinden sollte abgesagt. Diplomatisch geschickt, hat Assad derweil seine Teilnahme prinzipiell zugesagt. Von westlichen Offiziellen war zu hören, dass die Konferenz nun wahrscheinlich erst im Juli oder sogar erst im August stattfinden könnte.

Geht sein Spiel auf, könnte Assad dann in einer deutlich stärkeren Position sein, als heute. Allerdings zeichnet sich nun auch eine zunehmende Ausweitung des Konfliktes in die gesamte Region ab. So wurden Installationen der Hizbollah im Libanon mit Raketen unbekannter Herkunft beschossen. Verantwortlich dafür dürften jedoch sunnitische Kämpfer sein, die sich womöglich mit ihren unter Druck geratenden Glaubensgenossen in Syrien solidarisieren.

Israel scheint diese Entwicklungen bislang zurückhaltend zu beobachten. Ein Erfolg der Hizbollah kann jedoch langfristig kaum im Interesse des jüdischen Staates sein. [AM]



Kategorien:Nahost

Schlagwörter:, ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: