Drohbriefe an Oberrabbiner


Metzger_Amar

Chief Rabbis Yona Metzger and Shlomo Amar
Photo: Courtesy

Der Streit um das Gebet von Frauen an der Westmauer eskaliert. Die israelischen Oberrabbiner Yona Metzger und Shlomo Amar haben Briefe mit Todesdrohungen erhalten. Der Brief am 28. Mai von Tel Aviv aus verschickt und hat ein Bild von einer Pistole beiliegend. Das Büro des Oberrabbinats alarmierte die Sicherheitsdienste und sagte, dass dies das erste Mal sei das Oberrabbiner in Israel bei ihrem Leben bedroht wurden.

In dem Brief heisst es, falls es den liberalen Frauen nicht gestattet werde, an der Mauer auf die von ihnen gewünschte Art zu beten, würden die Rabbiner die Leichen von 100 Ultraorthodoxen vor ihrer Tür finden. Ultraorthodoxe werden in den Briefen als „stinkende Parasiten“ diffamiert, deren Ende nahe sei. Die Polizei nimmt die Drohungen ernst und hat eine Untersuchung eingeleitet. Mit den Drohbriefen sei eine rote Linie überschritten worden, hiess es.

Der Streit um die „Frauen der Mauer“ beschäftigt die israelische Öffentlichkeit schon seit Monaten. Die Frauen wollen an der Westmauer, einer der heiligsten Stätten des Judentums, beten – und zwar mit Gebetsmänteln und Gebetsriemen. Ultraorthodoxe sehen darin eine Gotteslästerung, da dies nur Männern erlaubt sei. Es kam an der Mauer bereits zu Handgreiflichkeiten, so dass die Polizei eingreifen musste. Kontrovers diskutiert wird derzeit der Vorschlag, den Gebetsplatz vor der Mauer in drei Bereiche aufzuteilen: einen für Männer, einen für Frauen und einen öffentlichen gemischten, den auch die Reform-Frauen nutzen könnten.

Die „Frauen der Mauer“-Bewegung hat sich von den Drohbriefen distanziert. Sie bedauere die Drohungen gegen die Rabbiner, erklärte eine Sprecherin. Die Frauenbewegung habe damit nichts zu tun und unterstütze die Polizei bei ihren Bemühungen, den Fall aufzuklären. Auch Vertreter der Ultraorthodoxen sowie des liberalen Judentums verurteilten die Drohungen. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat unterstrich, Gewalt sei nicht die Lösung für Konflikte in der Heiligen Stadt: „Wir brauchen den Dialog und eine Übereinkunft, die die Interessen aller beteiligten Gruppen berücksichtigt.“

„Die extreme Hetze gegen die Haredim in der Öffentlichkeit hat alle Grenzen überschreiten, und es sieht aus als ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Ergebnisse dazu sehen“, sagte der ehemalige Shas Vorsitzende Eli Yishai. (JNS, JPost)



Kategorien:Gesellschaft

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