Tatverdächtige festgenommen


JerusalemNach dem Mord an einem palästinensischen Teenager nahm die israelische Polizei mehrere jüdische Tatverdächtige fest. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld bestätigte am Sonntag, man gehe von einem „nationalistischen Motiv“ für die Tat aus. Die Tötung des jungen Arabers sowie zuvor die Verschleppung und Tötung dreier jüdischer Teenager hatte einen der schlimmsten Gewaltausbrüche in Nahost seit Jahren ausgelöst.

Israels Polizei teilte zudem zwei Monate nach dem Mord an einer 19-Jährigen im Norden des Landes mit, ein arabischer Taxifahrer sei der Tatverdächtige. Der 34-Jährige aus Iblin östlich von Haifa habe den Mord im Verhör gestanden.

Der Hintergrund sei noch nicht zweifelsfrei geklärt, man gehe jedoch von einem „nationalistischen Motiv“ aus. Ein Kommentator des israelischen Radios sagte, die Polizei habe am Sonntag eine Nachrichtensperre zu dem Fall aufgehoben, um damit den Mordfall des jugendlichen Palästinensers „auszubalancieren“.

Israel leitete zudem eine Untersuchung von Vorwürfen ein, Grenzpolizisten hätten einen palästinensischen US-Staatsbürger verprügelt. Das Washingtoner Aussenministerium verlangte am Samstagabend eine rasche Untersuchung des Vorfalls. Israelische Medien zitierten Vertreter der Grenzpolizei mit dem Vorwurf, das Video sei „manipuliert“ worden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bemüht sich inzwischen um eine Eindämmung des gefährlichen Grossbrands. Die jüngste Welle der Gewalt nährt die Sorge vor einem neuen Palästinenseraufstand. „Die Erfahrung lehrt, dass man in solchen Momenten mit Selbstkontrolle und Verantwortung vorgehen muss, ohne Hetze und übertriebene Hast“, sagte Netanjahu am Sonntag bei einer Regierungssitzung in Jerusalem zu der Lage in der Region.

Netanjahu rief arabische Würdenträger dazu auf, sich für eine Mässigung einzusetzen. „Wer gegen das Gesetz verstösst, wird festgenommen und hart bestraft“, drohte Netanjahu gleichzeitig.



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