Hamas-Anleitung zum Einsatz von menschlichen Schutzschilden


Anleitung für den Kampf: Die Hamas greift auf Menschen als Schutzschilde zurück. Foto: IDF

Anleitung für den Kampf: Die Hamas greift auf Menschen als Schutzschilde zurück.
Foto: IDF

Während der Operation „Starker Fels“ sind im Gazastreifen vielfach menschliche Schutzschilde gegen die israelische Armee eingesetzt worden. Eine von israelischen Soldaten gefundene Anleitung der Hamas erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Überschrieben ist die Anleitung mit dem ersten Teil aus Sure 8,60: „Und rüstet für sie, soviel ihr an Kriegsmacht und Schlachtrossen aufzubringen vermögt, um damit Allahs und eure Feinde einzuschüchtern.“ Darunter ist der Herausgeber der Anleitung vermerkt: „Issadin-al-Kassam-Märtyrer-Brigaden“ – der militärische Flügel der militanten Hamas -Organisation.

Nachfolgend steht „Handbuch für Schudscha‘ja“. Schudscha’ja bedeutet „mutig“ und ist der Name eines Stadtviertels in Gaza-Stadt, das während der Operation „Starker Fels“ heftig beschossen wurde. Titel der Anleitung ist „Einführung in den städtischen Krieg“.

Die Anleitung erklärt, wie Zivilbevölkerung gegen israelische Soldaten eingesetzt werden kann. Der Text zeigt: Der Hamas war bewusst, dass die israelische Armee bemüht ist, die Schäden an Zivilisten möglichst gering zu halten.

Unter dem Titel „Verminderte Waffennutzung“ erklärt das Dokument weiter: „Die (israelischen) Soldaten und ihre Befehlshaber müssen den Gebrauch ihrer Waffen und Taktik, die zum unnötigen Verlust von Menschen sowie zur Zerstörung ziviler Infrastruktur führen, minimieren. Es ist schwierig für sie, aus ihren Feuerwaffen, besonders aus Unterstützungsfeuer (wie Artillerie) den grössten Nutzen zu ziehen.“

Die Anleitung weist ausserdem darauf hin, dass die „Anwesenheit von Zivilisten Möglichkeiten des Widerstandes“ bietet, weil sie die sich nähernden Truppen vor drei grosse Probleme stellt: 1. Das Feuer zu eröffnen, 2. Die Kontrolle über die Zivilbevölkerung während und nach der Operation und 3. Die Versicherung, den bedürftigen Zivilisten medizinische Hilfe bereitzustellen.

Schliesslich diskutiert die Anleitung noch die Vorteile für die Hamas , wenn Häuser von Zivilisten zerstört werden: „Die Zerstörung ziviler Häuser führt zu wachsendem Hass der Bewohner auf die Angreifer. Dadurch nimmt die Unterstützung der Stadtverteidiger (Widerstandskräfte, Hamas ) zu.“

Die israelische Armee kämpfte eine der Hauptschlachten in dem Stadtteil Schudscha’ja. Das Dokument deutet darauf hin, dass die Hamas die Zerstörung des Viertels seit langem plante und der Appell der Organisation an die Bevölkerung von Gaza, als menschliche Schutzschilde zu fungieren, geplant war.

Ägyptische Medien berichteten am Dienstag von einem Angriff durch die palästinensische Zivilbevölkerung auf den Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri. Der Angriff habe sich nahe des Schifa-Krankenhauses in Gaza ereignet.

Wütende Palästinenser seien auf den Hamas -Sprecher losgegangen und hätten ihn attackiert, berichtet die ägyptische Website „Vetogate“. Muhammad Abu Hamid Schahin, ehemaliger Vizepräsident der „Partei der Freien Ägypter“ und Sprecher des ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah as-Sisi, sprach von einer wütenden Zivilbevölkerung in Gaza, die die radikal-islamische Hamas für den Tod von fast 2.000 Palästinensern verantwortlich mache. Der ägyptische Politiker wies darauf hin, dass die Bevölkerung des Gazastreifens reif dafür sei, die amtierende Hamas zu stürzen und eine Revolution in Gang zu setzen. Die Hamas -Bewegung unterscheide sich nicht von ihrer terroristischen Mutterorganisation, der Muslimbruderschaft.

Nabil Saki, Sprecher der linksgerichteten Sammlungspartei, sagte, die Bevölkerung von Gaza trage einen Teil der Verantwortung, da sie die Hamas in freien Wahlen gewählt habe. Die Palästinenser sollten sich unter dem Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Mahmud Abbas , vereinen.

Über das Ergehen des Hamas -Sprechers ist bislang nichts bekannt.

 



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