Jenseits der Glaubwürdigkeit – neoreligiöser Blog


223001~1Wenn ein Mensch aus Überzeugung oder aus Glauben von einer Religion zu einer zweiten überwechselt gibt es nichts zu sagen, auch wenn es einem manchmal fremd anmuten kann. Gerade in Europa gibt es Menschen, die davon überzeugt sind, dass die Wahrheit im Judentum liegt. Darin haben sie natürlich recht. Und irgendwann hegen sie dann auch den Wunsch, fromme Juden werden. Hier gegen ist im Grunde genommen nicht wirklich etwas einzuwenden, wenn ihnen dabei voll und ganz bewusst ist, welche Veränderungen dieser Schritt in ihrem Leben nach sich ziehen.

Andere, öfters Frauen als Männer, wollen aus Liebe zu ihrem jüdischen Partner übertreten. Weil bei diesem Schritt die Liebe in Vordergrund steht und weniger aus Überzeugung erfolgt, finden die meisten Rabbinen einen derart zugrunde liegenden Übertritt nicht so gut. Sie sagen aus Erfahrung, dass Frauen, die ohne Überzeugung diesen Weg wählten, danach häufig nicht nach den Religionsgesetzen leben würden oder sie würden bei einer Scheidung das Judentum dann schnell wieder ablehnen.

Und dann gibt es im deutschsprachigen Raum ein Phänomen der sogenannten „Überzeugungstäter“. Dabei handelt es um jene Menschen die als “Volk der Täter” ansehen. Sie wollen ihr Heil und ihre Erlösung vor der Nazi-Vergangenheit im Judentum suchen. Diese Leute verfolgen dann nur noch das eine Ziel: Den Übertritt zum Judentum und nach Israel auswandern. Häufig sind diese deutschsprachigen Konvertiten im politisch rechten und sogar im ultrarechten Lager in Israel zu finden. Hier wollen gerade diese Individuen aus voller Überzeugung aber mit mindestens gleich viel rassistischem und faschistoidem ideologischen Geschwätz wie ihre Vorväter, als 500prozentige Juden und oder zu 500prozentige Israelis da stehen und angesehen werden.

Es lässt sich immer wieder feststellen, dass unter den Konvertiten auffällig öfters Männer als Frauen vertreten sind, die zu diesem eigen auferlegten Fanatismus neigen. Bis zu ihrer Radikalisierung pflegten sie in der Regel einen westlichen und eher hedonistischen Lebensstil. Diese Person versuchen sich stets nicht nur auf kultureller, sondern auch auf individueller Ebene mit ihrem neuen Glauben zu überidentifizieren.

Stiftet der neue Glaube nicht den erhofften Sinn, folgt einer Enttäuschung der anderen. Wie bei einer Droge wird dann die „Dosis“ erhöht. Trifft dazu der Neuling in einer Glaubensgemeinschaft auf Ablehnung und Misstrauen, setzt beim Betroffenen nach einer gewissen Zeit eine Radikalisierung ein. Die Reaktion auf ein solches Misstrauen der Umwelt kam in einem Fundamentalismus münden. Aus purer Angst, den Ansprüchen der neuen Gruppe nicht zu genügen, will man stets andere beeindrucken und übertrumpfen. Letztendlich will man ja „authentischer“ sein als die Anderen und jüdischer als jüdisch dastehen.

Kommt man dann mit den Leuten in Kontakt, hat man das Gefühl, dass sie ihren Verstand bei der Konvertierung abgegeben haben und sich dermassen mit dem jüdischen Volk krankhaft überidentifizieren müssen wollen. Als Jude hat man aber auch das Recht dem eigenen Volk vielleicht ein wenig kritischer gegenüberstehen zu dürfen. Manchmal ist man von diesen Menschen irritiert, belustig und auch angewidert.

Ein gutes schlechtes Beispiel für diesen Zelotismus zeugt eben eine (ex)deutsche Bloggerin, welche vor Jahren aus Bayern nach Israel auswanderte und von sich behauptet eine mit der jüdischen Orthodoxie stets verbundene jüdische Israelin zu sein. Über ihre Blogs, wie z.B. „Hamantaschen“, versucht sie sich natürlich auch dem entsprechend in vorgenannter Weise mitzuteilen. In regelmässigen Abständen versucht sich die (ex)Deutsche damit zu profilieren, dass sie aller Welt mitteilt, wie gefährlich und schlecht doch die eine und andere orthodoxe Gemeinschaft sei. Es werden regelrechte „Warnungen“ und Lügen über diese sowie Personen verbreitet. Alle um ja nur mindestens 200prozentige Jüdin und oder zu 200prozentige Israelin dazustehen.

Früher wäre auch ich fast auf ihre perfide Art hereingefallen, um zu denken – wow was für eine G“ttes fürchtige Jüdin und Israelin. Aber es kamen berechtigte Zweifel bei einigen Beiträgen auf „Hamantaschen“ aus, so dass ich bei einigen Rabbinern in Jerusalem nach der Wahrheit hinter diesen Beiträgen fragte. Die Antworten kamen prombt und Beiträge auf dem Blogg „Hamantaschen“ entpuppten sich als ein klares Lügengeflecht.

Hier eine der Rückantworten:

Lieber Chaim,

wie geht es dir?
Zu deiner Frage, ich kannte diesen Blogeintrag nicht und auch das Kennen dieser Lüge berührt mich nicht wirklich, denn jeder der uns wahrhaftig kennengelernt hat, weiß wer wir sind ..
Es wird in letzter Zeit viel über Rav Berland gesprochen und auch über andere Rabbiner, aber was interessiert es mich? Schließlich sollte sich jeder Fragen: wer weiß was wirklich die Wahrheit ist!? wohl sicher niemand, daher halte ich auch lieber meinen Mund bevor ich mich darüber auslasse was Rav Berland so alles zugesprochen wird .. meine Devise: Im Zweifel, für den Angeklagten .. Heute wird sehr schnell über Menschen Urteile gefällt ..
Rabbi Schalom Arusch ist einer der größten und anerkanntesten Rabbiner Israels, alleine der Versuch diesen Dreck mit dem Frau Wölke versucht Rav Arusch zu beschmeißen von ihm fernzuhalten ist lächerlich, denn genau das wollen ja Personen wie Frau Wölke, sie wollen das man sie ernst nimmt .. aber wie gesagt hat Rav Arusch nichts im Geringsten mit all dem was anderen Rabbinern vorgeworfen wird zu tun, das einzige wo man Rav Arusch vielleicht nach Auslegungn Frau Wölkes einen Vorwurf machen kann ist, dass er seinem Rabbi, nämlich Rav Berland die Treue hält und eben nichts auf all die Anschuldigungen gibt .. das verärgert viele, anscheinend auch Frau Wölke aber Rav Arusch ist eben ein dankbarer Mensch, dankbar für all das was er zu Beginn seiner Teschuva von Rav Berland bekommen hatte! Deshalb wirft er heute auch nicht mit Dreck nach ihm .. er ist nicht Undankbar, denn undankbar ist ja sicher nur der, der in den Brunnen spuckt, aus dem er zuvor noch selbst getrunken hatte!!
Und eben das macht Rav Arusch nicht .. Und genau hier macht Frau Wölke eben einen Fehler, den trotz der Tatsache das Rav Berland so viel Schlechtes nachgesagt wird und er auch wirklich nach Marokko geflüchtet ist, stört es sie vielleicht das Rabbi Schalom Arusch nicht vergisst, wer ihn zum Glauben geführt hat! Als Rabbi Arusch noch keine Ahnung vom Glauben hatte war es Rabbi Berland der ihm die Augen öffnete und deshalb steht er bis heute immer noch und trotz aller Anschuldigungen gegen Rav Berland zu seinem Rabbi, von dessen süßen Wasser er ja getrunken hatte .. Rav Arusch ist immer noch dankbar für all das was Rav Berland ihm zu Beginn seiner Teshuva gegeben hat ..
Ich bin aber dennoch sehr verwundert das Frau Wölke so abfallend von Rav Arusch spricht, schließlich kann man ihm nichts Schlechtes nachsagen, außer vielleicht aus Sicht Frau Wölkes das er seinem Rabbi immer noch die Treue hält ..
Frau Wölke selbst hat übrigens auch auf unserer Seite 17 Artikel .. hier der Link zu allen ihrer Artikeln: http://www.breslev.co.il/searchresults.aspx?text=miriam&type=1&fulltype=authors&pageid=1&language=germany
in diesem Sinne so viel zu: Undankbar ist, der in den Brunnen spuckt, aus dem er zuvor selbst getrunken hatte!!
Alles Liebe !!

Dieses Phänomen lässt sich nicht nur unter uns Juden beobachten, sondern auch unter den Muslimen, Christen, unter rechten Ex-Linken, linken Ex-Rechten oder überangepassten Immigranten usw. In einschlägigen Psychologie-Lehrbüchern lässt sich über dieses bekannte Phänomen nachlesen.

(JNS, Chaim Stolz)



Kategorien:Gesellschaft

Schlagwörter:,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: