Schweizer Privat-Airline führt Geheimflüge in die Emirate durch


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PrivatAir-Flug PTG 313 von Amman nach Tel Aviv (18.12.2014) (Quelle: planefinder.net)

Die in Genf ansässige PrivatAir hat laut einem Online-Portal eine Marktlücke geschlossen: Flüge von Israel in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die beiden Länder unterhalten aufgrund des Palästina-Konflikts keine diplomatischen Beziehungen.

PrivatAir äussert sich nicht zu den Geheimflügen, die seit März 2014 bis zu zweimal wöchentlich von Tel Aviv nach Abu Dhabi durchgeführt werden. «Diese Information ist vertraulich, da es sich um einen privaten Dienst handelt», sagte ein Sprecher auf Anfrage des Online-Portals «Middle East Eye». Die Diskretion müsse gewahrt bleiben.

Doch der Airbus A319 mit dem deutschen Kennzeichen D-APTA taucht auf Flugtracking-Portalen wie planefinder.net auf. Demnach startet er jeweils in Tel Aviv mit der Flugnummer PTG 315 und legt einen kurzen Zwischenstopp in der jordanischen Hauptstadt Amman ein. Jordanien ist neben Ägypten das einzige arabische Land, das mit Israel diplomatische Beziehungen sowie offizielle Linienflüge unterhält.

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Der Airbus A319 von èrivatAir, vermutlich aufgenommen am Flughafen Ben Gurion in Tal Aviv. (Quelle: privatair.com)

Von Amman geht es mit der neuen Flugnummer PTG 126 nach Abu Dhabi weiter. Keine der beiden Flughäfen führt den Flug in seiner Ankunftsliste, im Unterschied zu Tel Aviv: Auf der Website des Flughafens Ben Gurion wird der nächste Flug am 27. Dezember nach Amman korrekt angezeigt. Auch auf dem Rückflug von Abu Dhabi nach Tel Aviv wird in Jordanien zwischengelandet.

«Middle East Eye» vermutet, dass es sich bei dem ungenannten Privatkunden um die israelische Sicherheitsfirma AGT International mit Hauptsitz in Zürich handelt.

Laut dem Portal «Intelligence Online» liefert AGT dem Emirat Abu Dhabi Überwachungskameras, elektrische Zäune und und Sensoren zum Schutz seiner Ölfelder. Der Umfang des Projekts soll sich auf 800 Millionen Dollar belaufen.

Israelischen Staatsbürgern ist es offiziell verboten, in die Emirate zu reisen. Dennoch ist es ein offenes Geheimnis, dass Kontakte existieren – allerdings müssen sie von höchster politischer Ebene abgesegnet sein. Während die israelische Besatzung der Palästinensergebiete die Beziehungen belasten, stellt die Rivalität mit dem Iran einen wichtigen gemeinsamen Nenner dar. (Kian Ramezani, watson.ch)



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