Iran: Wir werden bessere Zentrifugen nutzen


sarif_iran

Kündigt moderne Zentrifugen an: Irans Aussenminister Sarif (Foto: Max Talbot-Minkin | CC BY-NC 2.0)

Der Iran hält offenbar daran fest, in Zukunft fortgeschrittene Zentrifugen einzusetzen. Damit würde die Islamische Republik gegen die vereinbarten Eckpunkte des Atomprogramms verstossen. Das derzeitige Atomabkommen sei ein Traum für den Iran, aber ein Albtraum für die Welt, schreibt Regierungschef Netanyahu.

Nach Aussage des iranischen Aussenministers Mohammed Dschawad Sarif wird der Iran die fortgeschrittenen Zentrifugen des Typs IR-8 einsetzen, sobald ein Atomabkommen unterzeichnet ist. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur „Fars“. Sarif habe dies iranischen Parlamentariern sowie dem Chef der iranischen Atomenergiebehörde mitgeteilt.

Im Vergleich zu den gegenwärtig genutzten IR-1-Zentrifugen erfolgt die Uran-Anreicherung durch IR-8-Zentrifugen 20 Mal schneller. Damit würde der Iran auch schneller eine Atombombe herstellen können. Diese sogenannte Ausbruchszeit ist ein wichtiger Punkt in den Atomverhandlungen. Je länger diese ist, desto mehr Zeit bleibt, sich auf einen möglichen Atomangriff vorzubereiten.

Das US-Aussenministerium schätzt, dass die derzeitige Ausbruchzeit zwei bis drei Monate beträgt. Das Ziel des Abkommens sei es, die Ausbruchzeit für den Zeitraum von zehn Jahren auf ein Jahr zu erhöhen. Dazu soll der Iran zwei Drittel der derzeit 19.000 Zentrifugen abschalten. Nach Auffassung der USA hat der Iran zudem zugesagt, zehn Jahre lang nur IR-1-Zentrifugen zu nutzen.

Die Aussage des iranischen Aussenministers widerspricht also der von den USA präsentierten Version der in der vergangenen Woche vereinbarten Eckpunkte. Laut „Fars“ wird Sarif den Parlamentariern in den kommenden Tagen ein „Faktenblatt“ zu den Atomvereinbarungen nachreichen. Ein Abschluss des Atomabkommens ist für Ende Juni vorgesehen.

Israel hat eigene Bedingungen für ein mögliches Abkommen präsentiert. Der Geheimdienstminister des Landes, Juval Steinitz, sagte zur Begründung, er schätze die Unterstützung seitens der USA für sein Land, allerdings bleibe die Bedrohung durch den Iran trotzdem bestehen.

Steinitz sagte vor Journalisten, niemand könne sagen, dass ausländische Hilfe und Unterstützung für Israel ausreichend sei, um «solch einer Bedrohung etwas entgegenzusetzen».

Der Minister forderte daher als Bestandteile eines Abkommens:

  • den vollständigen Stopp der Forschung und Entwicklung einer neuen Generation von Zentrifugen;
  • die Schliessung der Urananreicherungsanlage Fordo;
  • die Offenlegung der gesamten iranischen Forschung aus der Vergangenheit;
  • Zugang für internationale Inspekteure «jederzeit und überall» zu allen Anlagen.

Unter solchen Bedingungen sei ein Abkommen mit dem Iran noch immer nicht gut, aber angemessener, sagte der Minister, der ein enger Vertrauter von Regierungschef Benjamin Netanyahu ist. Er stellte vor diesem Hintergrund erneut klar, dass Israel an einer diplomatischen Lösung mit dem Iran festhalte. Die Option einer militärischen Lösung liege aber noch immer auf dem Tisch und wird auch auf dem Tisch bleiben. Sollte der Iran Atomwaffen entwickeln, sei dies eine existenzielle Bedrohung für Israel.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Sicherheit

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: