Israelische Jacht rettet Flüchtlinge aus Mittelmeer


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Die Israelis versorgten die Flüchtlinge mit dem Nötigsten und übergaben sie dann an die griechischen Behörden (Foto: Gal Baruch)

Israelische Segler haben elf syrische und irakische Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Einem unterzuckerten Diabetiker leisteten sie mit Süssigkeiten Erste Hilfe. Die Dankbarkeit der Araber war gross.

Hilferufe haben am Sonntagmorgen vor der türkischen Mittelmeerküste eine israelische Jacht aufgehalten. Die Besatzung entdeckte einen etwa elf Jahre alten Jungen mit Schwimmweste, der auf dem Wasser trieb. Die Israelis holten den Schiffbrüchigen an Bord. Er gehörte zu einer Gruppe von zwölf Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak, unter ihnen waren vier Kinder. Sie waren mit einem Gummiboot gekentert. Bis auf ein bereits verstorbenes ein halbes Jahr altes Baby konnten die Juden alle Flüchtlinge retten, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet.

„Die Mutter hatte den Leichnam des Babys die ganze Nacht in den Händen gehalten“, erzählte der Kapitän der Jacht, Schlomo Asban. „Uns wurde klar, dass sie Syrer und Iraker sind. Wir gaben ihnen Wasser, und Mobiltelefone, damit sie mit ihren Angehörigen sprechen konnten. Nachdem wir gesagt hatten, dass wir Juden aus Israel sind, haben sie uns geküsst und uns ‚danke‘ gesagt.“

Der Vorfall ereignete sich zwischen dem türkischen Badeort Kaş und der griechischen Insel Kastellorizo. Die Israelis übergaben die Flüchtlinge an die Behörden auf Kastellorizo.

Die Lebensretter gehören dem Jachtclub „Poseidon“ in Aschdod an. Einer von ihnen, Gal Baruch, schilderte die Rettungsaktion: „Der erste Junge, den wir entdeckten, sprach Arabisch und sagte, dass er aus Syrien ist. Wir fragen ihn, ob es noch mehr Leute gibt, aber er fing an zu weinen und deutete in alle möglichen Richtungen. Wir durchsuchten das Gebiet mit Hilfe eines Fernrohrs und entdeckten dann eine grosse Menschengruppe. In der Gruppe war auch ein Mann mit Herzinfarkt und Diabetes, wir gaben ihm Süssigkeiten und retteten dadurch sein Leben.“

Im Gespräch mit dem Fernsehsender „Kanal 2“ beschrieb Baruch, wie ihn die Rettung emotional berührt hat: „Der schwierigste Augenblick war, als wir das verstorbene Baby aus dem Wasser zogen und mit ansahen, wie die Mutter auf unserem Boot um es trauerte. Das wird mich für den Rest meines Lebens begleiten.“ Er stellte fest: „Wären wir nicht dort gewesen, hätte es keine Überlebenden gegeben. Es wird schwierig sein, hiernach zum normalen Leben zurückzukehren.“ (inn)



Kategorien:Gesellschaft

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