Zuckerberg for President 2020


Maya Kosoff schrieb diese Woche im US-Magazin Vanity Fair, dass die Ambitionen von Mark Zuckerberg nicht leicht einzuschätzen seien. Der 33-jährige hat das grösste Social-Media Netzwerk aufgebaut und wäre in zwei Jahren alt genug, um US-Präsident zu werden.

Zuckerberg bewegt sich zunehmend zwischen den Polen eines Imperators und Weltretters. Am Mittwoch kündigte Facebook an, dass es YouTube auf die Hörner nehmen werde. Wie das Nachrichtenmagazin CNBC berichtete, soll Facebook Watch zukünftig den Usern die Nutzung von Videos wesentlich erleichtern. Seit einigen Monaten wurde darüber spekuliert, dass Facebook im Format von TV-Shows ein neues Feature auf den Markt bringen wird. Jedoch sieht Watch eher wie YouTube aus und bietet die Möglichkeit, eigene Watchlisten anzulegen, um so Künstlern, Marken und Unternehmen zu folgen. Watch soll vorerst nur einem begrenzten Nutzerkreis zugänglich sein und nur in den USA verfügbar. Zudem plant Facebook eigene Inhalte zu produzieren.

Dass Zuckerberg die Konkurrenz stets im Blick behält, beweisen die letzten grossen Übernahmeangebote und die Facebook-Analysen des Silicon Valley. In 2013 wollte Zuckerberg für drei Milliarden Dollar Snapchat kaufen, jedoch liess sich Evan Spiegel nicht auf den Deal ein. Ein anderes Geschäft lief wesentlich besser, denn Facebook kaufte Instagram 2012 für rund eine Milliarde Dollar. Ein Jahr später hatte Instagram bereits täglich 250 Millionen Nutzer, während Snapchat nur auf 166 Millionen kam. Die Snapaktie ist seit dem Börsendebüt im März um 50 Prozent gefallen.

Ein weiteres Spielfeld von Zuckerberg ist das Silicon Valley. In einer internen Datenbank werden alle Unternehmen nach bestimmten Gesichtspunkten analysiert, um potenzielle Rivalen zu übernehmen. So übernahm Facebook bereits 2013 das Unternehmen Onavo, das eine App entwickelt hatte, um die pirvate Nutzung von Server zu erfassen. Dies ist für Facebook besonders interessant, da man so den Nutzer noch besser einschätzen und sein Verhalten vorhersagen kann.

Zu den jüngsten Bedrohungen für Facebook gehörte die Video-Chat-App Houseparty. Für Facebook geht es um Wachstum und neue Produkte für neue Zielgruppen. Zu den nächsten Experimenten könnte ein smarter Facebook Lautsprecher gehören. Nach Amazon, Apple und Google soll auch Facebook an einem Gerät mit ungewöhnlich grossem Touchscreen arbeiten. Damit könnte Facebook eine vollkommen neue Zielgruppe erschliessen, denn wie der Nachrichtensender CNBC am Donnerstag berichtete, können die Geräte für Senioren im Bereich der häuslichen Krankenvorsorge eine wichtige Funktion einnehmen: Sie können an die Einnahme von Tabletten erinnern und als Notruf fungieren.

Start-ups im Silicon Valley, Facebook Watch oder auch ein Facebook Lautsprecher könnten zur Randnotiz werden, denn Beobachter spekulieren wild darüber, ob Mark Zuckerberg der nächste US-Präsident wird. Für eine Bewerbung um das höchste Amt muss Zuckerberg jedoch noch zwei Jahre warten, denn das Mindestalter liegt bei 35 Jahren. Bis dahin kann der Unternehmer weiter auf Shake-Hand-Tour gehen. Im Juli war Zuckerberg in Alaska, Kanada und einigen US-Bundesstaaten unterwegs. Zuckerberg sucht den Kontakt zu den echten Menschen, was eine typische Strategie von US-Politikern ist – auch Hillary Clinton begann einst ihre politische Solo-Karriere so. Was könnten Wähler von Zuckerberg erwarten?

Der Facebookgründer ist sich bewusst darüber, dass in den kommenden Jahrzehnten durch neue Technologien tausende Jobs in den USA wegfallen werden. In einer solchen Welt braucht das Land ein neues soziales Absicherungssystem, so Zuckerberg. Ein Baustein stellt das Grundeinkommen dar. Wie das funktionieren kann, konnte Zuckerberg in Alaska lernen. Dort wird seit mehr als 30 Jahren der Alaska Permanent Fund (APF) dafür benutzt, um jährlich den Bewohnern Alaskas eine Dividende auszuzahlen. Immerhin fliessen 25 Prozent der staatlichen Rohstoffeinnahmen in den Fonds. 2016 erhielt jeder Einwoher Alaskas 1.022 Dollar aus dem Fonds – in den vergangenen Jahren schwankten die Beträge zwischen 878 und 2.072 Dollar, so CNBC.

Manch ein Analyst ist der Meinung, dass Alaska ein Sonderfall sei, während andere die Grundsteuer oder Finanztransaktionssteuer als Basis sehen. Zuckerberg wäre nicht ein Vordenker, wenn er auch in diesem Bereich neue Ideen hätte: Daten sind das neue Öl, so Zuckerberg. Aus diesem Grund schlug der CNBC Reporter John Thornhill vor, dass Zuckerberg einen Facebook Permanent Funds einrichten und auch Google mit ins Boot holen soll, damit jeder ein Grundeinkommen bekommt. Thornhill merkt an, dass Zuckerberg sich mit dieser Idee bei seinen Investoren sehr unbeliebt machen könnte.

Im Mai sagte Zuckerberg zu Harvard Studenten: „Wir sollten neue Ideen, wie das Grundeinkommen weiterverfolgen, um jeden die Chance zu geben neue Dinge auszuprobieren“.

Ein Tag im Leben von Mark Zuckerberg, Klicke hier für das Video von Vanity Fair.

Mark Zuckerbergs Kontakte zur Politik sind breit gestreut: Hillary Clintons ehemaliger Wahlstratege Joel Benenson ist Berater bei Zuckerbergs „Chan Zuckerberg Initiative“. Benenson hatte zuvor auch für Barack Obama gearbeitet. Zwei weitere ehemalige Obama-Berater: David Plouffe und Amy Dudley, gehören schon zu Zuckerberg Politikberatern.

Neben Zuckerberg werden Oprah Winfrey, Mark Cuban und Bernie Sanders neben unzähligen weiteren Kandidaten gehandelt. Sie alle verfügen über die notwendigen Geldmittel und Kontakte. Ein Wahlkampf von Zuckerberg könnte jedoch wegen der unzähligen Social Media-Möglichkeiten die Welt aus den Angeln heben.

Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9817305-spekulationen-zuckerberg-for-president-2020-grundeinkommen-alle

 



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